Einer der größten Zaubertricks unserer Zeit ist es, dass man Menschen erfolgreich systematische Probleme als individuelle Problem eingeredet hat und sie denken, sie sind gestresst weil sie nicht genug Yoga gemacht haben, Tee getrunken haben oder Achtsamkeitskurse besucht haben.
@joanalistin Oder es geht dem Planeten so scheiße, weil sie einen zu großen CO2-Fußabdruck haben.
@joanalistin @junior42 Bei unserem Konsum- und Mobilitätsverhalten trifft das aber – anders als beim Beheizen von Mietwohnungen – aber zu. Ich sage nur Fast Fashion, Billigfliegerei und mit dem Auto zum Bäcker.
@UJF @joanalistin @junior42
Wen meinst mit 'uns' und was genau trifft zu?
@junior42 @rubio_corv @joanalistin 1. „Uns“ steht für die deutsche Wohlstandsgesellschaft. 2. Dass wir der Kern des Problems sind und gerne „der“ Industrie die alleinige Schuld zuweisen, weil uns das das Nachdenken erspart.
@UJF @rubio_corv @joanalistin Richtig, und hier müssen alle besser werden. Umgekehrt ist es aber auch in diesen Bereichen nicht so, dass wir Konsumierenden dass alleine lösen können und Politik und vor Allem Industrie mit dem Funger nur auf uns zeigen, um sich um ihre eigenen Hausaufgaben zu drücken. Für Veränderungen im globalen Maßstab, die nötig sind, können nicht alleine nur die einzelnen Menschen verantwortlich gemacht werden.
@junior42 @joanalistin @rubio_corv Das ist der Punkt. Nicht alleine. Das Schwarzer-Peter-Spiel funktioniert in beiden Richtungen ganz kommod.
@UJF @joanalistin @junior42 @rubio_corv Nein. Wir erreiche um Größenordnungen mehr, wenn wir Politiker unter Druck setzen, mehr zu regulieren (zB höherer Benzinpreis), als wenn wir uns übertrieben um unser eigenes Verhalten sorgen.
@joanalistin @junior42 @UJF @rubio_corv Insofern ist der individuelle CO2-Fußabdruck (ein Begriff, der übrigens von BP eingeführt wurde) eine Ablenkung davon, daß der Umbau der Gesellschaft scheitern wird, wenn es nicht auch großes Umsteuern in der Politik gibt.
@joanalistin @stralau @rubio_corv @junior42 Das mit BP ist nicht neu, aber das ist ein Totschlagargument. Nur weil es denen ins Konzept passt, ist der Grundgedanke nicht automatisch falsch. Wir können uns nicht für jede vermeidbare Fahrt alleine (!) ins Auto setzen und die Verantwortung dafür hinterher dem Ölkonzern zuschieben. Vielleicht wohnen wir am falschen Ort, weil die Wohnung billiger war, oder sind zu faul zum Radeln & zu eilig, auf den Bus zu warten.
@joanalistin @stralau @rubio_corv @junior42 Und wir wählen Parteien, die Straßen bauen statt Schienen.
@junior42 @rubio_corv @joanalistin @UJF Du baust einen Strohmann auf, wenn Du Dinge behaupten, die ich nicht gesagt habe. „Wir können uns nicht für jede vermeidbare Fahrt alleine (!) ins Auto setzen und die Verantwortung dafür hinterher dem Ölkonzern zuschieben.“ habe ich nie behauptet
@junior42 @rubio_corv @joanalistin @UJF Was ich meine: es geht überhaupt nicht darum, wer wieviel Schuld ist, sondern, wie schnell wir die Gesellschaft umgestalten. Und natürlich ist das nicht allein die Industrie, aber man würde so viel mehr Leute vom Auto wegbekommen, wenn Bahnfahren nicht oft teurer wäre oder an dem Ort, wohin man will, überhaupt eine Bahn führe.
@junior42 @rubio_corv @joanalistin @UJF Diese Dinge sind politisch gewollt und wir werden sie nur mit politischem Druck verändern. Individuelle Lebensstiländerungen sind bei denen, die sie sich leisten können, eine gute Sache, werden aber nicht die Effekte erzielen, die wir brauchen _und_ sind oft Ablenkung.
@junior42 @rubio_corv @joanalistin @UJF (zur Erklärung: ein Post von @UJF, auf den sich die letzten drei Posts von mir beziehen, scheint inzwischen gelöscht worden zu sein)
@junior42 @rubio_corv @joanalistin @stralau Ich habe nichts gelöscht. Jedenfalls nicht absichtlich.
@UJF @junior42 @rubio_corv @joanalistin Mh. Seltsam. Den Post von Dir, den ich in meinem zitiere, kann ich nicht mehr sehen. Ich verstehe aber auch noch nicht alles, wie das hier funktioniert.