Die Zeitgeschichte hat sich jüngst vermehrt mit Bildern und Klängen befasst, kaum aber mit Gerüchen. Anhand des sog. Katzendreckgestanks zwischen Bundesrepublik, ČSSR und DDR lässt sich zeigen, wie Geruchskonflikte diplomatische Komplikationen verursachen konnten. VfZ-Aufsatz bis 30.6.2023 im free access: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/vfzg-2023-0016/html #VfZ #Geruchsgeschichte #HistodonsDE #HistorikerInnen #Sinnesgeschichte #Zeitgeschichte #SmellStudies Abb.: ©BArch
Die Katzendreckgestank-Affäre

Hat sich die Zeitgeschichte im Zuge des sensory turn jüngst vermehrt mit Bildern und Klängen befasst, spielen Gerüche bislang eine untergeordnete Rolle. Im Zusammenhang mit Immissionen aus Industrie und Landwirtschaft führten aber gerade üble Gerüche immer wieder zu politischen Konflikten. Anhand des sogenannten Katzendreckgestanks, der in den 1970er Jahren erstmals aktenkundig wurde, lässt sich nachvollziehen, wie Geruchskonflikte grenzüberschreitende Komplikationen verursachen konnten. Mehr als zehn Jahre lang belastete diese Affäre die Beziehungen zwischen der ČSSR, der Bundesrepublik und der DDR. Bodo Mrozek und Doubravka Olšáková analysieren, wie Gerüche technisch vermessen, vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs politisiert und schließlich in internationalen Kooperationen im Zeichen der Détente praktisch bekämpft wurden.

De Gruyter