Wie kann etwas "zurückkehren", das nie weg war?!

Liebe deutsche Medienlandschaft, so geht das nicht! Als die Meldung vor einigen Monaten von der Islamischen Republik kam, die Sittenpolizei würde abgeschafft werden, haben sowohl die Menschen in #Iran als auch alle Expert*innen hier gesagt: Das ist Propaganda. Schnell stellte sich dann heraus: Wir hatten recht. Die Sittenpolizei ist nie abgeschafft worden. Im Gegenteil: Sie wurden immer brutaler, die Strafen wurden immer härter. 1/

Und trotzdem halten Journalist*innen und Medienhäuser an der Fake News fest, die Sittenpolizei sei abegschafft worden. Jetzt heißt es auf fast allen Medien, die Moralpolizei würde "zurück kehren". Wie kann etwas zurück kommen, was nie weg war? Wann lernt ihr es endlich, die Propaganda der Islamischen Republik als solche zu erkennen? Seit Jahren werden Propaganda Meldungen kommentarlos übernommen - das ist Teil des Problems!
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Das Regime führt nach eigenen Aussagen einen "medialen Krieg". Es möchte bestimmte Meldungen zu bestimmten Zeiten platzieren. Während es diese Meldung geschickt heute setzte, wurde heute ein bekannter Schauspieler verschleppt, der sich gegen die Brutalität der Sittenpolizei ausgesprochen hatte. Während ihr letzte Woche geschrieben habt, Frauen dürften jetzt in Fußballstadien, wurden Menschen öffentlich (!) hingerichtet. 3/

Und während ihr die Fake News groß gemacht habt, dass die Sittenpolizei abgeschafft worden ist, wurde mit #MohsenShekari der erste Protestierende hingerichtet.

Es kann nicht zu viel verlangt sein mit einer journalistischen Ausbildung sich zu fragen: Warum setzt ein Regime, in dem es keine unabhängige Presse gibt und keine Pressefreiheit gerade jetzt gerade diese Meldung? Holt euch doch Expert*innen, die sich seit Jahren intensiv mit der Islamischen Republik beschäftigen, in die Redaktionen. 4/

Lasst euch Workshops geben, bildet euch fort. So wie wir mittlerweile russische Propaganda besser erkennen, muss es auch bei iranischer Propaganda funktionieren. Sonst spielen wir diesem Regime in die Karten und tun ihm einen großen Gefallen - und das kann nicht Anspruch freier Presse sein. 5/5