„Für Erwerbsfähige wird es die Rationen nur geben, wenn sie arbeiten.“

So geht’s also zu in Ulrike Herrmanns Degrowth-Sozialismus. Fleisch, Bahnfahrten und Wohnraum(!) darf nur in Anspruch nehmen, wer arbeitet.

Degrowth ist eine bürgerliche Austeritätsphantasie, wie sonst Sarrazin sie erträumt. Linke hingegen sollten dringend Abstand nehmen von allen autoritären Schrumpfungsgelüsten, die den regressiven und strafwütigen Teil der Öko-Bewegung immer wieder überkommen

@larsweisbrod
Finde ich eine ganz schön radikale Aussage ehrlich gesagt, bedeutet das im Umkehrschluss dass du permanentes Wirtschaftswachstum für möglich/ erstrebenswert hältst?
@Hippie absolut, es ist möglich, es ist erstrebenswert und vor allem ist es eine LINKE Vision
@larsweisbrod @Hippie Das kannst Du gerne so einfach hinschreiben, aber dadurch wird es nicht wahr. Lassen wir mal außer Acht, ob das nun eine 'linke' Vision ist oder nicht. (bin da tendenziell bei Dir), sondern fragen uns einfach, ob es materialistisch darstellbar ist. Timothee Parrique zeig u.A., dass ein 'Decoupling' bisher nicht stattfindet und die Beweislast somit bei Dir läge. Weiterhin sollte man zuhören, was Leute wie Simon Michaux dazu sagen, wie viel Rohstoffe wir haben/benötigen.
@wackJackle @Hippie ist jetzt eine sehr verkürzte Antwort, aber vielleicht ein Punkt wo wir uns schon mal einig sind: das BIP darf meinetwegen gerne auch schrumpfen. Was da gemessen wird, ist ja sowieso ein schlechter Indikator für das, was wir eigentlich von Wachstum wollen
@larsweisbrod @wackJackle @Hippie jedenfalls ist BIP-Wachstum in modernen Gesellschaften nicht an Rohstoffe gebunden. Ferner ist qualitatives Wachstum durch technische Entwicklung nicht zu unterschätzen: diese Wertschöpfung findet oft ressourcenschonend statt.
@ChristophKappes @larsweisbrod @Hippie Gibt z.B. ja auch das 'Jevons-Paradoxon', welches besagt, dass trotz technischer Entwicklung, welche ressourcenschonender ist, insgesamt dennoch mehr Ressourcen verbraucht werden.
@wackJackle @larsweisbrod @Hippie das ist richtig, kenne ich auch als IT-Paradoxon: Effizienz wird an anderer Stelle wieder aufgehoben, teils durch das Mittel selbst, teils durch Neudefinition von Zielen.
@wackJackle @ChristophKappes @larsweisbrod @Hippie kann mal jemand erklären, wie degrowth praktisch umgesetzt werden soll? verbot von Wirtschaftsaktivitäten? Die idee wirkt auf mich erst mal wie eine top-down symptombehandlung.
@babbeltea @wackJackle @ChristophKappes @larsweisbrod
Ich habe mich damit nicht so tiefgreifend auseinandergesetzt und versteh von Wirtschaft ähnlich viel wie von Elektrik, aber ein Anfang könnte ja z.B. sein dass der Staat andere Erfolgskriterien als "BIP-Wachstum" einführt, im Zuge dessen die Arbeitszeit reduziert wird