Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,3)

10 Woche im Jahreskreis Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 5, 1–12

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.

Tagesimpuls

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,3)

Immer wieder, wenn ich die Bergpredigt lese, frage ich Jesus, welcher Vers mich am meisten anspricht, also was er mir am meisten von allen ans Herz legt. Und so lange ich mich erinnern kann, komme ich immer wieder auf diese erste Seligpreisung. Mich spricht an, dass wir nicht vollkommen sind, nicht stark, nicht unabhängig von den anderen. Sondern wir sind als Kinder Gottes geschaffen, arm, abhängig von ihm und von den anderen Menschen. Jede Idee, dass man alles können müsste, oder dass man alles allein machen will, oder dass man keine Schwäche zeigen dürfte, ist Unsinn. Denn so sind wir von Gott nicht geschaffen. Und es gilt, uns so anzunehmen, wie wir sind. Wir sollen nicht ein Bild von uns in der Fantasie haben, wo ich der Superman bin, der alles schafft und nie Probleme hat. Wenn wir ein solches Idealbild von uns hätten, dann würden wir immer enttäuscht. Stattdessen sollen wir annehmen, dass wir auf Hilfe angewiesen sind. Wir sind arm. Wir brauchen Gott und wir brauchen die anderen Menschen.

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Das führt mich dazu, alles an Gott abzugeben, für jedes Problem zu beten und um Hilfe zu bitten. Z.B. jemand spricht mich an und bittet mich, dass ich mich für ihn einsetze, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Ich kann beide Seiten verstehen. Als Pastor meine ich, dass ich helfen müsste, aber ich kann es nicht. Nun mache ich mir Sorgen, ich fühle mich überfordert. Ich trage das Problem mit mir herum. Das ist die Haltung: Ich muss es allein schaffen. Aber Jesus hat mich zum Priester berufen, weil er mir zutraut, dass ich ein Mensch bin, der alles ihm abgeben kann. Also statt mir allein das Problem aufzubürden muss ich es abgeben an Jesus und von ihm eine Lösung geschenkt bekommen. Ob er mich zum Erreichen der Lösung braucht, muss ich mit ihm gemeinsam herausfinden. Aber zuerst ist es sein Problem, nicht meins.

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Das Anerkennen der eigenen Armut ist entscheidend, damit ich nicht unnötig von Problemen bedrückt werde. Es ist aber auch entscheidend für eine gute Lösung. Denn die Lösung ist am besten, wenn wir Gott einbeziehen.

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Je mehr ich mir also meine Armut bewusst mache und sie eingestehe, umso freier werde ich, und umso besser kann Gott mich gebrauchen, um zu helfen.

Gebet:

Jesus, ich will alle Probleme abgeben an dich. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich mir Probleme zueigen mache, ohne dich zu fragen. Das geschieht spontan und gar nicht absichtlich. Daher bitte ich dich und den Heiligen Geist um Hilfe, dass ich immer daran denke, alles erst an dich abzugeben.

Pastor Roland Bohnen

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Tagesimpuls

Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. (Joh 15,15)

Heilger Bonifatius, Patron Deutschlands

Fest

Evangelium

Joh 15, 14–16a.18–20

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
14 Ihr seid meine Freunde,
wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte;
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
Vielmehr habe ich euch Freunde genannt;
denn ich habe euch alles mitgeteilt,
was ich von meinem Vater gehört habe.
16a Nicht ihr habt mich erwählt,
sondern ich habe euch erwählt
und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und dass eure Frucht bleibt.
18 Wenn die Welt euch hasst,
dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat.
19 Wenn ihr von der Welt stammen würdet,
würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben.
Aber weil ihr nicht von der Welt stammt,
sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe,
darum hasst euch die Welt.
20 Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe:
Der Sklave ist nicht größer als sein Herr.
Wenn sie mich verfolgt haben,
werden sie auch euch verfolgen;
wenn sie an meinem Wort festgehalten haben,
werden sie auch an eurem Wort festhalten.

