Immer wenn ich sage: "Unerfreulich, dass man heute für so vieles das Auto braucht!" heißt es: "ICH LASSE MIR MEIN AUTO NICHT WEGNEHMEN, ICH BRAUCHE ES!" Das ist ein so banaler Denkfehler, der ist nicht durch mangelndes Nachdenken zu erklären, das ist einfach Suchtverhalten.
Also noch einmal: Niemand will Leuten, die ein Auto brauchen das Auto wegnehmen. Und ja, für vieles, vor allem auf dem Land, wird man wohl immer Individualverkehr brauchen. Das ist ok, das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass unsere Städte und Dörfer heute so organisiert sind, dass man ohne Auto oft nicht einmal die einfachsten Grundbedürfnisse befriedigen kann. Und das ist unerträglich. Wer nicht Auto fahren kann, kommt heute oft kaum zum Arzt oder zum Supermarkt.
Das müsste nicht so sein. Es war schon mal anders. Erst in den letzten Jahrzehnten haben wir die Infrastruktur auf dem Land katastrophal ausgedünnt und die Besiedelung erweitert. Früher gab es Dörfer, dazwischen Felder. Heute gibt es zersiedelte Speckgürtel.
@florianaigner
"Früher gab es Dörfer, dazwischen Felder. Heute gibt es zersiedelte Speckgürtel."
Das gibt es heute immer noch. Hinter dem Speckgürtel. Und beim Blick auf die Verkehrswegelängen (zB in "Mobilität in Deutschland") wird der Unterschied Speckgürtel - Land abseits der Großstädte deutlich. Die Umlandgemeinden haben mit Abstand die längsten Wege.