Mein Kollege hatte vor zwei Wochen einen schweren Herzinfarkt und ist gestern gestorben. Mir fehlen die Worte. Es gibt so Tage, da dringt alles Schlechte da draußen mit Macht hinein. Ich werde mir bewusst, dass das Leben meiner Lieben morgen vorbei sein kann, dass der Klimawandel uns alles nehmen wird und Krankheit und Krieg vor der Tür stehen. Dann stehe ich mit einem riesigen Fragezeichen vor Gott. Warum?
@nicole_oe Ich kann dich gut verstehen. Vor vier Monaten habe ich selbst einen schweren Verlust erlitten. Das "warum" drängt sich unweigerlich in den Vordergrund. Und es bleibt ohne Antwort. Trost finde ich im Glauben daran, dass der Tod nicht das Ende ist, dass eine neue Existenz möglich ist, dass die Liebe Gottes am Ende alles umfängt. Auch wenn ich diese Liebe akutell nicht wirklich spüren kann, so kann ich doch glauben, dass unsere Verstorbenen ganz in dieser Liebe aufgehoben sind.
@haderer danke und ja, das ist ein sehr tröstlicher Gedanke. Noch überwiegt das Entsetzen und ich sehe das Loch, das er hinterlässt: Frau, erwachsene Kinder, Enkel, Freunde und Kollegen. Aber hoffentlich bald kann ich dorthin sehen, dass er nun das hat, worauf er in seinem Glauben gehofft hat.
@nicole_oe Das überwiegt auch bei mir - noch immer und wahrscheinlich noch länger. Irgendwie eigentümlich: Verzweiflung und Hoffnung - Geschwister?
@haderer wohl eine Frage der Perspektive. Blicke ich auf das Loch: Verzweiflung. Blicke ich auf ihn: Hoffnung und Dankbarkeit.