Tagesimpuls

Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. (Joh 15,15)

Im ganzen Alten Testament gibt es nur zwei Personen, die als Freund Gottes ausdrücklich bezeichnet werden. Zur Zeit Jesu war man sich dessen bewusst, welche tiefe Bedeutung diese Aussage Jesu für die Jünger hatte. Heute wird von geistlichen Autoren immer wieder das Wort „Intimität“ benutzt. Wir sind von Jesus zu einer Intimität mit Gott gerufen, zu einer intimen Freundschaft.

Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Ein Element dieser Freundschaft ist, dass wir Mitteilungen von Gott empfangen. In dem Maße, wie Menschen diese Freundschaft mit Gott nicht mehr leben, in dem selben Maß schwindet auch diese Erfahrung. Dann verkümmert die Praxis des Glaubens zu einer Tradition von Morallehren und religiösen Ritualen, die man traditionellerweise vollziehen muss. Aber das ganze hat immer weniger Inhalt, man vollzieht es mehr und mehr widerwillig, bis man es dann ganz aufgibt.

Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Die Intimität mit Gott ist wie das Benzin im Auto, ohne das man nicht fahren kann. Keiner fühlt sich von einem bloß äußerlich praktizierten Glauben angezogen. Wir brauchen diese Freundschaft mit Gott, um als Christen leben zu können. Wir brauchen auch seine Mitteilungen, um die Kraft des Evangeliums zu erfahren und Frucht zu bringen.

Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Aber diese Freundschaft ist an eine Bedingung geknüpft. Wir sollen tun, was er uns aufträgt. Wenn ich seine Gebote in den Wind schlage, kann ich nicht erwarten, dass die Freundschaft entsteht. Dann wird mir auch die Erfahrung, Mitteilungen von ihm zu bekommen, immer fremd bleiben. Dann wird auch mein Leben aus dem Glauben nicht fruchtbar.

Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Aber worin besteht das, was er uns aufträgt? Ich glaube, es besteht darin, dass wir Gott und unsere Mitmenschen lieben sollen. Wir sollen die Nähe Gottes suchen im Gebet, in den Sakramenten und in der Gemeinschaft der Glaubenden. Wir sollen unseren Mitmenschen verzeihen und sie mit Liebe behandeln, so wie wir uns selbst lieben. Es liegt also an uns, ob wir in seiner Freundschaft leben wollen oder nicht. Er bietet es uns an. Dabei möchte ich noch betonen, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein. Wir dürfen die Freundschaft Jesu als Sünder suchen, wenn wir nur immer wieder seine Nähe suchen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir für dein Freundschaftsangebot. Ich will es annehmen. Ich will die Intimität mit Gott suchen. Mir ist es wichtig, Mitteilungen von dir zu empfangen, damit ich Frucht bringen kann. Bitte, Heiliger Geist, führe und leite mich, damit mein Leben fruchtbar wird.

Pastor Roland Bohnen

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Wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. (Mk 11,23)

08 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 11, 11–25

In jener Zeit zog Jesus nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betánien hinaus.
Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger.
Da sah er von Weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte.
Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es.
Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug.
Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.
Die Hohepriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil das Volk außer sich war vor Staunen über seine Lehre.
Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.
Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war.
Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.
Jesus sagte zu ihnen: Habt Glauben an Gott!
Amen, ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer! und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.
Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.
Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

Tagesimpuls

Wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. (Mk 11,23)

Was ist Glauben? Ist es die Tatsache, dass Menschen über irgendeinen Sachverhalt eine Meinung haben. Das wäre zu wenig. Christen sind nicht nur eine Gruppe in der Bevölkerung, die eine bestimmte Meinung über Gott haben. Von der Wortbedeutung im Hebräischen ist Glauben ein Sich-Anvertrauen. Wenn zwei heiraten, nennt man es eine Trauung. Zwei Menschen vertrauen ihr Schicksal einander an. Glauben heißt, sich ganz in die Hände Gottes zu legen und ihm zu vertrauen.

Wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.

