Es wäre großer Fortschritt, wenn unter „Technologieoffenheit“ auch verstanden würde, existierende Technologien, mit denen sich Probleme lösen lassen, zu forcieren – vom Fahrrad für klimaneutrale urbane Mobilität über Tempolimitierung via Gaspedal beim Auto bis zu erneuerbaren Energietechniken. Stattdessen wird mit „Technologieoffenheit“ aber die reine Hoffnung auf noch nicht einsatzreife Verfahren instrumentalisiert, um alten Businessmodellen Zeit zu verschaffen – das Gegenteil von Innovation.
@christianschwaegerl "Technologieoffenheit" beschreibt doch eigentlich nur eine fast schon fanatische Ideologie, sich gegen alle Erkenntnisse der Wissenschaft zu stemmen, solange sie nicht ein "Weiter so" und Hochglanz-Konsum versprechen.
@jakob_thoboell Ursprünglich kommt das Konzept glaube ich im Klimakontext aus der Logik des Handels mit (immer weniger) CO2-Zertifikaten. Statt Mikromanagement und Überregulierung zu betreiben, verknappt der Staat einfach die erlaubte Menge, die ausgestoßen werden kann und das führt dazu, dass zuerst “technologieoffen” die CO2-Reduktionen mit den niedrigsten Vermeidungskosten realisiert werden statt teurer politischer Spezialwünsche. So weit, so sinnvoll…
@christianschwaegerl Aber so wird der Begriff doch lange nicht mehr angewendet. Heute ist er ein Euphemismus für die Verweigerung den aktuellen Stand der Wissenschaft anzuerkennen, und stattdessen auf zukünftige technische Lösungen zu hoffen, die ein "weiter so" erlauben.
Die "Offenheit" ist eigentlich genau das Gegenteil: Dogmatisches verweigern gegen Ergebnisoffene Überlegungen und Visionen.
@jakob_thoboell Ich wollte in Erinnerung rufen, wo das Konzept herkommt, aber es wurde leider komplett umprogrammiert.