Neue Folge Let's Talk Change

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CO2 steigt & steigt, obwohl nun seit 4 Jahren @fff für den #Klimaschutz trommelt.

Laut genug? Muss die Wissenschaft wieder deutlicher werden? Hört überhaupt noch jemand zu?

Das fragt @David_Wortmann die Psychotherapeutin @leadohm @psy4f & Prof. Dr. Sebastian Seiffert @S4F

Lea Dohm/Prof. Sebastian Seiffert: Muss die Wissenschaft jetzt lauter werden?

Als die Fridays for Future Bewegung vor rund 4 Jahren entstand bezogen sich ihre Protagonist*innen bei Aussagen zur akuten Klimakrise immer auf die Wissenschaft. Damit nahmen sie allen Kritiker*innen den Wind aus den Segeln, die behaupteten, dass die junge Protestbewegung komplett übertreiben würde und das Thema lieber den Profis zu überlassen sei. Trotz vieler konkreter Politikveränderungen die die Fridays for Future Bewegung angestoßen hat, steigen die CO2 Emissionen weiter und das Fenster zum Handeln schließt sich immer schneller. Ist es jetzt Aufgabe der Wissenschaft selber bei der Kommunikation in der breiten Öffentlichkeit noch stärker mitzuwirken? Ist es der richtige Weg, dass sich die Wissenschaftler an Banken und in Luxus-Autohäusern festketten? Das fragt David Wortmann Sebastian Seiffert, Prof. für physikalische Chemie der Polymere an der Universität Mainz und einer der Mitbegründer der Scientists for Future, der sich bereits selber mit einem bemerkenswerten Video an die Wissenschaft gewandt hat. Sein Video ging zwar viral, aber nicht bei der Zielgruppe – den Wissenschaftler*innen. Warum? Das fragt David Wortmann Lea Dohm, Psychotehapeutin bei der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und Mit-Iniatioring der Phsychologists for Future. Was kann uns die Phsychologie darüber verraten, warum sich selbst in Teilen der Wissenschaft eine lähmende Inaktivität beim Kampf gegen die Klimakrise trotz besseren Wissens breit macht – und was kann man dagegen ausrichten? Wie so häufig nach diesen Podcast-Aufnahmen, führt David mit seinen Gästen ein kurzes Nachgespräch, was eigentlich nicht zur Veröffenltichung gedacht ist. Dieses Mal haben wir uns anders entschieden und Euch noch etwas mithören lassen, da unsere sehr offene aktuelle Lageeinschätzung vielleicht von einigen geteilt, aber von anderen aber auch gut widersprochen werden könnte… Viel Spaß bei dieser Episode von Lets Talk Change. Das nimmst Du mit: - muss die Wissenschaft beim Klimaschutz noch deutlicher kommunizieren? - warum fällt es selbst der Wissenschaft schwer aus der eigenen Comfort-Zone rauszukommen? - wie gelingt aus psychologischer Sicht erfolgreiche Klimakommunikation? - kann man trotz großer Skepsis immer noch optimistisch sein, dass die Klimawende gelingt?

