Was Musk versprochen hat: free speech
Was Musk umsetzt: paid speech

@maori

Sehe ich in der Zwischenzeit anders.
Das Ziel scheint zu sein, durch Kommerzialisierung zwei Dinge zu erreichen:
Klarnamenpflicht und Verhinderung hunderttausender Twitter-Bots, die sich derzeit vor allem lohnen, weil sie kostengünstig zu haben sind.
Klarnamen hemmen Hate Speech, das ist durch Studien belegt und ein wichtiges Prinzip von Onlinestreetwork.

Wenn Hate Speech gehemmt wird und die Menschen mit ihren echten Namen kommunizieren, dann ist das eine Hilfe für freie Rede.

@BenFredIrzt @maori
Doof nur, dass es erwiesen ist, dass Hatespeech durch Klarnamenspflicht nicht abnimmt, weil es genug Leute gibt die das mit vollem Klarnamen machen, aber durch Klarnamenspflicht gerade Minderheiten regelmäßig gedoxxt und angegriffen werden.

@t_Lepus @maori

Ich bin nicht festgelegt, Musk zu verteidigen. Ich war um eine wohlwollende Interpretation bemüht. Bitte seien Sie so gut, mir Ihre Quellen zu nennen oder zu verlinken.

@BenFredIrzt @maori
Naja, wenn man Menschen kennt, die zu Minderheiten gehören und mit ihnen darüber redet, erfährt man sehr schnell, dass sie sehr oft von Menschen mit Klarnamen angegriffen werden im Netz.

Aber hier auch einen Studie dazu:
https://netzpolitik.org/2016/studie-findet-heraus-anonyme-nutzer-kommentieren-weniger-aggressiv/

@t_Lepus @maori

Danke, auch ich kenne natürlich solche Fälle, insbesondere von Facebook. Der Link wird gespeichert, überzeugt mich aber nicht vom Gegenteil der ursprünglichen Annahme: openpetition ist kein Portal, das prinzipiell vergleichbar vielversprechend für den (gezielten) Einsatz von Hate Speech (z.B. durch Bots) ist wie sich beispielsweise Twitter inzwischen erwiesen hat.

Um aber die Debatte zu befrieden: Welche Lösungen nähme Musk besser in die Hand, wenn seine Absicht "gut" wäre?

@BenFredIrzt @maori
Ich erwarte von Musk gar keine Lösungen / Maßnahmen. Ich bin mit Foren aufgewachsen. Der Tod von einem guten Forum waren unklare Regeln und schlecht oder nicht agierende Moderator*innen, da so Diskussionen durch Aggressivität "gewonnen", also zerstört wurden.
Da aber eine gute Moderation nicht von Bots erledigt werden kann und Menschen die einen guten Moderationsjob leisten Geld kosten oder zumindest Engagement erfordern wird das beides nicht auf Twitter passieren, da Musk auf Gewinnmaximierung aus ist und das nicht damit vereinbar ist.
Die dezentrale Struktur von Mastodon ermöglicht kleine Comunities mit guten Mods.
Insofern Twitter ist wie Facebook doomed aufgrund des zugrundeliegenden Konzeptes.

@t_Lepus @maori

Das kann ich alles teilen. Meine Sorge bezüglich Twitter ist allerdings, dass damit noch eine ganze Menge mehr "doomed" ist, wenn sich ausschließlich oder weit überwiegend progressive Menschen von der Plattform abwenden.

@BenFredIrzt @maori
Das kann sein, aber es ist ja unmöglich dagegen anzukämpfen. Ich habe so viele offensichtliche Hate-Accounts auf Twitter gemeldet, von denen viele noch immer aktiv sind. Auf meiner Instanz bin ich bisher tatsächlich noch gar keinem solchen Account begegnet. Es ist ja offensichtlich auch nicht erwünscht, eine bessere Umgebung zu haben oder zu schaffen auf Twitter.

Die einzige Möglichkeit ist es Menschen den Umstieg zu erleichtern und eben in der neuen Umgebung darauf zu achten, dass es gut bleibt.