Es gibt so Kindheitserinnerungen, die den meisten heute wie Phantasie vorkommen. Beispiel: An Sommerabenden Federball mitten auf der Straße spielen. Ohne sein Leben zu riskieren oder aggressiv angehupt zu werden.

Das fällt mir manchmal ein, wenn wieder mal so ein ewig Gestriger darüber jammert, dass die Kinder heute "dauernd im Haus sitzen".

Auf den heutigen Straßen würde ich als Kind auch nicht spielen wollen.

@dozykraut Federball spielen wär hier noch nicht mal in der verkehrsberuhigten Straße mit eigentlich Schrittgeschwindigkeit möglich.
@Hilde Ist hier auch so. Ich wohne in der Altstadt an einer verkehrsberuhigten Einbahnstraße. Nicht nur wird dauernd viel zu schnell gefahren, sondern mehrmals die Woche brettert irgendwer auch gegen die Einbahnstraße. Meistens abreisende Gäste aus dem naheliegenden Luxushotel.
@Hilde Hier noch nicht mal in den "Spielstraßen".
@dozykraut
@dozykraut es hat schon auch geholfen, dass es nur eine Handvoll TV-Programme, die erhebliche Zeit auch nur ein Testbild gesendet haben, keinen eigenen Computer (jedenfalls bei mir nicht) und kein Smartphone (ja gar kein Mobiltelefon) oder Internet gab.
#früherwarallesbesser 😉 #nostalgie
@dozykraut ahh, ich hab als kleiner junge fussball gespielt auf der strasse, das einzige wo man da aufpassen musste, war das der ball nicht in einem bestimmten garten reingeschossen wurde, der wurde dann nämlich von einem mensch in manngestalt eingesackt und war nimmer gesehen, also der ball.
Hab auch öfters mit kurgäste, die man erst kurz kannte ausflüge an den steindamm gemacht. Einfach morgens hin und abends kam man ausgehungert nach haus lol
@dozykraut also ich hab bisher noch nie gesehen, das kinder auf der strasse fussball spielen, nicht mal ein bolzplatz gibts hier in der stadt.
Na und verjehrberuhigt, das ist für meisten ein fremdwort. Über parkendene autos, die über halben meter in den gehweg parken, darüber rege ich mich nicht mehr auf. Die autolobby ist zu mächtig in deu und das ist jeden tag spürbar. Die strasse frei gemacht von schnee, der gehweg, nur zu hälfte, wenn überhaupt ....
@gse
Doch, darüber rege ich mich auf. Und ich bin zunehmend weniger bereit, es hinzunehmen. @dozykraut
@dozykraut
Auf solche Erinnerungen kann ich nicht zurückgreifen. Als Kind aus dem Ruhrpott kannte ich solche Idyllen nicht. Die „gute alte Zeit“ war selten gut!
Zu meinen Erinnerungen gehören auch:
Abendrot durch Hochofenabstich, Badeverbot in der Emscher, Bleivergiftung u.a. durch Farben auf Spielzeug, Stockhiebe durch Lehrer, Lärm und Russ, wenn die Dampflock gegenüber über den Bahndamm polterte, körperliche Züchtigung in Erziehung und Lehre, mit 14 an die Werkbank u.V.m.
@WirWolfgang Tja, leider auch wahr. Ein Teil meiner Verwandtschaft väterlicherseits wohnte in ner Zechensiedlung bei Werne. Und das mit den Prügeln gabs in unserer Grundschule auch noch. Klassenlehrer 3. Klasse benutzte mit Vorliebe seinen Geigenbogen.
@dozykraut Federball spielen. Dafür wir mussten nicht auf die Straße. Da war eine Wiese vor dem Haus. So was wie ein Trockenplatz.
Aber weil Kinder auch früher schon Lärm beim spielen machen, wurden dann irgendwann Sträucher gepflanzt. Rumbebbeln - oh Ärger, das ging gar nicht. Durften wir dann ausnahmsweise auf dem Schulsportplatz.. Inzwischen sind im Wohngebiet alle groß geworden, die Sträucher und die Kinder. Auf der verstrauchten Wiese hoppeln Abends Stadthasen rum, und es ist schön ruhig geworden. Ab und zu kommen mal die Enkel zu Besuch ......
@dozykraut früher mussten wir genau einen Nachbarn fragen ob er sein Auto in die Garage stellen kann und wir hatten die komplette Straße zum Fußball spielen inkl. Kleiner Tore die wir richtig aufgestellt haben. Heutzutage selbst in der durchfahrtsbeschränkten, kleinen Anliegersiedlung absolut nicht mehr möglich, da jeder freie Zentimeter zugeparkt ist.
@dozykraut uhhhhhh Flashback! In der Bernauerstrasse im Wedding jede Art von Ball gegen die Berliner Mauer gespielt. Von der anderen Seite wurde rübergerufen wir sollen Tante Berta in der Ackerstrasse grüßen…wir waren klein und habens geliebt…und konnten es hören weil kaum Autos unterwegs
@dozykraut
Für die Landbewohner ist der Freiraum auch viel enger geworden
Felder reichen randlos an den Wald heran, Trampelpfade und Schleichwege sind unpassierbar gemacht worden
Grundstücke, Bäche und Teiche eingezäunt
Überwachungskameras, da kommt dann der Bauer mit dem Handy und fragt was wir auf seinem Platz wollen
Auf Fußballfeldern auch Schilder "Privatplatz, Betreten nur mit Genehmigung von Sportverein xyz"
@dozykraut zumindest haben wir noch die offiziellen Feld-Wald-Wanderwege und Picknickplätze zur freien Benutzung und ich bin sehr froh darüber wie ich wenigstens da noch meine Wanderungen mit Entspannungsstunden machen kann
@dozykraut Nunja, es gab in den siebziger Jahren deutlich weniger Autos, so dass in eher wenig befahrenen Wohngebieten so etwas möglich war. Das haben wir früher auch gemacht. Aber das könnten wir auch heute noch vor unserer Haustür machen. Kommt halt schon ein bisschen darauf an, wo man wohnt.

@dozykraut +9001%

Hinzu kommt dass alles onzwischen so zugeparkt wird dass man nirgendwo spielen kann...

Und die paar Ecken wo dies machmar wäre - Wiese oder Garagenhof - ist's explizit durch die Hausverwaltung verboten!