Woran erkenne ich eine gute #Autismus Diagnostik für Erwachsene? Wie weit ist ein Eigenanteil normal oder eine red flag? Bin gerade etwas überfordert zwischen 2 Jahre Wartezeit oder 350 EUR Eigenanteil eine vernünftige Einschätzung zu bekommen 🫤
@zeitiger Autismus- (und ADHS-) Diagnosen für Erwachsene sind wegen mangelndem Angebot leider notorisch schlecht zu kriegen. Eigenanteil ist da leider normal. Wenn eine gültige Diagnose zur Vorlage bei Arbeitsstelle, GdB-Antrag o.ä. gebraucht wird, solltest du aber auf jeden Fall gucken, ob die Stelle Erwachsene überhaupt offiziell diagnostizieren darf. Manchmal sind es nämlich Kinder- und Jugendfachleute, die Erwachsene nur inoffiziell nebenbei als Zuverdienst machen.
@zeitiger Eine inoffizielle Diagnose kann trotzdem sinnvoll für die persönliche Einordnung sein. Aber für offizielle Stellen nützt sie halt leider nichts - und du weißt halt nie, wann du die evtl. doch mal brauchst. Würde daher tendenziell zu der offiziellen Version mit epischer Wartezeit raten, außer, man kann sich finanziell ggf. die inoffizielle Version zusätzlich leisten.
@curiouscat Danke für die Antwort. Zum Glück habe ich die Diagnostik zu ADHS und Legasthenie damals als Kind schon durchlaufen. Wurde jüngst mal auf den AQ-Test hingewiesen und bin dort mit 35-37 rausgekommen, jetzt will ich wissen ob es das wirklich sein kann, weil es rückblickend vieles erklären würde.
@zeitiger Verständlich! Ich fands vor meiner Erwachsenen-ADHS-Diagnose hilfreich, viele Alltagserfahrungen anderer Leute mit ADHS zu lesen bzw. mich auszutauschen (habe da sooo viel wiedererkannt). Und mir in ADHS-Kontexten nicht-medikamentöse Strategien zu suchen, die mir helfen, damit umzugehen. Glücklicherweise geht das ja beides auch ohne bzw. vor der offiziellen Diagnose.
@curiouscat @zeitiger wenn ich mich hier mal einklinken darf: hast du eine Idee/Tipp den confirmation/Affirmation Bias rauszubekommen? Ich hab da auch so einen leisen Verdacht bei mir. Aber die Alltagserfahrungen anderer wirken auf mich teilweise wie Horoskope. Sachen die „normal“ sind.
@kyriii @curiouscat Verdacht auf was? ADHS und ASS haben ja gewisse Überlappungen und letztlich ist halt eine richtige Diagnostik das einzige was gesichert sagt was davon auf einen zutrifft. 🤷‍♂️
@curiouscat @zeitiger tja. Irgendwie beides. Mal so mal so. Quellen zu finden die was taugen finde ich ja gerade das schwierige
@curiouscat @zeitiger man findet halt super viele Dinge die passen. Aber es sind auch immer Dinge bei denen ich mir denke: passt das nicht auf alle? Ich bin mein eigener Gatekeeper?
@kyriii @curiouscat ich kann aktuell mich eher nur zum ASS äußern, weil ich das andere mich gerade ausgeschlossen habe, und es ist halt ein Spektrum von 5(?) Teilbereichen auf denen man unterschiedlich ausgeprägt sein kann, also nicht passende Sachen sind normal. Der AQ-Test ist halt ein Fingerzeig aber nicht mehr und wenn du halt min 32 Punkte schaffst dann solltest dich um eine Diagnostik bemühen, was ich ja gerade tue 😅
@zeitiger @kyriii Eine offizielle Diagnose sollte natürlich ne Fachperson machen. Aber die Diagnosekriterien und v.a. die Alltagserfahrungen bereits Diagnostizierter sind ja auch kein Geheimnis, so dass man auch selber schon relativ sicher werden kann, wenn man gründlich genug recherchiert, reflektiert und abwägt.
@zeitiger @kyriii Ich hab auch jahrelang immer wieder irgendwelche Onlinetests für ADHS und Autismus gemacht, aber Autismus fühlte sich einfach nie so richtig stimmig an, von den Alltags-Erfahrungsbeschreibungen her. Aber bei ADHS hörte das "aber das bin doch ich!" einfach nicht auf, insbesondere als ich mehr dazu gelesen und mich ausgetauscht habe, wie es sich "von innen" anfühlt. Ein paar Symptome kannst du aber auch bei beidem haben. Oder halt beides haben/sein!
@zeitiger @kyriii Klar sind alle mal vergesslich, unkonzentriert, zappelig oder kriegen es nicht hin, mit Aufgabe XYZ anzufangen oder sie zu beenden. Aber mit ADHS hast du vieles davon halt dauernd oder richtig oft. Und kommst oft nur deshalb klar, weil du mit den Jahren richtig gute Kompensationsstrategien entwickelt hast (was ironischerweise die Diagnose bei Erwachsenen erschwert). Es kostet dich aber alles viel mehr Zeit und/oder Energie als bei neurotypischen Leuten.
@zeitiger @kyriii Mein Tipp wäre daher eher der Austausch mit bereits Diagnostizierten (idealerweise nicht nur eine Person) als der 37. Selbsttest, denn dabei findest du über die Zeit am ehesten raus, in welcher Richtung du vielleicht zuerst gucken solltest.
Hilfreiches Material zum Umgang mit bekannten Problemstellen bei dir kannst du dir ja auch ohne Diagnose suchen, denn niemand verbietet dir, "exekutive Dysfunktion Strategien" o.ä. in eine Suchmaschine einzugeben. :)
@curiouscat Danke für die super ausführliche Nachricht! Ich werde mal eine Suchmaschine bemühen. Was du zur Kompensation schreibst ist wieder so ein "Aha!" Moment der bei mir sofort klingelt. So fühlt es sich halt sehr oft an. Das man nur "nachspielt" was die anderen so machen.

@kyriii Ich fands auch hilfreich, auf Social Media Leuten zu folgen, die zu Neurodivergenz schreiben (auf Twitter wusste ich echt viele, auf Mastodon leider noch nicht). Wie immer macht es auch da Sinn, Infos im Zweifelsfall anderswo zu verifizieren - aber es gibt insbesondere auf Englisch mega viel Material, ob nun Text, Video oder Podcast.

Dani Donovan (Twitter + Comics), HowToADHD (YouTube) und BlackGirlLostKeys (Website) wären für ADHS meine ersten Tipps, die machen aber alles auf Englisch.

@curiouscat Ich glaube davon kenne ich sogar schon welche. Allerdings via TikTok. Tatsächlich hat mich der Alghorithmus dort als erster "Diagnostiziert". Seit dem bin ich jetzt (wie du an diesem Thread merkst) hellhörig auf das Thema geworden. Ich möchte deine Zeit nicht weiter in Anspruch nehmen. Danke für die Tips. Ich muss mich mal intensiver damit beschäftigen.
@zeitiger Danke. Ich werde mir das mal ansehen und mich glaube ich einfach mal intensiver mit der Materie beschäftigen.