Glauben kann aber auch heißen, dass man an das Handeln Gottes glaubt. Z.B. wenn ich ins Auto steige und um Schutz bete, dann glaube ich, dass Er mich beschützt. Wenn ich Jesus anbete, dann glaube ich, dass jetzt in diesem Moment Ströme des Segens und der Heilung fließen, die sonst nicht geflossen wären. Wenn ich für jemanden um Heilung bete, dann glaube ich, dass Gott jetzt heilt.

Wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.

Aber jetzt kommt noch eine Art psychologische Komponente hinzu: Glauben und in seinem Herzen nicht zweifeln! Das erinnert mich an etwas Ähnliches, wo Jesus sagt, dass wir von ganzem Herzen verzeihen sollen; oder wo er sagt, dass wir Gott mit ganzem Herzen lieben sollen. Es gibt beim Glauben also Intensitäten. Der Glaube kann oberflächlich oder intensiv sein. Wir können glauben und zugleich in unserem Herzen zweifeln. Oder wir können ganz fest glauben.

Wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.

Wenn ich nun bete und ein bestimmtes Heil, worum ich gebeten habe, wird nicht geschenkt, kann dann die Ursache sein, dass ich in meinem Herzen gezweifelt habe? Manche ärgern sich über derartige Aussagen. Man solle den Menschen nicht vorhalten, dass sie zu wenig geglaubt hätten. Vielleicht muss man bei anderen Menschen tatsächlich vorsichtig sein. Was mich betrifft, so ärgere ich mich nicht, wenn Jesus mir sagt, dass ich noch zu wenig Glauben habe. Im Gegenteil: Ich wünsche mir mehr Glaube, und ich bin überzeugt, dass dann noch viel mehr Heil geschehen kann. Ich glaube, dass mein bisheriger Kleinglaube noch manches Heil zurückhält, was mit größerem Glauben geschehen könnte. Ist das ärgerlich? Oder ist das einfach eine realistische Gewissenserforschung?

Wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.

Wie kann der Glaube wachsen? Jesus sagt, wir sollen darum beten, wir sollen um den Heiligen Geist beten. Darüber hinaus wächst der Glaube, wenn wir aufgrund des Betens Glaubenserfahrungen geschenkt bekommen. Daher sagt Jesus: „Wer hat, dem wird gegeben.“ Die positiven Erfahrungen mit dem Gebet wecken in uns Glauben. Auch wenn andere Zeugnis geben, inspiriert das unseren Glauben.

Gebet:

Jesus, ich wünsche mir mehr Glauben. Mich ärgern deine Worte nicht. Ich glaube, dass es große Unterschiede in der Intensität des Glaubens gibt, und ich denke nicht, dass ich schon einen großen Glauben habe – verglichen mit dem, was möglich wäre. Bitte lass meinen Glauben wachsen. Hilf mir, dass ich innerlich verstehe, was du mit dem Nicht-Zweifeln meinst.

Pastor Roland Bohnen

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Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. (Mk 10,44)

08 Woche im Jahreskreis Mittwoch

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 10, 32–45

In jener Zeit, als Jesus und die Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die ihm nachfolgten aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.
Er sagte: Siehe, wir gehen nach Jerusalem hinauf; und der Menschensohn wird den Hohepriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ausliefern; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Und nach drei Tagen wird er auferstehen.
Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen!
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Tagesimpuls

Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. (Mk 10,44)

Gestern ging es darum, alles zu verlassen und Jesus an die oberste Stelle zu setzen, wenn wir ihm nachfolgen. Nur dann werden wir wirklich frei, um unsere Mitmenschen so zu lieben, wie Gott es will. Heute geht es darum, dass wir einander dienen sollen und nicht über die anderen herrschen.

Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.

Als erstes fällt der Ehrgeiz und das Karrierestreben der beiden Jünger auf. Und was noch mehr auffällt: dass Jesus sie deswegen nicht zurechtweist. Er lenkt es nur in die richtige Richtung. Es ist so, als würden die beiden sagen: „Wir wollen ganz große Heilige werden!“ Und Jesus sagt: „Ok, das finde ich toll! Aber es heißt, zu dienen und den untersten Platz einzunehmen. Seid ihr denn dazu bereit?“

Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.

