Finde den Podcast von @nrrtv sehr spannend. Aber in der Folge mit @samelou und @friedemann fällt mir wieder auf, wie unbefriedigend ich oft das Reden über Narrative finde. Auf die Frage, was ein Narrativ sei, heißt es dort:

- etwas, das sich über die Zeit erstreckt
- das Energie hat
- das einen kausalen Zusammenhang beschreibt

Klar, man kann das natürlich so definieren, aber dann umfasst der Begriff so vieles und wird dadurch doch nutzlos?

@larsweisbrod findest du den Begriff denn unklar? Mein takeaway aus der Beschäftigung mit Begriffsbestimmungen in der analytischen Philosophie war eher, dass der Anspruch, definieren zu können nicht so selbstverständlich ist wie man intuitiv denkt.
@jogehrs klar vielleicht lassen sich für „narrativ“ keine notwendigen Bedingungen angeben, die zusammen hinreichend sind, aber ein bisschen was substanzielles müsste man doch sagen können
@larsweisbrod ich meine zu wissen woher dein Unbehagen kommt. Der Begriff wird manchmal so verwendet als hätte er eine besondere explanative Kraft. Wenn damit eigentlich nur gemeint ist, "was Leute sich halt so erzählen" wird dieses mutmaßliche Versprechen nicht eingelöst
@jogehrs vermutlich ist damit meist einfach ein diffuses Gegenteil zu irgendwie „positivistischen“ Aussagen gemeint?
@larsweisbrod oft genutzt um zu kommunizieren, dass dahinter eine manipulative oder zumindest intentionale kommunikative Absicht seht. "Der Kreml verbreitet seit Jahren das Narrativ, dass p"