Warum wir den # IchBinArmutsbetroffen nicht gerne verwenden?
Erstmal vorab, wir finden natürlich die Sichtbarkeit gut. Auch, das Leute ihre Geschichten öffentlich Teilen können und sich verbünden, aber:

Wir sind keine Opfer von Armut. Wir sind Opfer kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse. Armut ist kein Schicksal, sondern Produkt herrschender Verhältnisse.

@BastaBerlin ihr seid paternalistisch! Und wer von ihnen behauptet, Armut sei Schicksal? Wo bleibt eure Fähigkeit, euch mit Armutsbetroffenen zu solidarisieren?

#IchbinArmutbetroffen

@WilliBischof Wir sind solidarisch mit der Bewegung und retweeten und boosten und waren auch bei der großen Kundgebung in Berlin. Unsere Kritik am Begriff ist solidarisch formuliert.
@WilliBischof Dass wir paternalistisch sind, ist Quatsch. Wir machen eine Aussage über uns selbst, warum wir den Begriff ungern verwenden.
@BastaBerlin wieso bezeichnet ihr sie denn als Opfer und genzt euch zu einer klaren gesellschaftlichen Positionierungen mit einem TheorieFloskel ab?
@WilliBischof Wir sagen "Wir sind Opfer von Ausbeutungverhältnisse.." womit wir in erster Linie unsere Gruppe meinen, da wir nicht für andere sprechen. Eine Betitelung anderer als Opfer, gar noch als Schimpfwort gemeint, wie du hier andeutest, kann ich nicht rauslesen. Zur Solidarität habe ich alles gesagt. Kritik am Begriff muss erlaubt sein.

@BastaBerlin Danke und ich verstehe deine gute Absicht. Mein Einwand:

1. Dein eigener Begriff ist ungenau: Opfer von Ausbeutungverhältnisse, das sind alle und dann wieder niemand. Auch Boris Becker, Manuel Neuer, Gottschalk und Olaf Scholz und der Chef der Politzei sind das.

2. Arme eignständig ohne Marxliteratur als Expert*innen sprechen zu lassen, war in der Linken, wie ich sie seit den 80ern kenne, immer ein Tabu. Das sollte sich mit aller Anstrengung und Solidarität endlich mal ändern

@WilliBischof bei erstens sagst du meine Theorie ist fehlerhaft und bei zweitens sagst du sagst du, es muss endlich Schluss damit sein, dass man nur mit perfekter Theorie sprechen darf.