Also die meisten Leute scheinen #H5N1 n bisschen vergessen zu haben. Aber evtl ändert sich das ja jetzt mit den ganzen toten #Katzen.
Deswegen hier zwei ältere Artikel über #Grippe, die ein bisschen Perspektive vermitteln sollen

Erstmal der Überblick, warum H5N1 überhaupt ein Problem ist. Kurz gesagt ist das Virus historisch extrem tödlich, hat sich nun weltweit verbreitet und infiziert sehr leicht Säugetiere.
Die Katzen sind nur das neueste Beispiel.
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https://scilogs.spektrum.de/fischblog/warum-h5n1-vogelgrippe-gefaehrlich/

Wie gefährlich ist die H5N1-Vogelgrippe wirklich?

Auf einmal droht eine neue Pandemie, heißt es. Doch warum ist die Vogelgrippe auf einmal so gefährlich? Ein Überblick über H5N1.

Fischblog

Das große Rätsel bei #H5N1 ist eigentlich eher, warum das alles so Krümelkackerei bleibt.
Das sieht zwar total gefährlich aus, aber das halt schon lang. Es gab über Jahre keine bessere Anpassung an den Menschen, und auch jetzt, während der krassen globalen Ausbreitung, ist die Zahl betroffener Säugetiere relativ klein.

Eine mögliche Erklärung ist, dass H5-Viren irgendeine für eine menschliche #Pandemie nötige Eigenschaft nicht haben. Und auch nicht entwickeln können.
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https://scilogs.spektrum.de/fischblog/h3n8-was-macht-eine-vogelgrippe-zur-pandemie-gefahr/

H3N8: Was macht eine Vogelgrippe zur Pandemie-Gefahr? » Fischblog

Wie gefährlich ist die neue H3N8-Vogelgrippe aus China? Womöglich ist dieses Virus besonders Pandemie-tauglich - und H5N1 dafür überschätzt.

Fischblog
@Fischblog
Ohne jetzt die Artikel schon gelesen zu haben, gibt es eine Sache, die ich anmerken muss: bei der Verbreitung von Viren haben wir ein Problem mit der Empirie. Bei Wildtieren wird ein Virus festgestellt, wenn sie verenden und man sie zur Untersuchung nur aufklauben muss. Anderweitige Untersuchungen gestalten sich schwierig, weil man ein Reh nicht eben ins Gesundheitsamt einbestellen kann.
Beim Menschen könnte man eine gezielte Beprobung vornehmen, aber das wird nicht gemacht. Stattdessen setzt man auf Beifang bei anderen Untersuchungen (Sentinel-Programm) oder hat (bis April 21) einfach Diagnosen von Ärzten ohne Labor geglaubt. Oder schlamperte Tests nach 'wer will noch mal, wer hat noch nicht' durchgeführt.
Man könnte wenigstens beim Menschen so beproben, dass valide Daten über Grundgesamtheiten herauskommen. Es scheint politischer Wille zu sein, das nicht zu machen.
@wauz Also ich versteh das richtig? Du willst bevölkerungsweit regelmäßig anlasslos ne komplette Virenserologie im Blut machen?
@Fischblog
Nein, das verstehst du falsch. Davon habe ich auch nichts geschrieben. Eine Vollerhebung wäre organisatorisch wie finanziell nicht zu stemmen und vor allem ist so etwas unnötig.
Um valide Aussagen zu bekommen, reichen Stichproben.
Wenn man es richtig macht.
Das anzuwendende Verfahren heißt 'konstruiert repräsentative Stichprobennahme' und ist allgemein bekannt unter dem Namen Mikrozensus. Damit erspart man sich Vollerhebungen bei Verwaltungsdaten. Da reichen 5000 Probanden aus, um klare Antworten zu bekommen.
Ich vermute mal, dass man ein paar mehr Probanden braucht, wenn man einen Virenscan macht, aber das wäre alles machbar.
Tatsächlich ist aber das (ansonsten) Anlasslose wichtig für den Erkenntnisgewinn. Auf die Weise bekommt man mit, ob es so etwas wie 'symptomlose Infektionen' überhaupt gibt, oder ob das nur Messartefakt durch falsch-positive Tests war.
@wauz Die Frage ist ein bisschen, wer es macht, wie oft und warum. Für dass öffentliche Gesundheitssystem ist kontinuierliche Erfassungen auf dem Detaillevel bei ILI nicht recht sinnvoll im Hinblick auf Ressourcennutzung. Für ein Forschungsprojekt ist halt der Finanzierungsrahmen und damit die Laufzeit das Problem. Das machst du einmal, und ne Momentaufnahme hilft dir nicht weiter. Da scheint mir das Sentinel-System tatsächlich die beste Lösung zu sein, das ist immerhin langfristig konsistent.
@Fischblog
Das ist Grundlagenforschung und hat mit öffentlichem Gesundheitssystem nichts zu tun. Und das Sentinel-System hat systematische Macken. Abgesehen davon, finde ich es geradezu dreist, dass du mit deinem Nicht-Wissen im Bereich empirischer Methoden es überhaupt wagst, da noch diskutieren zu wollen.
@wauz @Fischblog wie unfreundlich …🙄
@CoSiMa
Ja. Ab und an schwillt mir auch mal die Leber. Man kann sowas auch als Frage formulieren, dann verdient es ein Antwort.
In den Vorposts habe ich schon erwähnt, dass Verwaltungsdaten nicht als wissenschaftliche Grundlage taugen, weil schon die Erhebung selektiv ist. Das trifft auch auf das Sentinel-Programm zu.
Man hat es völlig verpatzt, von 2020 bis 2023 valide Daten zu erheben. Den Fehler kann man nicht wieder gut machen, aber für die Zukunft vermeiden.
Das Sars2-Virus wurde Anfang 2020 gefunden, weil man gezielt gesucht hat. Und solche Suchen muss man regelmäßig machen. Bei einer Stichproben-Erhebung wird es auch eine Weile dauern, bis man ein neues Virus erfasst, aber dann bleibt trotzdem noch Zeit, es zu erforschen. Man weiß aus der Influenza-Impfstoff-Forschung, dass es zwei bis drei Jahre dauert, bis ein Virus massenhaft auftritt.
Es war und ist reine Fahrlässigkeit, dass man nur nach Influenza-Viren gesucht hat.
Zahlen von vor 2020 zeigen, dass es pro Jahr immer um 1k Tote mit "unspezifischer Lungenentzündung" gab. Das Verhältnis zu laborbestätigten Influenza-Toten schwankte immer zwischen 1:1 und 1:2.
Sentinel und der ganze Rest hat da nichts genützt.
Wie oft macht man so ein Screening? Da die ganzen respiratorischen Viren saisonal aufzutreten scheinen, denke ich, 4x/Jahr. Dann sehen wir auch, ob die Grippe wirklich im Sommer in Huber sein Almstadel versteckt bleibt.
Wie lange man das so macht, ist eine andere Frage. Man muss erst mal damit anfangen.