#löwenstein
„Aber nicht nur, dass das Reichsbanner zu wenig Unterstützung fand! Von seinem ersten Tage an wurde es auf das heftigste bekämpft. Von Seiten der Kommunisten war dies selbstverständlich. Aber auch
viele linksstehende Sozialdemokraten wandten sich gegen die sogenannte ,Reichsbanner-Ideologie', in der sie ein Einfangen proletarischer Kräfte für bürgerliche Ziele und eine Gefahr fiir die Partei erblicken wollten. Sie meinten, dass man den Kampf für die Republik nicht vor den Kampf für den Sozialismus stellen dürfe, und haben daher nichts unversucht gelassen, um dem Reichsbanner Knüppel zwischen die Füße zu werfen. Die Rechte hingegen führte den …“
#löwenstein #reichsbannersrg
„Im gleichen Winter wurden vom Reichsbanner über tausend Versammlungen abgehalten.
Aber niemand nahm eigentlich Kenntnis davon.
Denn während über den meskinsten nationalsozialistischen Vortragsabend in der republikanischen Presse ausführlichste Berichte gebracht wurden, schwieg man
sich aus, wenn das Reichsbanner etwas unternahm.
Man war der Ansicht, diese Leute seien sowieso zuverlässig und arbeitswillig, sodass man es gar nicht nötig habe, noch viel Worte auf sie zu verschwenden.
Man übersah dabei, dass die beste Truppe nicht aus sich allein weiterbestehen kann, wenn ihr das psychologische Echo im Volke fehlt. Dieses zu schaffen wäre aber die Presse berufen gewesen, und vor allem
wäre es darum gegangen, das freiheitlich gesonnene Bürgertum auf seine Pflichten gegenüber dem Reichsbanner aufmerksam zu machen. Man nahm es aber als
Selbstverständlichkeit hin, dass die zu 95% proletarischen Mitglieder des Reichsbanners fiir den demokroatischen Staat und nicht fiir den Gedanken des Klassenkampfes eintraten, und meinte, dass dies
immer weiter der Fall sein werde. Auf diese überhebliche und anmassende Einstellung sind viele Spannungen zurūckzuführen, die in den letzten Jahren der Republik im Reichsbanner eintraten und die dieses
daran zweifeln liess, ob seine Haltung nicht in Wirklichkeit eine unfruchtbare und undankbare sei.
#löwenstein #weimarerrepublik
IV. Kapitel
Der Freund der Weimarer Republik
#reichsbannersrg
Mehr vielleicht als die politischen Parteien wäre nämlich das ,Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund deutscher Kriegsteilnehmer und Republikaner” geeignet gewesen, die neue Ordnung Deutschlands zu begründen und zu befestigen. Aus ihm hätte der Kern der künftigen Staatsgesellschaft werden können, und das ist der Grund dafür, warum wir ihm in diesem Buche einen breiten Raum zuweisen. Von jeher er- …

#löwenstein

„Es kann also festgestellt werden, dass die kommunistischen Führer am allerwenigsten Ursache habe vom Versagen der republikanischen Parteien gegenüber dem Rechtsradikalismus zu spreche denn jede einzelne Handlung, die sie getan haben hat den Prozess der Braunwerdung Deutschands beschleunigt.“

#löwenstein
III. Kapitel
Die Gegner der Weimarer Republik

„Die deutschen Kommunisten waren jedoch unbelehrbar; getreu ihrem Dogma haben sie keine Handlung unterlassen, die der Republik Schaden zufügen konnte; sie sahen nicht oder wollten nicht sehen, dass die Nutzniesser dieser Taktik jene waren, die sowohl gegen sie wie gegen die Weimarer Republik kämpften.“
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#löwenstein

„Die Republik sah sich Kräften gegenüber, denen sie nicht beikommen konnte, da sie sich nicht auf der Ebene des Hergebrachten und gemeinhin Gültigen abspielten. Eine kurze Zeit nur wurde versucht, Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen.
Dies war der Fall, als man die Drei-Pfeile unter das Volk brachte, die in ihrer äusseren Interpretation entweder: Einigkeit, Angriff, Disziplin, oder: SPD, Gewerkschaften, Sportverbände) nur sehr wenig be-derteten. Ihr Sinn lag vielmehr darin, dass sie als Bøl, als Symbol zu wirken hatten, und diese Aufgabe haben sie auch tatsächlich erfüllt, und mehr als Gesetze und Verordnungen, habe

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„Es ist ein lehrreiches Schauspiel, was sich in diesem Staat vollzogen hat. Fast wäre man zu behaupten versucht, dass die deutsche Republik mehr durch Magie, als durch äussere Methoden gestürzt wurde. Was ist es anderes, wenn der Führerkult des Nationalsozialismus zu einer solchen Höhe getrieben wurde, dass man schon vor Jahren Hausaltäre für Adolf Hitler errichtete? Wir fanden die Nachrichten darüber in parteioffiziellen Zeitungen, und zwar versehen mit allen Einzelheiten. Man solle den Altar im besten Zimmer der Wohnung aufstellen, so hiess es dort, er müsse ein Bild von Adolf Hitler tragen, dem Blumen und sonstige kleine Gaben zu spenden seien.
Jeder Aufzug, jede Versammlung der Nationalsozialisten wurde magisch umkleidet. Mit Redensarten, die in geheimnisvollem Tone Unfassbares verhiessen, mit dem Appell an die Manen Horst Wessels, der in seinem Leben nicht viel mehr als ein Zuhälter gewesen ist, und dadurch, dass sie die seelische Verbindung des Volkes mit seinen Toten benützten, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Die Plumpheit der Mittel spricht noch nicht gegen ihre Magie.“

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„Sie war so sachlich, dass sie sich nur „sachlicher" Mittel bedienen wollte. Sie meinte, dass man mit Verwaltungsmaßnahmen an die Seele des Volkes herankäme und nur logischer Gründe bedürfe, um die Gegner zur Einsicht zu bringen.“

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Zitat:
„Es wäre daher keineswegs undemokratisch gewesen, wenn alle diktaturlüsternen Gruppen von den Rechten der Demokratie ausgeschaltet worden wären. Denn sie gewähren zu lassen, bedeutete, die Rechte eines weit grösseren Teils des Volkes zu gefährden. Die deutsche Republik hat diese Dinge nie begriffen, und daran ist sie zugrunde gegangen.“
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