Ich finde es anstrengend, wenn Naturwissenschaftler zu einem komplexen sozialen Problem naturwissenschaftliche Fakten liefern und es dann als gelöst betrachten. Für Transgenderrechte z.B. ist es völlig egal, welche Keimzellen es gibt oder ob Fische ihr Geschlecht ändern. (Thread)
Natürlich ist es für viele gesellschaftliche Diskussionen wichtig, sich auf naturwissenschaftliche Fakten zu beziehen. Man muss auf dem Boden der Tatsachen diskutieren. Aber damit ist noch lange nichts gelöst. Soziale Probleme repariert man nicht wie ein Raketentriebwerk.
Bei Geschlechterdiskussionen beobachte ich das oft, in allen weltanschaulichen Lagern: Ja, Fische ändern manchmal ihr Geschlecht. Ja, Spermien und Eizellen sind zwei eindeutig unterscheidbare Dinge. Ja, Hummer kämpfen um Territorien und haben ein Hierarchiesystem. Na und?
Das sind nicht die relevanten Fragen. Relevant ist: Welche Bevölkerungsgruppen gibt es, die bestimmte vielleicht bisher übersehene Bedürfnisse haben? Wie gehen wir als Gesellschaft darauf ein? Wie ermöglichen wir ein möglichst angenehmes und diskriminierungsfreies Leben für alle?