Während ich gerade einen Beitrag über Schwurbler las, musste ich spontan daran denken, wie mich in meiner Jugend eine homöopathische Ärztin mal fast umgebracht hat. Ich habe ewig nicht mehr daran gedacht.
Ich hatte einen Abszess in der Achselhöhle entwickelt, etwa in Walnussgröße. Er war schmerzhaft, aber ich brauchte recht lange, um jemandem davon zu erzählen, weil ich glaubte, mich dafür schämen zu müssen. Die Mutter einer Freundin war Ärztin, also ging ich zu ihr. Sie war hocherfreut, denn..
..Sie meinte, sie habe so etwas schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Sie nahm eine Nadel, stach den Abszess auf und drückte ihn aus. Keine lokale Betäubung, keine Desinfektion. Der Schmerz war so groß, dass ich kurz das Bewusstsein verlor. Sie lachte nur amüsiert und meinte, dass das Spaß gemacht habe. Sie gab mir eine Salbe und ein homöopathisches Mittel. Ich sollte mir einen Tropfen davon auf den Zwischenraum von Daumen und Zeigefinger geben und ablecken, nur so würde es wirken...
...Es dauerte nicht lange, da begannen sich überall an meinem Körper weitere Abszesse zu bilden. Als ich schließlich Fieber bekam, ging ich zu meinem Hausarzt. Ihm fehlten die Worte. Er gab mir Antibiotika und eine antiseptische Salbe und bat mich, mich bei Verschlechterung sofort ins Krankenhaus zu begeben. Seine Behandlung wirkte schnell und ich erholte mich komplett.
Ich kann heute noch nicht fassen, wie knapp ich vor einer Sepsis stand.
Homöopathie ist gefährlich. Sie heilt nicht.
@Friedsch es kommt bei der Homöopathie auch auf den Behandler an, viele kennen ihre Grenzen nicht. Ich komme aus dem schulmedizinischen Bereich, habe mit beiden Seiten gute Erfahrungen als Patient gemacht.
@jin Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus.