BIPOC werden blockiert, weil sie kein CW benutzen, wenn sie über Rassismus sprechen: Ist das tatsächlich etwas, das hier passiert? Auch im deutschsprachigen Raum? Wenn ja, dann überlege ich mir das mit Mastodon nochmal ...

https://twitter.com/pati_gallardo/status/1590485665535643649?t=Fr0zLbyUoRrf-P2dsoOeag&s=19

Patricia Aas 🐢🏳️‍🌈 on Twitter

“Ok fine. I have tried to hold my tongue, but there is a line, and when Mastodon folks threaten BIPOC people with getting blocked for not Content Warning when they talk about racism… I need to get real with y’all. 🧵”

Twitter
@AdrianFrosch Hast du dich schon ein wenig in die Geschichte und Kultur des Fediverse eingelesen? Es ist wohl für viele marginalisierte Gruppen ein Safe Space. Zusammenfinden ohne Bloßstellung. Keine Tabus und kein Zwang. Entsprechend fein granuliert sind die Sichtbarkeitseinstellungen und Konventionen. Die Einführung von Trends scheint ein kleiner Skandal gewesen zu sein. Boosts ohne Erlaubnis gelten teils als unhöflich. Ungefragtes automatisiertes Archivieren von öffentlichen Posts ebenso.
@AdrianFrosch Consent und Boundaries setzen. Dass gegenseitige Rücksichtnahme in Form von Content Warnings so wichtig ist, verträgt sich wenig überraschend nicht mit Aktivismus – auch außerhalb des Fediverse nicht. Niemand möchte im schalldichten Raum laut trommeln. Aber jede*r darf dort laut trommeln. Und jede*r darf entscheiden, ob dem Trommeln zugehört wird oder nicht.
@katzentratschen Noch eine Sache muss ich bzgl "Aktivismus" ansprechen: Ist es nicht u.a. der Sinn von Aktivismus und Protesten, GERADE in "bequeme" Räume einzudringen und auf Probleme aufmerksam zu machen, über die dort nicht gesprochen wird? Prämisse ist ja: "Dieses Thema wird ignoriert, ich möchte Aufmerksamkeit darauf lenken." Ach, ich weiß es einfach nicht ...
@AdrianFrosch Klar. Deshalb sprechen wir ja auch über Kartoffelbrei auf Gemälden. Diese Problematik ist nicht neu. Hätte #metoo mit echten TWs wie hier funktioniert? Also: alles nach dem Hashtag erst nach dem Klick? Ich weiß es nicht.
@katzentratschen Ich muss natürlich sagen, wir hätten dieses Gespräch wahrscheinlich auf Twitter nicht führen können, weil sich Randos mit unangenehmen Kommentaren eingemischt hätten. Die Gepflogenheiten und Praktiken hier haben also natürlich eine Berechtigung. Gleichzeitig hätte sich aber auf Twitter eventuell auch eine fremde Person aus ganz anderem Milieu beteiligt, deren Perspektive ich überhaupt nicht bedacht habe.
@katzentratschen Natürlich ist das Verlangen nach einem geschützten eigene Raum auch (oder gerade) online berechtigt. Aber da stellt sich vielleicht die Frage, ob so etwas im Internet ganz anders aussehen muss, also evtl ein komplett "abgeschlossenes" Old-School-Forum.
@AdrianFrosch So fühlt sich Mastodon für mich bisher an: wie ein Forum. Oder eher wie viele miteinander verbundene Foren, mit teils gut erkennbaren Grenzen (Instanzen), teils weniger gut erkennbaren (Community, Bubble) und je eigenen Gepflogenheiten. Insofern fühlt es sich für mich falsch und irgendwie übergriffig an, Mastodon wie ein Ersatz-Twitter zu nutzen.
@katzentratschen Es ist ein eigenes Medium mit eigenen Regeln, das ist mir mittlerweile klar, das möchte ich auch respektieren. Aber es ist eben auch gerade nicht geschlossen, sondern öffentlich und soll Menschen (auf eine andere Art als Twitter) vernetzen. Und das führt nun mal ab einer gewissen Größe zu gewissen Problemen.
@AdrianFrosch Ja, volle Zustimmung. Da wird's auch noch viel mehr Probleme geben. Wie moderiert man Nazis, wenn sie sich nicht auf einer gemeinsamen Instanz zusammenrotten und mithin mit einem Klick blocken lassen? Was ist mit nationalem Recht wie DSGVO? Wie trägt man dafür Sorge, dass aus einem Hobby-Projekt (Admin) nicht Selbstausbeutung wird? Gibt's genügend finanzielle Unterstützung über Patreon, Steady? Viele offene Fragen.
@katzentratschen Und die "Alteingesessenen" tun sich gewiss auch keinen Gefallen damit, Kritik an den Regeln abzutun mit Äußerungen, die basically sehr höfliche Versionen von "Das haben wir schon immer so gemacht" oder "Wenn es dir nicht gefällt, kannst du woanders hingehen" sind. Das möchte ich jetzt auf keinen Fall der Allgemeinheit unterstellen, habe es aber dafür, wie lang ich erst hier bin, schon erschreckend oft beobachtet.