Vier solcher Geisterfahrräder sind in weniger als 2km Entfernung rund um meinen Wohnort aufgestellt. Das erste im April 2014, kurz nachdem wir hierher gezogen sind, weitere Unfälle mit tödlichem Ausgang für die Radler folgten in 2015, 2017 und 2020.
Jeden Tag kommen wir, meist zu Fuß oder selbst auf dem Rad, auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit, zum Kindergarten oder in der Freizeit, an einem dieser Mahnmale vorbei.
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Geisterräder in Köln
Diese Karte zeigt alle Geisterräder im Kölner Stadtgebiet. Die Geisterräder wurden vom ADFC Köln und Dritten zum Gedenken an im Kölner Straßenverkehr getöteten Radfahrerinnen und Radfahrer aufgestellt.
ADFC KölnPolitik und Verwaltung reagieren jedesmal zu spät, zu langsam und zu zögerlich. An der letzten Unfallstelle, einer Fußgängerquerung über eine vielbefahrene Durchgangsstraße, die von Schulkindern, Spaziergängern, Joggern und Besuchern des nahegelegenen Schwimmbades genutzt wird, wurde kürzlich, zwei! Jahre nach dem tödlichen Unfall, auf 150m Tempo 30 eingeführt, auf Druck einer lokalen Petition. Von den von der Bezirksregierung beschlossenen baulichen Änderungen und Signalanlage keine Spur.
Neuerdings wird die Betroffenheit gegenüber den Verunglückten und die Sorge um Familie und Freunde ergänzt durch Wut, Ohnmacht und Abscheu gegenüber denjenigen, die sich nie zu Wort melden oder Initiative ergreifen wenn wieder einmal ein neues Geisterrad aufgestellt werden muss, sich jetzt aber erdreisten, mit Schaum vor dem Mund nach härteren Strafen für Klima-Aktivisten zu schreien.