Ich glaube, die Kommunikation um das #fediverse muss umgestaltet werden.
Wir betrachten die Teilnehmenden Plattformen als fast-gleiche Eier in einer Schachtel, und das führt zu dieser dummen Idee, dass wir “auf dem Mastodon Netzwerk” sind, weil die anderen Sachen sind ja wie Mastodon.
In der Tat ist das Fediverse aber eher ein Spiegelbild des Siloverse: es gibt Bilder-Hosts (Pixelfed, etc.), Video-Hosts (PeerTube), Blogs (WordPress), Kurznachrichten ohne Styling (Mastodon), Communities (Lemmy, Friendica, *key), Podcast-Hosts, Streaming-Hosts.
Und da sind wir wie das Siloverse. Nur, eben, ohne das Silo. Mehr Soli, weniger Silo. Die Dienste, so verschieden sie sind, reden miteinander. Das ist, neben der Dezentralität, der einzige Unterschied.
Die Menschen, die heute ins Fediverse kommen, geben zum größten Teil Twitter auf. Also suchen sie nach einem Twitter-Ersatz, der Twitter macht, wie Twitter schmeckt, Twitters Kurznachrichten macht, wie Twitter keine Formatierung hat.
Und das ist eben Mastodon.
Wenn übermorgen Instagram zusammenbricht, dann wird’s Pixelfed mit dem Hockeystick-Zuwachs.
Ich suchte nach einer Plattform, auf der ich medizinische News und Gedanken teilen konnte. Mastodon (damals, so 2016) wars nicht (und ist es nicht), weil es kurz und unformatiert war, und weil ich Twitter, von den kurzen Texten bis hin zur Kultur mehr als hasse. Ich habe nicht nach einem zweiten Kurznachrichtendienst gesucht.
Also bin ich auf Pleroma gelandet.
Den #neuhier-Neulingen von Twitter ist das nicht wichtig. Die wollen Twitter, weil Twitter ist was sie mögen. Also Mastodon. Dass sie dabei viel vom Fediverse nicht mitbekommen, ist egal.
Wenige Zeichen, Twitter Kultur…
Und das Fediverse macht es möglich, dass sie mich trotzdem lesen können, und ich sie. Und das ist das. Nicht mehr und nicht weniger.