Ich bin für Waffenlieferungen an die Ukraine. Wenn man aber Talkrunden hört, bei denen Zuhörende anrufen dürfen, dann wird schnell klar, dass es auch um eine Entlastung von historischer Schuld geht. "Ja, das war einmal. Aber man kann sich nicht ewig hinter Hitler verstecken!"

Mit denen habe ich nichts gemein. Mir wird einfach nur übel dabei zuzuhören.

@Left2See ich sehe einfach nicht, wie diese historische Schuld gegen Waffenliegerungen sprechen soll. Welche historische Schuld hat Deutschland gegenüber Russland, die es gegenüber der Ukraine nicht hat!?
@afelia das war nicht mein Punkt. Wäre es so, wäre ich gegen Waffenlieferungen. Diese Brücke wird jedoch von einigen Deutschen geschlagen. Man kann raushören, dass das Motiv Entlastung und nicht Hilfe ist.
@Left2See ich sehe, dass das nicht dein Punkt ist. Ich finde halt neben dem Wunsch nach Entlastung das Argument
der Schuld hier insgesamt quatschig! Und das erwähne ich deshalb, weil das ja bis zum Bundeskanzler bemüht wird. Das löscht aus, was Deutschland auf ukrainischem Boden getan hat.
@afelia Genau deshalb wird mir ja übel, wenn Leute das umkehren und mit dem Argument Waffen zu liefern versuchen "es mal gut sein zu lassen mit der Geschichte". Die letzte Folge "Internationales Frühschoppen" auf phoenix hatte am Ende zum Beispiel so einen Anrufer.
@afelia @Left2See Wobei ich beim Bundeskanzleramt eher das Gefühl habe, dass das sehr dünne, vorgeschobene Argumente sind und die Russlandverbundheit bei den alten SPD-Granden und Seilschaften einfach zu tief verwurzelt ist. Man glaubt dort immern noch an eine Chance mit dem lupenreinen Demokraten eine Übereinkunft finden zu können.
@stargazer @afelia @Left2See Ich hatte gestern gerade wieder so ein Gespräch mit einer bürgerlichen Salonlinken. Motto: "Die Ukraine soll endlich den Frieden verhandeln und deswegen dürfen wir keine Waffen mehr schicken, um sie dazu zu zwingen". In meinen Augen sind das alles vorgeschobene Gründe, um keine Verantwortung zu übernehmen und sich in den behaglichen status ante quo zurückzuträumen. Wie die drei Affen, als würde Putin damit "verschwinden". Dafür wird jeder mögliche Grund genutzt.
@afelia @Left2See die Erinnerung an die verheerende Zeit unter Hitler und v.a. die Befreiung durch die Alliierten drängt mich eher dazu, zu sagen, wir sollten selbst rein in die Ukraine. - wenn wir die Ausrüstumg dazu haben.
Allerdings freue ich mich auch über jeden Tag, den meine Kinder nicht im Krieg sind.
@afelia @Left2See Die Idee war ursprünglich, dass Deutschland am besten nie wieder irgendwas mit Krieg und Waffen zu tun haben sollte, weil es in WWI und WWII damit schrecklich umgegangen ist. Eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Position ist schon beim Jugoslawienkrieg erfolgt, als man merkte, dass nichts tun auch schuldig machen kann. Die Position hört man heute fast nur noch von über 70Jährigen.

@afelia @Left2See Das sind genau die richtigen Fragen.

Es ist sogar noch ein wenig anders. Es gibt die historische Schuld gegen Imperialismus vorzugehen! Das heißt: Der Ukraine massiv zu helfen.

@afelia @Left2See
Aus Schuld erwächst vorallem Verantwortung.
Verantwortung das Richtige zu tun.
Und mein moralischer Kompass sagt mir dass es selten Konflike gab in denen die "richtige" Seite so einfach zu identifizieren war, wie hier.
Daher müssen wir selbst helfen und uns für mehr Hilfen für die Ukraine stark machen.
@afelia @Left2See Es geht auch nicht nur um Waffenlieferungen. Das gesamte Sicherheitskonzept in Ost-Europa steht auf dem Prüfstand, und D wird sich da positionieren müssen (vermutlich im Fahrwasser der USA, wie üblich).