Wer "Erklärbildchen" benötigt, wie eine Heizung physikalisch funktioniert...

Weitere Bilder und R-Skript zum selbst erzeugen können hier abgerufen werden:

https://cloud.bayceer.uni-bayreuth.de/index.php/s/ZJH02JzZpjUmSUO

@HolzheuStefan Dazu passend mal eine Überschlagsrechnung:

Welche #Heizstrategie kann helfen, die #Energiekrise und #Klimakrise zu entschärfen: Durchheizen oder #Nachtabsenkung? Die Antwort liegt dazwischen.

Ein Überschlag zum Einsparpotential mittels Nachtabsenkung: Als Basis nutzen wir die stationäre Beschreibung des Wärmeverluststromes dq=-l dT. Die zu erwartende Einsparung bei T_aussen = 0C, damit dann dT=T_raum.

Beginn Absenkungsphase: dq_BeginnAbsenkungsphase/dq_Tag=19C/19C=1
bei 18 Uhr —> 0% Einsparung gegenüber Tagbetrieb mit 19C

Ende Absenkungsphase:
dq_EndeAbsenkungsphase/dq_Tag=16C/19C=0.84 bei 5 Uhr (unterstellt, 16C erreicht (!)) —> 16% Verlusteinsparung gegenüber Tagbetrieb.

Damit also im Mittel (linearer Verlauf unterstellt, Verluste bei Aufheizphase/Lüftung/… vernachlässigt, schnelle Aufheizung unterstellt):

(18 Uhr + 5 Uhr)/2 bzw. (0%+16%)/2= 8%

Jetzt noch bedenken, dass diese Einsparung ja nur in 11h von 24h anfällt, also 8% 11h/24h= 3.67% Energieeinsparung (theoretisch) aus der Verlustwärmeminimierung durch tägliche 11h Temperaturabsenkung ausgehend von 19C Raumtemperatur.
Jetzt kommt möglicherweise hinzu, dass man in kurzer Zeit aufheizen muss (bei langer täglicher Absenkphase). Das führt je nach Heizsystem zu hohen Vorlauftemperaturen + kurzen Verweilzeiten bzw. suboptimalen Übertragungen und letztlich schrumpft so einiges von den 3.67% Energieeinsparung. Im schlechtesten Fall wird die Einsparung negativ.
Praktisch besser: Statt im Durchschnitt 23C über die ganze Heizsaison mit 19C zu meistern bedeutet 19/23=0.83--> knapp 17 % Einsparpotential bei der Endenergie. Aber: Jemand der bereits sparsam bei 19C war, wird nicht mehr weiter runter kommen können.

Fazit: Durchheizen auf niedriger mittlerer Raumtemperatur über die gesamte Heizperiode, z.B. Raum auf 19C + Pullover an, spart und sollte das Ziel sein.

Bei längeren Abwesenheitsphasen (mehrere Tage, genug Zeit zum Abkühlen auf Absenktemp.) macht die Absenkung über den gesamten Zeitraum Sinn - auch bei gut gedämmten Häusern. Weiterhin sollte ein hydraulischer Abgleich bei historischen Heizsystemen in Erwägung gezogen werden, da sonst Nacht-/Zeitabsenkung nicht effizient umgesetzt werden kann.

@abgetrunken Definitv. Dauerhaftes Absenken spart deutlich mehr als Nachtabsenkung. Insbesondere in gut isolierten Gebäuden. Und bei Luft-WP kommt noch ein besonderes Problem dazu, dass das Aufheizen morgens ggf. einen schlechtere AZ hat.