(1/9) Diese Partei ist ein Kindergarten und jede*r macht was gerade gefällt.

Nein, Oberbürgermeister Peter #Feldmann ist nicht mehr tragbar. Er war vielleicht der beste Bürgermeister, den wir in #Frankfurt haben konnten. Das spricht aber vor allem gegen seine Mitbewerber und die Mehrheitsverhältnisse in Frankfurt. Er hat Bernadette Weyland und Boris Rhein als CDU-OBs verhindert. Das war wichtig und gut, er war für mich bei der Wahl ohne Zweifel das deutlich kleinere Übel.

Peter Feldmann

(2/9) hat seine Rolle als OB genutzt um in den damit verbundenen Aufsichtsräten soziale Politik zu machen. Das ging nur, weil Feldmann als Person glaubwürdig war und so politische Positionen in die Öffentlichkeit tragen konnte. Einen Mietenstopp bei der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft hätte es ohne Feldmann nicht gegeben, die Fahrpreise im ÖPNV wären schneller gestiegen und der Eintritt in die städtischen Schwimmbäder wäre für Kinder nicht kostenlos.

Nur, nun ist Feldmanns

(3/9) Glaubwürdigkeit erschüttert. Egal, ob Feldmann vor Gericht Vorteilsnahme im Amt nachgewiesen werden kann, egal ob ihn am Sonntag eine ausreichende Zahl der Menschen in Frankfurt abwählt - er kann längst nicht mehr der OB sein, als der er gewählt wurde.
Seine öffentlichen Auftritte sind mittlerweile nur noch peinlich. Sie sind die Inszenierung eines Oberbürgermeisters der längst wissen muss, dass er seine wichtigste Ressource verloren hat: die Zustimmung der Öffentlichkeit. (Wer

(4/9) allein auf den fehlenden juristischen Nachweis eines Fehlverhaltens hinweist, verkennt, dass Legitimität etwas anderes ist als Legalität.)

Voraussichtlich wird die Abwahl am Sonntag scheitern, weil kaum damit zu rechnen ist, dass mehr Menschen den OB abwählen, als, was notwendig wäre, ihn gewählt haben. Dennoch wird er nichts mehr erreichen. Die Mehrheit der Stadtverordneten ist gegen ihn und in weiten Teilen der Öffentlichkeit kann er sich nicht mehr blicken lassen. Er wird keine

(5/9) weiteren sozialen Projekte mehr durchsetzen können. Er wird sich kaum noch auf einem Feuerwehrfest blicken lassen können, geschweige denn in Aufsichtsräten etwas durchsetzen können. Alle wissen:

Feldmann isch over.

DIE LINKE hatte sich daher entschlossen in der Personalfrage zurückhaltend zu sein, stattdessen auf Themenplakate zu setzen und den Menschen keine Wahlempfehlung zu geben. Es sollte keine Kampagne für oder gegen Feldmann geben. Keine Broschüren und Plakate mit Hinweisen

(6/9) wie abzustimmen sei.

Einige haben sich daran nicht gehalten. Es gab eine Broschüre, es gab eine Pressekonferenz, es gab Treffen mit Feldmann, es gibt nun öffentliche Statements in, man glaubt es kaum, BILD.

Das alles könnte man abtun, aber es ist symptomatisch, wenn die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Römer, einem Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen, Ortsbeiräte und LINKE Gewerkschafter meinen, Peter Feldmann verteidigen zu müssen. Da ist es dann eben gerade

(7/9) egal, was die Partei eigentlich will. Das Bild nach außen prägen sie.

Die angesprochene Broschüre ist dabei besonders krass. Wenige Monate nach der Veröffentlichung von #LINKEMeToo schaffen es die Protagonisten zur Schau zu stellen, dass sie nichts verstanden haben. So heißt es in dem Heftchen, dass Feldmanns sexistische Äußerungen eher „Geschmacksfrage“ seien. Feldmann haderte, so schrieb einer der Autoren, „angesichts einer attraktiven Flugbegleiterin mit seinem aktuellen

(8/9) Hormonhaushalt. Die Tatsache selbst entzieh[e] sich aber jeder Kritik, da ja gegebenenfalls ohnehin nur mit einer chemischen Kastration endgültige Abhilfe zu schaffen wäre.“

Das alles spiegelt den Zustand der Partei auf kommunaler Ebene, die gewissen Parallelen zur Bundesebene sind aber bemerkenswert. Verabredungen werden nicht eingehalten, die Reaktion der Partei darauf: Schweigen. Es mangelt an einer Bereitschaft, die Position der Partei als ganzes gegen diejenigen durchzusetzen,

@wuerzbach Kommt mir so schrecklich bekannt vor und ich weiß echt nicht, wie lange es noch sinnvoll ist dabei zu sein 😐.

@PhKaufmannMR es gibt zwei Möglichkeiten: vote oder exit.

Ich halte es gegenwärtig für sinnvoll nicht zu gehen, denn keine Partei ist auch keine Lösung. Also bleibt nur sich öffentlich zu äußern und die Ermahnungen, man solle öffentlich keinen Dissenz austragen an die zu verweisen die gegen Beschlusslagen verstoßen.

@wuerzbach Ich äußere mich auf vielen Ebenen sehr klar, allerdings fühlt es sich an, wie gegen einen fetten Sturm am Meer anzurufen. Jene, die auf Missstände verwiesen, sind wohl die Schmuddelkinder 😒.