Ich war heute beim Recyclinghof. Der Trockner war objektiv unrettbar. Und diesen Hersteller werde ich nie wieder kaufen. Aber, was da an Dingen herumstand, wo einfach drauf schauen und sauber machen helfen würde.

Da kommt jetzt der Tech-Journo in mir hoch. Ich möchte eine Woche Leipziger Recyclinghöfe begleiten und zusammen mit einem Hackerspace/Repaircafé einfach zeigen, was zu retten ist.

Ich bin Print. Wenn jemand aus Bewegtbild oder Audio mitmachen möchte, bitte melden.

@mattias Das ist leider zum Teil eine Folge des schlechten ElektroG, mit dem ja eigentlich ein besseres Recycling ermöglicht werden sollte.
Vor dem ElektroG landeten die Geräte vom Recyclinghof oft bei Firmen, die repariert haben was ging. Heute gehören die Altgeräte quasi den Herstellern, die die Entsorgung bezahlen. Und da geht dann so viel wie möglich in den Shredder statt in die Werkstatt.
@TheBug @mattias kann man das beziffern, was das für Entsorgungskosten für den Hersteller sind pro Gerät? Sagen wir eine Kaffeemaschine?
@FabianLaasch @mattias Das ist nicht so einfach zu beziffern. Die Regeln dazu sind auch ziemlich irre.
Die Container auf den Recyclinghöfen werden quasi von den Herstellern dort aufgestellt. Ist einer voll, dann gibt es ein nicht richtig dokumentiertes Verfahren nach dem bestimmt wird, wer dran ist den zu entsorgen und durch einen leeren Container zu ersetzen. Das betrifft alle Hersteller, egal wie groß oder klein.
Durch Aufrundung müssen die großen Hersteller so jedes Jahr tausende…
@FabianLaasch @mattias …Container nicht entsorgen, weil die von den kleinen übernommen werden müssen.
Das ist die deutsche Umsetzung der WEEE.
Die großen Hersteller sind darüber sehr glücklich, weil das für sie billiger ist, als in allen anderen EU-Ländern.
Die kleinen finanzieren ja die Verwaltung von diesem System.
@TheBug @mattias Ach krass. Kommt man als Hersteller da raus, wenn man dafür sorgt, dass seine Geräte eingesammelt und selber reused oder recycelt werden?
@FabianLaasch @mattias Nicht wirklich. Wer B2C Geräte macht, ist in der Containerlotterie drin. Selber zurück genommene Mengen kann man melden, die werden gutgeschrieben. Da aber (gesetzwidrig) die genaue Methode zur Ermittlung des nächsten "Gewinners" nicht wirklich offengelegt ist, kann niemand mit Sicherheit sagen, wann er dran ist.
Es gibt Entsorger, die eine "Containerversicherung" anbieten, die verteilen dann die Mengen auf mehrere kleine Hersteller, da in einem Container mehrere Tonnen…
@FabianLaasch @mattias …drin sind, was schnell mehr ist, als ein kleiner Hersteller im Jahr entsorgen müsste.
Als B2B Hersteller ist man in der Lotterie nicht drin, man muss die Sachen dann selber zurück nehmen und entsorgen hat aber immer noch reine Verwaltungsgebühren in Höhe von ca. 400 € pro Jahr zu zahlen, von denen nicht ein Gramm recyclet wird, sondern nur dazu dienen zu zählen wer wie viel ausgeliefert hat.
@FabianLaasch @mattias Und jedes EU-Land hat seine eigene Implementierung davon, bei der man sich lokal registrieren muss. Deutschland hat aber den Vogel abgeschossen mit der kompliziertesten und für kleine Anbieter teuersten "Lösung".