Ansonsten habe ich heute viele Dinge, die mich aufregen.

Geldmittel für FSJ sollen gekürzt werden. Das ist uncool, weil doof für Junge Menschen, die eigentlich Mindestlohn bekommen sollten und doof für soziale Einrichtungen, die nicht mehr Geld haben, als jemand im FSJ zu bezahlen.

Dann finde ich sollten wir uns nochmal das mit dem Bafoeg anschauen.
In diesem Haushaltsjahr werden 1,8 Milliarden veranschlagt.
Im nächste Haushaltsjahr 1,4 Milliarden.

Ohne eine Änderung des Rechtsanspruchs, wird aber weiterhin jede:r Berechtigte die volle Leistung erhalten.

Warum man dann hier kürzt? I have no idea. Zahlen schönen oder so.

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/studierendenwerk-bafoeg-kuerzung-haushalt-100.html

Dazu muss man sagen, dass das Bafoeg aber auch vorne und hinten nicht mehr reicht.

Geplante Kürzungen beim Bafög: Wird das Studium zum Luxus?

Angesichts geplanter Bafög-Kürzungen, hat das Studierendenwerk Alarm geschlagen. Vorstandsvorsitzender Anbuhl warnte, ärmere Familien könnte sich so ein Studium nicht mehr leisten.

Wirtschaft

Und dann sollten wir auch mal festhalten, dass kaum noch jemand Bafoeg bekommt.

Bafoeg erhalten nämlich nur 11% aller Studierenden (und noch'n paar Schüler:innen). Die Bedingungen Bafoeg zu beziehen sind mittlerweile ziemlich hoch angesetzt.

https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/elf-prozent-der-studierenden-beziehen-bafoeg-5250
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/08/PD22_342_214.html

Und der absolute Joke ist, das Bafoeg, deswegen so cool war, weil die Studis die Hälfte von dem Geld wieder zurückzahlen müssen. Der Staat gibt zur Hälfte nen Kredit. Selbst das ist noch zu sozial für manche

Elf Prozent der Studierenden beziehen Bafög

Zehn Jahre lang war die Zahl der Bafög-Geförderten gesunken. Nun erhalten erstmals wieder mehr Studierende Bafög. Die Förderquote bleibt aber gering.

Und dann setzen wir das noch in Bezug zu den Hochschulzugangsberechtigten, damit wir sehen, dass jetzt was komplett schief läuft:

Abitur: 34,4%
Mittlere Reife: 43,5%
Hauptschulabschluss/ Quali: 15,9%
Keinen Abschluss: 6,2% (sind die Förderschüler:innen, die können den Hauptschulabschluss gar nicht machen)

Von den Menschen mit Abitur fangen ca. über die Hälfte ein Studium an.

Da macht man Abitur und geht dann in die Ausbildung. Was ein verrückter Markt?!

Ich finde anhand der Zahlen, kann man wunderschön die 25% der abgehängten Schüler:innen sehen.
Es ist eigentlich total verrückt, dass Hauptschüler:innen überhaupt noch Ausbildungsplätze finden.

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/schulabschluss-mehr-abiturienten-100.html
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72005/umfrage/entwicklung-der-studienanfaengerquote/

Und was machen die ganzen Abiturient:innen aus der Arbeiterklassen, wenn sie keine Ausbildung finden?

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-04/berufsausbildung-lehrstelle-unternehmen-lehrlinge

Trend zur Hochschulreife: Immer mehr Schüler machen Abitur

Die Zahl der Jugendlichen, die ihre Schulzeit mit dem Abitur abschließen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zugleich sinkt die Zahl der zulassungsbeschränkten Studiengänge an deutschen Hochschulen.

tagesschau.de

@bookstardust

ich hab mich entschlossen, Abitur zu machen nachdem ich mit 2er Realschulabschluss keinen Ausbildungsplatz bekommen hab

und das ist 20 Jahre her

@rationalgarde heute würdest du den Ausbildungsplatz maybe auch nicht mit Abitur finden (oder nach sehr langer Suche oder so)
Ich hab noch nicht nachrecherchiert wer denn jetzt die ganzen Ausbildungsplätze bekommt und nach welchen Kriterien, die Betriebe auswählen.

Ich weiß das Krankenpfleger/in, Sanitäter/in komplett nur an Abiturient:innen gehen, die eigentlich gerne Medizin studieren würden.