In meiner Branche: Fachkräftemangel. In den Branchen meiner Kund*innen: Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite wird an der Bildung gespart. Oder Fachleute werden abgeschoben, weil sie mit falschem Geburtsort zu uns gekommen sind. Oder Menschen werden von Studien- und Ausbildungsplätzen ferngehalten, weil sie arm sind. Oder eine Behinderung haben. Oder in der Schule schlecht benotet wurden, aus welchen Gründen auch immer. Ein Mysterium, dieser Fachkräftemangel.
@maori und von den teils schlechten Arbeitsbedingungen und der Ausbeutung fangen wir wohl erst gar nicht an zu reden 🙃
@maori Kein Mysterium und leider oft auch selbstgemacht. Noch ein Punkt: Brauche ich wirklich für jedes Handwerk mindestens mittlere Reife oder kann ich mir nicht auch gute, treue Mitarbeiter heranziehen, indem ich junge Menschen fördere und unterstütze, deren Lebensweg keine grade Linie gewesen ist?

@YvelanZi @maori Es gibt beide Seiten. Ein junger Mensch aus meinem Umkreis mit wirklich schlechtem Abschluss hatte über berufsvorbereitende Maßnahmen seine Chance bei einem Mittelständler bekommen und es läuft super, geradezu phantastisch.

Ich kenne aber auch das Gegenteil, dass ein Abschluss eines anderen Landes so gar nicht hilfreich war, weil leider durch Niederschwelligkeit, Sprache, Erwartungshaltung am Ende trotz echter AG-Bemühungen doch kein Match zustande kam.

@YvelanZi @maori Die Krux ist meistens die Mathenote.

Handwerksbetriebe nehmen auch Hauptschüler mit Kusshand. Auch wenn bei jungen Azubis das Jugendschutzgesetz die Arbeitseinteilung erschwert.

Oft wird auch der Führerschein bezuschusst.

Aber wenn ein angehender Fliesenleger nicht ausrechnen kann, wie viele Sack Kleber er benötigt... uff.

Wir brauchen #Computerspiele, bei denen Mathefähigkeiten geschult werden. Aufruf an die #Programmierer! Macht Mathe cool, macht Mathe sexy!

@dankefuerdenfisch @maori ja, aber das liegt z.T. auch daran, dass in Mathe in der Hauptschule viele Textaufgaben gefordert werden, anstatt die notwendigen Grundrechenarten realistisch anwendungsbezogen zu vertiefen. Wenn dann das Textverständnis fehlt, sind die Aufgaben von vielen nur schwer zu bewältigen.
@YvelanZi @maori Wobei man denken könnte, dass gerade Textaufgaben den Anwendungsbezug herstellen sollten?
@dankefuerdenfisch @maori nicht so verkopft, wie sie oft gestellt werden. Wenn man sie es praktisch durchrechnen und durchführen ließe, z B. mit Tapete/Farbe und Schulwand, erschlösse sich das viel schneller. ( hab ich mit Jugendluchen ausprobiert- 4 Gruppen 4 Wände ;-)
@YvelanZi @maori Genau das sollte der übliche Ansatz sein. Etwas Geld für Material, und dann die Jugendlichen Räume renovieren, ein Schulfest organisieren, ein Festessen kochen, einen Ausflug planen... und alles dafür erforderliche selbst berechnen lassen.

@maori Versuch mal einen Job zu bekommen wenn Du über 50 bis. Da ist es egal wieviel Erfahrung Du hast und qualifiziert Du bist. Niemand lädt dich zum Gespräch ein.

Insofern denke ist das mit dem Mangel ein Märchen.

@maori ich möcht das 700'000 mal boosten mindestens

@maori Es ist zum Teil zudem ein hausgemachtes Problem, da Fachkräften keine angemessenen Konditionen geboten werden.

In meiner Branche sind immer noch #Überstunden ohne Ausgleich üblich und 28 Tage Urlaub. Dort suchen die dann in der Tat händeringend nach Beschäftigten.

Hingegen z.B. bei vielen #Handwerk|sbetrieben: bieten neuerdings 4-Tage-Wochen an. Dort landen + bleiben dann halt all die (guten) Leute.

Ich überlege eine Umschulung...

@maori leider ist es noch schlimmer. Wir haben viele Fachkräfte die keine sind. Für viele Berufe braucht es Intelligenz und Bildung und Arbeitseifer. VIELES einzeln oder im Paket nicht bei diesen Leuten vorhanden. VIELES hat die Erziehung und die Schule vergeigt. Und wenn diese Leute ins Arbitsleben kommen versagen sie und bekommen psychische Probleme. Mit der Arbeitswelt geht es steil bergab
@maori Oder ein Unternehmen hat nur Fachkräftemangel, weil es kein vernünftiges Gehalt zahlen will.
@maori Hier kamen vor ein paar Jahren die Rufe aus der Wirtschaft, die Schule würde nicht genug auf die Berufswelt vorbereiten. Also wurden u. a. zusätzliche Berufspraktika eingeführt. Nun finden die Schülerinnen und Schüler häufig in ihrem Interessenfeld gar keinen Praktikumsplatz mehr, weil die Betriebe mit dem Hinweis ablehnen, dass man nicht so viele Praktikanten betreuen könne.
@maori Aber die Fachkräfte von RWE oder in der Automobilindustrie dürfen auf keinen Fall ihre Arbeitsplätze verlieren!..!
@maori auf der Arbeitgeberseite gibt es auch massives Gatekeeping/Ageism/Ableismus. Gesucht werden oft Leute, die maximal 20 sind aber mindestens 15 Jahre Berufserfahrung haben. Ü40 und arbeitslos? Pech gehabt..
@maori und wenn auch nur im geringsten Maße ein kleines Makel im Lebenslauf ist, mal ne Zeit lang arbeitslos zum Beispiel, ist das schon schwierig einen Job zu bekommen. Und dann muss eins als Entwicklerin irgendwelche Algorithmen auf dem Whiteboard livecoden die nachher im Job null Relevanz haben, aber wehe eins braucht dafür mehr als 5 Minuten.
@learosema @maori Hire and fire... Aber wehe, du bist auch noch ein Mensch. Und es gibt Punkte im Leben, die nicht so "mal nebenbei" passieren. Ich habe das Gefühl, dass verdammt viele Menschen mit der Existenz von lgbtqi+, armen Menschen, Menschen mit Behinderung (deren Tag heute ist) und anderen Marginalisierten nicht zurecht kommen. Das ist verdammt bitter.