Kennt ihr eigentlich Helena Kuchar, genannt Jelka?

Sie war slowenische Magd im südlichsten Teil Österreichs und während des Zweiten Weltkriegs antifaschistische Partisanin in Kärnten (slow. Koroška). #Thread 🧵 #Widerstandsgeschichte

Jelka wurde 1906 in Leppen (slow. Lepena) geboren. Sie, selbst arm, heiratete 1929 Peter Kuchar, den Sohn reicher Bauern, der mit der Sozialdemokratie sympathisierte. Ohne selbst viel Geld zu haben, hielten sie sich mit Landwirtschaft und Gelegenheitsarbeiten über Wasser.

Ihre anfänglich positive Meinung über die Nationalsozialisten schwand, als Jelka Diskriminierung der slowenischen Bevölkerung und Vertreibungen erlebte.

Über ihren Bruder Miha Haderlap, auf dessen Hof sie 1943 zog, fand Jelka Anschluss an die Partisanen.

Sie organisierte die Versorgung der Partisanen, gewährte ihnen Unterschlupf und brachte als Kurierin Nachrichten zu den Gruppen in der Gegend. Im Oktober 1944 musste sie vor den Nazis ins Savinja-Tal flüchten, das von einer slowenischen antifaschistischen Armee kontrolliert wurde (siehe Karte).

Diese Partisanenarmee, die sozialistisch geprägte Osvobodilna Fronta (dt. "Befreiungsfront"), ermöglichte Jelka politische Schulung und den Beitritt zur Kommunistischen Partei.

Als die Nazis das Tal angriffen, floh Jelka zurück nach Kärnten und unterstützte wieder Partisanen.

Im Februar 1945 wurde sie nach einem Feuergefecht zwischen Partisanen und der Polizei festgenommen und in Haft schwer misshandelt.

Eigentlich sollte sie zur Zwangsarbeit eingesetzt werden, kam aber durch eine Falschaussage ihrer Tochter Zofi frei und konnte zurückkehren.

Auch nach Ende des Krieges blieb sie der Gewalt von Faschisten ausgesetzt, musste beispielsweise ins nahe Eisenkappel (slow. Železna Kapla-Bela) flüchten. Trotzdem blieb sie bei der Osvobodilna Fronta aktiv, wurde 1947 zur Vorsitzenden der Antifaschistischen Frauenfront gewählt.

Jelkas Familie hatte unter den Nazis gelitten. Ihre Schwestern Malka Blais-Tatjana und Dragica sowie ihre Schwägerin hatten Konzentrationslager überlebt, aber eine weitere Schwester, Katrca, und ihre Nichte Mici waren in Lagern umgekommen. Ihr Mann Peter war 1940 zur Wehrmacht eingezogen worden und kehrte erst nach Kriegsende aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Später bekam Jelka vom Staat das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs verliehen. Sie schrieb das Buch "Jelka. Aus dem Leben einer Kärntner Partisanin", das 1984 erschienen ist.

Ein Jahr später starb Helena Kuchar, genannt Jelka.

Sie erzählte ihre Geschichte unter anderem der Band Schmetterlinge, woraufhin das Lied "Drei rote Pfiffe" entstand. Der Song wird heute noch in politischen Kontexten gecovert und gesungen.
https://www.youtube.com/watch?v=aFQDNFHlfgU

Schmetterlinge - Drei Rote Pfiffe

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@impfpraesident
Im Kreis ihrer Kinder, die alte Frau, zeigt mit erhobener Hand
Auf die Wälder, die dunklen, weit über der Drau, jetzt zeig' ich euch euer Land, jetzt zeig' ich euch euer Land... 🎵
@impfpraesident Tolles Lied und tolle Melodie :D