Drüben auf Twitter: Ein schönes Beispiel für völlige Diskursunfähigkeit: Es ist ganz normal geworden, Leute für Dinge anzugreifen, die nichts mit ihrer Aussage zu tun haben. Das ist nur auf den ersten Blick lustig. Auf den zweiten Blick ist es das potenzielle Ende der demokratischen Diskussion. 🧵
Ich sage hier kein Wort über Coronamaßnahmen oder Schulschließungen. Ich bin selbst der Meinung, dass man aus guten Gründen gegen Schulschließungen und viele andere Maßnahmen sein kann, vor allem im Jahr 2022 (2020 waren viele davon noch wichtiger als heute).
Aber diese Frau sieht das nicht, sondern konstruiert aus meinem Tweet etwas, was dort in keiner Weise vorkommt
(und auch nicht zwischen den Zeilen mittransportiert wird -ich bin nicht dieser Meinung, warum sollte ich es dann implizieren?)
Wenn man meinen Thread liest (habe ich auch hier auf Mastodon gepostet), sollte man erkennen, dass ich GENAU DAS GEGENTEIL sage: Ich rufe zu Widerspruch gegen die Mainstream-Meinung auf - genau das, was sich diese Frau offenbar wünscht. Ich fordere nur, dass das mit ausreichender Qualität passiert.
Man liest meinen Tweet, steckt mich geistig sofort in ein Lager, fühlt sich selbst dem anderen Lager zugehörig und attackiert mich daher. Offensichtlich völlig ohne meine Aussagen zu verstehen.
Und das bei einem Thread, in dem ich klar das Lagerdenken kritisiere und ausdrücklich fordere, dass Leute, die NICHT meiner Meinung sind, mehr Gehör finden sollten. Das ist so absurd, da bleibt mir die Luft weg.
Wie meine Aussage "Es gibt Mainstream. Der hat oft recht. Aber nicht immer" irgendwie kontroversiell eingestuft werden kann, wie man das zum Anlass für Streit nehmen kann, erschließt sich mir nicht.
Und das macht mir große Sorgen. Denn so können wir nicht diskutieren. Und wenn wir nicht diskutieren können, dann können wir keine Demokratie haben. Wenn schon der Aufruf zu Mäßigung und Deradikalisierung attackiert wird, dann weiß ich nicht mehr, was ich sagen soll.