Warum Verteilung weitaus weniger mit Großzügigkeit zu tun hat, als wir denken🧵

Viele Sozialexperimente fragen, ob Menschen fremden Leuten Geld abgeben. Das tun sie, im Schnitt 3 von 10€ Fast niemand gibt nix.
Aber Großzügigkeit ist wackelig, anfällig für einfachste Ausreden & häufiges Nachfragen.

Hilfreich vor allem für Katastrophen, Notfälle & Familien

Auch Kinder geben ungern einfach so von ihrem Keks ab. Aber das heißt nicht, dass ihnen andere Kinder egal sind. Ihre Lieblingsvariante ist die, in der alle einen Keks kriegen. Dafür riskieren sie sogar Zusammenarbeit.

(anstatt lachend mit ihrem eigenen Keks davonzurennen)

Wir sind sozial, lange bevor wir großzügig sind.

Menschen haben wahrscheinlich da gelernt zu teilen, wo es Mehrwert bringt: Wir teilen Jagd und ihre Ausbeute; Kinderversorgung, Risiken und das Geheimnis des Feuers. Am Ende stehen wir zusammen mit einer Zivilisation da, statt allein mit 3 Wurzelknollen.

Besonders Wissen wird immer mehr, wenn man es teilt.

Menschenkinder können, im Vergleich zu denen unserer nächsten Verwandten, anfangs nicht besser mit Werkzeugen oder Logik umgehen. Was sie aber richtig gut können, ist Zusammenarbeit koordinieren.
Einer unserer größten evolutionären Durchbrüche ist die Erkenntnis, dass Zusammenarbeit nur dann funktioniert, wenn alle davon profitieren.
Merke: Was Zusammenarbeit fair macht ist, dass unser Gegenüber die Möglichkeit hat, sonst ~ nicht~ mehr mit uns zusammenzuarbeiten.
Sozial heißt nicht nett. Kooperative Spezies haben üblicherweise ein gutes Gespür dafür, wenn jemand anderes mehr kriegt.
Was passiert, wenn wir weiterarbeiten müssen, selbst wenn wir die Bedingungen unfair finden, zeigt z.B. die Bridgestone Reifenfabrik: Je mehr Zugeständnisse verlangt wurden, desto defekter die Reifen. https://www.journals.uchicago.edu/doi/10.1086/381479

Fragt man in 40 Ländern, wie groß der Gehaltsunterschied zwischen CEO und ungelernten Arbeitskräften sein darf, variieren die Antworten zwischen dem Doppelten (Dänemark) und dem 20-Fachen (Taiwan). Aber überall liegt der tatsächliche Unterschied weit drüber

https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1745691614549773