lieferschwierigkeiten bei chemotherapie :(
heute also weniger als sonst (mit glück aber besser verträglichkeit)
*
wirkung der chemotherapie lässt langsam nach, leider. wenn dann demnächst verträglichkeit und wirksamkeit in keinem guten verhältnis mehr stehen,
beginnt die letzte phase: schmerzmittel etc. bis vorbei ist.
habe jetzt den schein für palliativnetzwerk bekommen, die unterstützen mich dann, ambulant, zu hause und stationär.
🎈🎈🎈
ganz zu beginn vor 2 jahren war erwartung 6 monate (meint 50 % sind nach 6 monaten gone).aber die chemotherapien brachten alle was
jedenfalls für eine gewisse zeit. ein spaß war’s allerdings nicht.
nach 2 jahren, so sagt die statistik, sind 90% tot.
ewig kann man die statistik nicht schlagen werke es scheint; aber man lebt so, oder? jedenfalls hab ichs so gemacht. immer die nächsten ein zwei monate
als vorhaben annehmen, dann weitersehen.
vielleicht werde ich das weiterhin tun. aber so ganz geht’s nicht, wenn man sich um die abwicklungsbürokratie kümmern muss (verfügungen, palliativ-bescheinigung, …), also zeugs, dass man in dieser häufung doch nur macht, wenn
es eine, wenn auch variable, deadline (pun intended) dafür gibt. andererseits gibt’s auch da nix festes. in den filmen, romanen und serien heißt’s ja immer „sie geben ihm noch 6 monate“ aber in der realität sind ärztl aussagen anscheinend diffuser.
wie stelle ich mich nun auf?
welcher sinn liegt in dem was ich tue? also was ist mir ein bedürfnis, im moment, überhaupt, das zumindest mit einer gewissen wahrscheinlichkeit realisierbar ist? denn etwas nicht zu schaffen tut eben auch weh.
hingegen wird wohl niemand unzufrieden sein, eine netflix-serie
nicht mehr zu ende schauen zu können. und umgekehrt: netflix ist nicht so erfüllend für mich, dass ich nicht lieber anderes täte wenn ich kraft habe. ganz abgesehen davon, dass es viele viele tage gab, an denen ich viel zu erschöpft war um etwas anzusehen.
wünsche wie: nochmal hierhin oder dorthin zu reisen (zb berlin, paris, normandie) gehen ohnehin weit über meine jetzigen kräfte und das wird wohl so bleiben.
austern würd ich gern noch mal essen , ja. aber das wiederum ist mir nicht wichtig.
übrigens, habt ihr schon mal
drüber nachgedacht, was es hieße, ein buch in ein sterbendes hirn zu lesen? irgendwie denk ich und dachte ich, lesen verändert mich. aber was soll verändern heißen, wenn die veränderung nach außen keinen unterschied macht?

es wär fast so schlimm wie beten könnte man vermuten.

mein bedürfnis nach schönem (schönerem) leben ist null. ich bin kein - und war nie ein - wellness typ.
linderung von schmerz und unwohlsein - klar, gebt mir alles, was wirkt: medis, wärmbeutel, ablenkung.

warum muss ich darüber nachdenken ich will nicht. und wenn ich’s einfach nicht tue? machts einen unterschied? egal was ich in den letzten wochen oder monaten mache, die jahrzehnte davor sind die, die wiegen. also ist’s vielleicht einfach egal?
vielleicht. doch so funktioniere ich nicht. noch nie. sommerferien sind schön, weil sie sich unendlich in die zukunft erstrecken - man aber weiß, dass sie eben werden.
manches ist klar, wenn auch nicht gelöst. zb wie ich was welchen meiner liebsten sage. auch die haben
wünsche, bedürfnisses. manche sagen: achte nur auf dich, es geht nun nur um dich. das fände ich falsch. denn plötzlich so zu denken wäre doch verrat am leben davor. sollte ich plötzlich egoismus feiern? eine der (im allgemeinen) übelsten eigenschaften? aber ein
anderer grund ist noch schwerwiegender:
aber ich kann schwer erklären wie ich das meine - wenn jmd im folgenden auch nur den hauch von esoterik oder religion verspürt, habe ich meine gedanken nicht rüberbringen können, wäre gut möglich, weil ich selber nicht genau weiß, wie ich das verstehe - und nicht weniger, wie
man das formulieren soll. also, ich versuch’s jetzt und bestimmt hat’s jemand anderes auch schon geschafft, dass sowohl zu durchdenken als auch zu verstehen & auszudrücken.
(falls eine*r von euch so jmd kennt, gern nennen, aber keine quellen, weil mich dafür das
thema nicht genug interessiert. btw interessierte mich auch philosophie und so noch nie. verzeihung)
was ich sagen wollte: ich kann kein individuum erkennen. ich denke, dass ein abgeschlossenes individuum nicht existiert. (daher ist zb egoismus in meinen augen eine paradoxie)
und wenn ich recht habe, also individualität, nicht im Individuum verkörpert ist, keinen eigenen ort hat, sondern sich über viele verteilt, umgekehrt ich selbst als individualität ein mosaik bildet, nicht nur aus mir, sondern auch aus anderen zusammengesetzt:
welchen _sinn_
ergibt überhaupt dann die aussage, ich solle hauptsächlich an mich selber denken? ihr seht, ich kann diese phrase „an sich selber denken“ nicht verstehen, ich weiß nicht, was damit gemeint sein könnte, ich halte es für unmöglich, dieser phrase einen sinn zuzumessen.
um zum anfang zurückzukehren, ich hänge also etwas in der luft bei der überlegung, was denn diese perspektive mir sagt, die perspektive, dass nun alles, was zeit dauert, einen nennenswerten teil des bleibenden kuchens wegknabbert.
es gibt tage, an denen dies irrelevant wird:
die tage, an denen es nur ums überleben geht. an denen man einfach aufgibt, ohne jeden willen, und wartet, bis schmerzen und oder erschöpfung nachlassen. einfach liegen, sonst nichts. vegetativ leben und leiden.
zum glück sind nur die wenigsten tage so, meist sind’s
auch nur wenige hintereinander. über die muss man wenigstens nicht nachdenken, trinken und nahrung ist dann das einzige was noch zählt. stöhnen. man könnte weinen, stellen sich manche vor. aber wie soll man vegetativ weinen?
@_le_sim_ Mir haben Austern nicht geschmeckt, keine Ahnung was Andere daran finden?
#SchikiMiki Kram?
@Andreas__Nagel kommt bestimmt auf die gegend an. in bretagne wahrscheinlich nicht, in münchen gewiss.
bin in familie sich der einzige der sie mag