Beim ersten AfD-Landrat war der Aufschrei noch groß. Beim ersten AfD-Bürgermeister ne Woche später wird es schon leiser.
Und das ist mit das Gefährlichste an diesem braunen Gift. Dass die Gewöhnung selbst bei jenen eintritt, die gar nicht selbst davon nehmen.

Dass das Schulterzucken mit jedem Mal größer und das Interesse und die Empörung kleiner werden.

Dass der Protest leiser wird. Denn: Was sollen wir da schon tun?

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https://www.tagesschau.de/inland/regional/sachsenanhalt/mdr-stichwahl-in-raguhn-jessnitz-100.html

AfD-Kandidat Loth wird Bürgermeister in Raguhn-Jeßnitz

Die AfD stellt erstmals in Deutschland einen hauptamtlichen Bürgermeister. In Raguhn-Jeßnitz ist der AfD-Politiker Loth zum neuen Bürgermeister gewählt worden. Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den parteilosen Naumann durch.

tagesschau.de
Das größte Problem ist: Die Mahner:innen, die sich schon seit so langer Zeit den Mund fusselig reden, werden langsam müde. Die Faschisten werden nicht müde. Sie werden nicht müde, weil sie gar nicht kämpfen müssen. Sie haben sich ihre Gemeinschaft gewählt. Sie bestärken sich gegenseitig. Sie wissen um den Faktor Zeit. Sie erlauben sich einen Tabubruch nach dem anderen und grinsen.
Denn was soll schon passieren? Die Empörung interessiert sie nicht. Sie hat keine echten Konsequenzen.
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Die demokratischen Strukturen lassen sich für die eigenen Zwecke nutzen. Sie müssen nur unterwandert und mit eigenen Leuten besetzt werden - was an zahllosen Stellen passiert. Belege dafür gibt es hinreichend.

Und jetzt? Können wir wirklich nur zuschauen?

Und genau hier müssen diejenigen ihre Kräfte bündeln, die dem weiterhin entgegenstehen. Denn es gibt sie, die Menschen, die vor Ort dagegenhalten. Und die benötigen gerade jede Unterstützung, die sie bekommen können.

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Katharina König-Preuss (hier unter @katharinakoenig ) hat auf ihrem insta-Account einige Projekte zusammengestellt: Wie z.B. "Brücken bauen e.V.", das Kulturkollektiv Götheschule, Miteinander e.V. in Neuhaus und Sonneberg, "Zur Alten Mühle Selsendorf 2014 e.V." - sie alle können Unterstützung gebrauchen.

Aber es gibt noch mehr Menschen, die Unterstützung benötigen. Nämlich Politiker:innen vor Ort, die versuchen, sich dem entgegenzustellen. 4/x

Und andere Politiker:innen brauchen möglicherweise eine kleine Erinnerung daran, sich deutlich und eindeutig zu positionieren.

Auch um dem Rechtsruck in den eigenen Parteien zu begegnen. Siehe den aktuellen Beschluss von CDU/CSU mit ihrer "Agenda für Deutschland", die sich natürlich nur rein zufällig AfD abkürzt.

Dem gilt es zu begegnen. Und da sind die Wähler:innen genau dieser Parteien gefragt.

Alle anderen natürlich auch gerne.

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https://www.deutschlandfunk.de/cdu-und-csu-beschliessen-agenda-fuer-deutschland-100.html

Sofortprogramm - CDU und CSU beschließen "Agenda für Deutschland"

Der CDU-Vorsitzende Merz und CSU-Chef Söder haben in München ein Zehn-Punkte-Programm mit einer "Agenda für Deutschland" vorgestellt.

Die Nachrichten

P.S. Dass es etwas bringt, sich zur Wehr zu setzen, zeigt gerade die Stadt Halle. An dieser Stelle sei allen hier Mitlesenden herzlich die Podcastreihe "Extrem rechts – Der Hass-Händler und der Staat" empfohlen.

Wir sind nicht machtlos. Wir müssen nur was tun.

https://www.ardaudiothek.de/sendung/extrem-rechts-der-hass-haendler-und-der-staat/12693367/

Extrem rechts – Der Hass-Händler und der Staat

Seit Jahren verbreitet der Rechtsextremist Sven Liebich Hetze: online und auf der Straße. Er hat aus dem Hass ein Geschäftsmodell gemacht. Immer wieder macht er Menschen zur Zielscheibe. Doch auf hunderte Ermittlungsverfahren folgen nur wenige Urteile. Die Betroffenen verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat. Tun die zuständigen Behörden genug? Kann es sein, dass der Rechtsstaat im Fall dieses Rechtsextremisten an seine Grenzen stößt? Danach fragt “Extrem rechts - Der Hass-Händler und der Staat”. Ein ARD-Podcast von MDR und rbb.

ARD Audiothek

@dieanachronistin

Jeder Ort braucht einen Georg-Elser-Platz, um die Menschen daran zu erinnern, dass jeder einzelne handeln kann.

@laemmerbiss Es gab Menschen, die schon vor Georg Elser gearbeitet haben und denen mindestens ebensolche Anerkennung gebührt. Die Fokussierung auf einzelne "Helden" ist eine Verkürzung und Unsichtbarmachung des Kampfes und des Widerstandes. Auch des jüdischen Widerstandes im Übrigen.

Das soll nicht heißen, dass es kein Gedenken an Georg Elser geben sollte. Aber Einzelheldenverehrung greift halt zu kurz.