Entwerfen Frauen eigentlich anders?
Gibt es eine weibliche Architektur?
Diese Fragen werden mir aktuell häufiger gestellt. Sie scheinen auf der Hand zu liegen, wenn man sich für #Chancengleichheit in der #Architektur einsetzt. 1/x
Hierzu schreibe ich in #SchwarzerRolliHornbrille:
„Entwerfen Frauen eigentlich anders? Gibt es weibliche Architektur? Wie die Antwort auch lautet, es schließen sich weitere Fragen an. Wird verneint, entsteht die Frage der Rechtfertigung des Aufwands. 2/x
Wenn ohnehin schon eine hohe Qualität entsteht, ist es nicht gleich, wer sie entwirft und baut? Lohnt es sich dafür, die Strukturen einer traditionellen Branche zu ändern?
Wird die Frage bejaht, steht die Sorge vor einer Verstärkung der Geschlechterstereotype im Raum. 3/x
Führt das Wissen darum, dass Frauen besser Kindergärten entwerfen, nicht eventuell dazu, dass sie auf diese und ähnliche Aufgaben beschränkt werden?
Frage und Antworten implizieren, eine „Norm“ sei vorhanden, 4/x
ein Status quo, der durch neue, andere Formen oder Inhalte des Entwerfens möglicherweise angetastet werde. Denn was bedeutet
anders entwerfen? Anders als wer oder was? 5/x
Chancengleichheit in der Architektur zu erreichen bedeutet, bei gleicher Qualifikation für alle eine gleiche Zugänglichkeit zu Arbeitsmarkt und Leitungspositionen zu ermöglichen. 6/x
Beide antizipierten Antworten lassen außen vor, dass die Ursachen für fehlende Gleichberechtigung in der branchenüblichen Diskriminierung liegen und blenden gänzlich die Perspektive der Diskriminierten aus. […] 7/x
Eine kluge Frau […] sagt zu dieser Frage, Menschen
entwerfen anders, denn Menschen leben unterschiedlich und bringen ihre jeweiligen Lebensperspektive in den Entwurf ein. Wer das ganze Jahr zuhause arbeitet, bezieht dies beim #Entwerfen von #Wohnbauten mit ein. 8/x
Wer täglich an mehreren Orten in der Stadt Dinge erledigen muss, entwickelt andere Mobilitätskonzepte als ein:e Pendler:in.
Die Annahme, Planende können sich in jede Lebensrealität gleich hineindenken, ist eine Überschätzung und gleichzeitig eine Überforderung. 9/x
Aus diesem Grund erzielen auch in der Architektur gemischte Teams aus allen Erfahrungsfeldern die besten Leistungen."
Und wer weiter fragt, kann sich anschauen, wie in der Tendenz "männliche Architektur" aussieht: So wie die Städte und Architekturen, die uns aktuell umgeben. 10/x
Wir wissen nicht, wie unsere gebaute Umwelt aussehen würde, wenn #Chancengleichheit erreicht wäre und durchgehend diverse Teams planen.
Ich würde es gerne wissen.
#architektinnen #womeninarchitecture #breakthebias #diversitymatters #diversityinarchitecture