Wenn ich Vorträge vorbereite und der Frage nachgehe, wieso es die modernen Väter derzeit immer noch v.a. als Idee aber nicht als breite Realität gibt, kommt früher oder später das Argument: Weil den meisten Männern die Vorbilder fehlen.
Ich frage mich dann immer: Ist Mutter- und Vaterschaft etwas fundamental anderes? Was spricht dagegen, dass man sich als Vater an Müttern orientiert?

@dasnuf Das Moment von "aus einer vorgegebenen Historie ausbrechen" lässt sich mit Mutterschaft als Vorbild schwer abdecken. Auch das Verlernen von Bildern produziert Einsamkeit, und die Leerstelle ist eben oft "Warum hat mein Vater nicht X".

Man kann sich natürlich völlig distanzieren davon, aber sofern man sich eben auch als cis Male Vater bewusst definiert, ist ein gewisser irreduzibler Rest da. Für mich jedenfalls war die Vorbild-Frage nicht so easy.

@dasnuf

Das ist vollkommen richtig.

Aber auf der anderen Seite heben wir uns selbst auch gegenseitig an und sind uns "Halt" in der neuen Welt.

Auch weil wir keinen Bock auf die alten Rollenbilder haben. In meiner Generation ist es noch 50:50 vom Gefühl her, bei Männern die 5 Jahre jünger sind, wird es schon mehr.

Steter Tropfen. Als meine Tochter vor 7 Jahren geboren wurde, war ich größerer Exot als jetzt. Ist doch auch Mal schön. ☺️

@dasnuf vielleicht gibt das auch ein paar hintergründe dazu https://taz.de/Maennlichkeit-Krieg-und-ganz-viel-Liebe/!5901636/
Männlichkeit, Krieg und ganz viel Liebe: They Hate The Love

Kim de l'Horizon wurde für das „Blutbuch“, das Sprache und Geschlecht seziert, mit Preisen geehrt. Und widmet sich an dieser Stelle den Männern.

@dasnuf Nee, ich glaube nicht, dass Mutter- und Vaterschaft fundamental anders sind. Ich schätze, dass die Interpretation was Mutter- und was Vaterschaft bedeutet für zwei beliebige Väter viel größer ist als innerhalb von Personen in der gleichen Familie. Ich habe mich als Vorbild bei meinem Vater UND bei meiner Mutter bedient. Die Anteile von meiner Mutter in Hinsicht auf meine Kinder sind aber viel größer weil meine Mutter immer da war, mein Vater eher selten.
@dasnuf Die Vorbilder fehlen nicht, sie sind leider als schlechte Version überrepräsentiert.
@dasnuf
Frauen können von Männern lernen.
Männer können aber schwer von Frauen lernen, weil das gegen ihre wichtigste Anforderung verstößt: „Ein Mann darf nicht weiblich sein.“
@dasnuf Nichts. Ich habe es getan.
@dasnuf würde sagen: Die Bequemlichkeit spricht dagegen. Sonst nix.
@dasnuf
Ich Stelle immer wieder in gesprächen mit Freunden und Kollegen fest, dass viele Väter da gar nicht drüber nach denken sondern es so machen, wie sie es von zu Hause kennen.
Ich freue mich daher immer, wenn ich es schaffe sie zu überzeugen die Elternzeit 50\50 aufzuteilen. Denn das ist glaube ich ein erster wichtiger Schritt um Care Arbeit als Arbeit zu verstehen, die geteilt werden kann und muss.
@dasnuf Sozialisation ist schon ein ziemlich mächtiges Ding und Rollenbilder werden von allen Seiten bewusst und unbewusst immer wieder reproduziert. „Anders machen“ muss man wollen und diesen Willen spreche ich vielen ab…