Let's Talk Change // by DWR eco
@parents4future @fff @David_Wortmann @leadohm @psy4f @S4F Naja, als @David_Wortmann wirklich gesagt hat dass der Kapitalismus wertneutral ist habe ich heftig lachen müssen.
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Weil eine Religion als Wertneutral zu bezeichnen ein starkes Stück ist. Der Journalist von de Monde Stéphane Foucart hat das in einem Buch zusammengefasst, aber es genügt schon den Narrativen auf denen der Kapitalismus beruht auf den Grund zu gehen.
@jknodlseder @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Mir ist das zu simpel den Kapitalismus (eine Wirtschaft- und Gesellschaftsordnung) mit einer Religion (der Glaube an transzendente Kräfte) gleichzusetzen. Beide haben einfach unterschiedliche Funktionen. Kapitalismus ist insofern wertneutral, da er per se nicht zwischen gut und böse unterscheidet - anders als Religionen.
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Das sehe Ich nicht so. Sehen sie sich als Beispiel Elon Musk an. Welche Werte stecken dahinter wenn ein Individuum soviel Reichtum anhäufen kann dass er mehr Macht hat als demokratische Strukturen?
@jknodlseder @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F das ist richtig. Das Beispiel zeigt (leider) auch, dass Musk mehr für die E Mobilität gemacht hat als VW & Co. Ohne seinen Wettbewerb hätten sie sich nicht bewegt. Der Staat hat das auch nicht geschafft. Um nicht missverstanden zu werden: Kapitalismus ohne Grenzen zerstört, mit Grenzen kann er zu Innovation & Effizienz helfen.
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Musk hat vor allem viel Geld gemacht. Ob seine Autos ökologisch sinnvoll sind ist anzuzweifeln, da Batterien einen unglaublich grossen carbon footprint haben. Es braucht vor allem Umstieg zu öffentlichen Verkehrmitteln (was Musk in Kalifornien mit dem hyperloop verhindert hat) und kleinere Autos damit der carbon footprint runter geht (also keine Teslas).
@jknodlseder @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F natürlich muss man das differenziert betrachten. Meint Punkt ist: wir sollten den (in ökologischen Grenzen und auf Basis sozialer Standards ausgerichteten) Kapitalismus als dynamische Beschleunigung in zu einer Nachhaltigkeits-Transformation nutzen. Mir fallen angesichts der kleinen Zeitfenster kaum Alternativen ein.
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Das Problem ist dass Sie damit auf genau den Mechanismus setzen der die Bewohnbarkeit unseres Planeten gerade bedroht. Wir sind bereits ausserhalb der ökologischen Grenzen. Was es wirklich braucht ist eine Änderung unseres Wertesystems, das ist ja auch der Grund warum es nicht vorangeht. Wir wollen unser Wertesystem nicht aufgeben! Weiter auf unserem Wertesystem zu beharren wird da nicht helfen.
@jknodlseder @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Nunja. Entscheidend ist der Zeitfaktor. Zuspitzung: Erst fundamental die Systeme ändern (ohne Revolution?) und dann das Klima „retten“. Oder Dynamik des Kapitalismus jetzt nutzen (Investionen in Solar & Co auslösen, CO2 Preis prohibitiv hoch setzen), um noch den Hauch einer Chance zu haben den Pariser Klimapfad zu schaffen?
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Gab es denn irgendwo schon mal Anzeichen dass die Dynamik des Kapitalismus nicht zur Zerstörung der Umwelt geführt hat? Mit Umwelt meine ich das ganze System, nicht nur CO2. Burden shifting ist natürlich immer möglich, machen wir ja schon sehr gut zwischen dem Norden und Süden.
@jknodlseder @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F. Natürlich muss der Kapitalismus „gelenkt“ werden (sagte ich ja schon mehrfach). Aber was ist denn die Alternative: Staatswirtschaft? Politik betreibt Fabriken für Solarmodule? Angestellte des Staats installieren Solar? Innovation per Rechtsverordnung? Zu langsam, zu ineffizient. Oder diktatorisch durchgesetzter Degrowth?
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Übrigens: Homo sapiens ist seid 300000 Jahren unterwegs, Kapitalismus ist nur einige 100 Jahre alt. Scheint also Alternativen zu geben. Um die Umweltkrise zu lösen sollten wir vor allem den Anthropologen und Soziologen zuhören.
@jknodlseder @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Puh. Ja. Aber vor 300.000 Jahren waren wir vielleicht 10.000 Homo Sapiens (zum Vergleich: allein Prenzlauerberg/Berlin hat ca 165.000 Einwohner). Heute sind wir global 8 Mrd. - alle als Jäger und Sammler unterwegs? Soviel Wild ist nicht mehr übrig. Bisschen organisieren müssen wir uns schon. Sonst zuviel Leid.
@David_Wortmann @parents4future @fff @leadohm @psy4f @S4F Ich wollte damit nur sagen dass die Menschheit seid ihrem Bestehen schon viele verschiedene Gesellschaftsformen angenommen hat, es gibt sogar heute noch einige davon. Dass es keine Alternative gibt ist halt auch nur so ein narrativ dass wir hinterfragen sollten.