Die nächste eidg. #Volksabstimmung findet erst am 18.6.23 statt, das sind 266 Tage nach dem letzten Urnengang. Einen derart langen Abstand zwischen zwei Abstimmungsterminen gab es letztmals vor über 40 Jahren (1980: 273 Tage, 1974: 322 Tage).
Für alle, die das Hin und Her eines #Abstimmungskampf.s vermissen, beleuchten wir in einer losen Beitragsserie einige beliebte #Kampagnenschlagwort.e aus der 🇨🇭Abstimmungsgeschichte. Die (natürlich höchst unvollständige!) Quelle: Volltextsuche auf http://swissvotes.ch mit diversen Dokumenten zu allen Abstimmungen seit 1848:
- Abstimmungsbüchlein (ab 1977)
- Publikationen der Pro-&Kontra-Kampagnen (ab 1972)
- Parl.-Debatten
- BR-Botschaften
- Vox-Analysen (ab 1977)
- Swissvotes-Beschreibungen
Startseite

Erst 2004 wurde zum ersten Mal vor einem «#Bschiss» gewarnt. Seither wurden 🔟 Abstimmungsvorlagen mit diesem #Kampagnenschlagwort bekämpft - meistens von linker Seite.
Bisher   -mal musste - oder durfte - die Nationalwurst #Cervelat als #Kampagnenschlagwort herhalten.
Erstmals war dies schon 1921 der Fall, zuletzt beim Tabakwerbeverbot 2022: https://swissvotes.ch/vote/652.00
Initiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung»

Schon seit 1907 ist vor Volksabstimmungen immer mal wieder von «#Schmarotzer.innen» die Rede - bis heute bei insgesamt    Vorlagen. Die meisten dieser Vorlagen betrafen Fragen der Sozialpolitik, so zum Beispiel eine gescheiterte Reform der Arbeitslosenversicherung 1997: https://swissvotes.ch/vote/437
Finanzierung der Arbeitslosenversicherung

Die «#Büezer.innen» (früher noch Büetzer) traten 1922 erstmals in einem Abstimmungskampf in Erscheinung, blieben aber bis zur Jahrtausendwende ein sehr seltenes Phänomen. Seit 20 Jahren werden sie populärer und kommen bis heute schon auf    Auftritte - etwa beim gescheiterten AHV-Reformanlauf 2017: https://swissvotes.ch/vote/615
Reform der Altersvorsorge 2020

Schon bei   Abstimmungsvorlagen wurde im Vorfeld über «#Pflästerlipolitik» geschimpft - dabei kam der Begriff erst in den 1970er Jahren als #Kampagnenschlagwort in Gebrauch.
Besonders gern wird er bei Gesundheits-, Verkehrs- und Energievorlagen bemüht, zum Beispiel auf den Plakaten für eine "soziale Krankenversicherung" 1974: https://swissvotes.ch/vote/245.10
Initiative «für eine soziale Krankenversicherung»

Ganz aus der Mode gekommen ist es hingegen, in Abstimmungskämpfen vor «#wohlfeil.en» Lösungen zu warnen. Zwischen 1880 und 2004 kam das Schlagwort   -mal vor, seither bei keiner einzigen Abstimmung mehr.
Hier ein Textauszug von der Völkerbunds-Abstimmung 1920: https://swissvotes.ch/vote/83
Beitritt zum Völkerbund

Ein ziemlicher Dauerbrenner als Abstimmungsschlagwort ist der «#Kantönligeist»: Schon 4️⃣0️⃣ -mal sollten Kantönligeister verscheucht werden, von der Idee einer Bundesbank 1897 über die Steuergerechtigkeitsinitiative 2010 bis zum Covid-Gesetz 2021.
https://swissvotes.ch/vote/553
«Steuergerechtigkeits-Initiative»

Sehr beliebt ist in neueren Abstimmungskämpfen der Begriff der «#Abzockerei». Erstmals ist er 2002 dokumentiert, bei einem Referendum zur Arbeitslosenversicherung (https://swissvotes.ch/vote/492). Total kommt er bisher auf    Auftritte, am prominentesten natürlich im Titel der wuchtig angenommenen Initiative «gegen die Abzockerei» 2013 (https://swissvotes.ch/vote/568)
Arbeitslosenversicherungsgesetz

Hoch im Kurs ist vor Volksabstimmungen auch die Warnung vor allerlei #Scheinlösung.en: In nicht weniger als    Abstimmungskampagnen seit 1947 wurde dieses Schlagwort verwendet - zum Beispiel vor der Zivildienst-Abstimmung 1977 https://swissvotes.ch/vote/277
Einführung eines zivilen Ersatzdienstes

Ebenfalls schon   -mal kam das Schlagwort der «#Salamitaktik» zum Einsatz - und das erst seit 1970, im Schnitt also mehr als einmal pro Jahr.
Ein Beispiel war das (erfolglose) Referendum gegen die 2. Gotthardröhre 2016: https://swissvotes.ch/vote/599
Sanierung Gotthard-Strassentunnel

Gerne wird im Vorfeld von Volksabstimmungen auch vor einer «#Mogelpackung» gewarnt.
Bei der Kleinbauerninitiative 1989 (https://swissvotes.ch/vote/356) tauchte dieses #Kampagnenschlagwort erstmals auf, seither kam es schon in    Abstimmungskämpfen vor.
Kleinbauern-Initiative

Ist bei einer Vorlage das #Fuder überladen, passt sie nicht durchs «Scheunentor der Volksabstimmung»: Während sich die Plakatbildsprache seit der AHV-Abstimmung 1925 deutlich gewandelt hat, scheint das Sprachbild vom Fuder zeitlos. Bisher wurde es    -mal bemüht, zuletzt beim Medienpaket 2022.

https://swissvotes.ch/vote/101

https://swissvotes.ch/vote/654.00?term=fuder#search

Bundesbeschluss betreffend eine AHV/IV

🥉 Wir kommen zu Platz 3 unserer unvollständigen Schlagworte-Hitparade:

1973 kam die #Giesskanne 🫖erstmals vor, seither wurde nicht weniger als      -mal vor dem #Giesskannenprinzip beim Geldausgeben gewarnt - meist bei sozial- und finanzpolitischen Vorlagen.
Ein Beispiel ist die Brotpreisvorlage 1977: https://swissvotes.ch/vote/284

Zolltarifgesetz (Brotpreis)

🥈 Rang 2 der Schlagworte-Hitparade geht an die Rede vom #Scherbenhaufen, der bei einem Nein drohe: Seit seiner ersten Verwendung 1945 hat dieses Schlagwort Dauerkonjunktur, es kam schon vor    Abstimmungen zum Zug. Besonders häufig ist es bei der parlamentarischen Beratung von Referendumsvorlagen zu hören.
🥇 Rang 1 in unserer unvollständigen Hitparade der #Kampagnenschlagworte:
Am allerhäufigsten wird in Abstimmungskampagnen vor #Demagogie gewarnt, und das schon seit 1866, als es um die Niederlassungsfreiheit für Juden ging (https://swissvotes.ch/vote/3). Seither wurde volle    -mal angebliche oder tatsächliche Demagogie angeprangert, d.h. vor fast jeder dritten Volksabstimmung.
2008 traf der Vorwurf zum Beispiel die Gegner:innen der Unternehmenssteuerreform II (https://swissvotes.ch/vote/531).
Gleichstellung der Juden und Naturalisierten mit Bezug auf Niederlassung