Jesus segnet keine falsch verstandene Demut. Unter Christen gibt es diese falsche Demut. Das ist eine Angst, etwas falsch zu machen, eine Angst, im Vordergrund zu stehen, eine Bequemlichkeit, sich zu engagieren. Man bleibt lieber in der zweiten Reihe oder am besten ganz hinten, wo niemand einen sieht. „Lass die anderen mal machen, ich habe sowieso schon genug zu tun“, das ist die Devise dieser falsch verstandenen Demut. Es ist der, der sein Talent vergräbt, und der erntet kein Lob dafür. Dann ist es doch besser, wenn man mal was falsch macht, aber wenn man überhaupt mal etwas für die Gemeinschaft tut und nicht nur für sich selbst.

Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.

Jesus segnet also Ehrgeiz. Sollten egoistische Motive mitspielen, dann heißt das für Jesus nicht, dass er die Menschen mit ihrem Ehrgeiz zerbricht, sondern dass er die krummen Motive gerade biegt. Er hilft den Menschen, auf den richtigen Weg zu kommen. Aber der Ehrgeiz an sich ist gut. Weder die Kirche noch unsere Gesellschaft würden existieren, wenn es keine Menschen gäbe, die bereit sind, sich einzusetzen.

Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.

Noch ein Wort zu den anderen Jüngern: Anstatt sich zu ärgern, könnten sie sich ja auch bemühen. Sie könnten sich auch engagieren. Alle müssen lernen, dass es nicht um Macht, sondern um Dienst geht. Aber Dienen heißt nicht, möglichst ruhig und passiv zu sein, sondern Dienen heißt, sich zu engagieren, die Angst zu überwinden und bereit zu sein, Fehler zu machen.

Gebet:

Jesus, bitte bewahre und vor der falschen Demut, die sich immer nur zurückhält. Bewahre uns auch davor, zu viel zu tun, vor allem, wenn es nicht deinem Willen entspricht. Segne alle Menschen, die über ihren Schatten springen und sich für die Kirche engagieren. Hilf auch uns, dass wir unser Talent nicht vergraben, sondern dort einsetzen, wo es dein Wille ist.

Pastor Roland Bohnen

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Tagesimpuls

Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, K inder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen. (Mk 10,29f)

08 Woche im Jahreskreis Dienstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 10, 28–31

In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen. Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser und Brüder, Schwestern und Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.
Viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.

Tagesimpuls

Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen. (Mk 10,29f)

Wenn wir hören, dass die Jünger alles verlassen haben, denken wir an Petrus, der seine Frau, sein Haus und die Fischerboote verlassen hat, um Jesus nachzufolgen. Johannes und Jakobus hatten ihre Eltern und die Fischerei ebenfalls verlassen. Und bei den übrigen Aposteln war es wahrscheinlich ähnlich. Wir können auch an Ordensleute oder Missionare denken, die ihre Heimat und alle Angehörigen und Freunde verlassen haben. Dann könnten wir meinen, dass dieses Evangelium nicht zu uns passt, die wir in der Welt leben mit unseren Lieben.

Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen.

Aber ich finde, dass es doch auch zu uns passt. Man kann alles für immer aufgeben, aber Jesus kann einen Menschen auch dazu rufen, für eine bestimmte Zeit lang alles loszulassen und sich nur um ihn zu kümmern. Das geschieht, wenn wir beten, das geschieht, wenn wir die Messe mitfeiern, und es geschieht auch, wenn wir eine Wallfahrt machen oder eine Zeit für Exerzitien im Kloster verbringen. Das sind Zeiten, in denen wir alles Weltliche verlassen, um nur bei Jesus zu sein. Es könnte auch ein Ehrenamt sein, wo wir uns ganz für Jesus einsetzen und in dieser Zeit unsere Familie loslassen.

Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen.

Wenn wir auf dem Standpunkt stehen, dass die Familie immer vorgeht, dass wir unsere Familie nie verlassen dürfen, dann können wir Jesus nicht nachfolgen. Egal wann ich zur Kirche gehen will, es wird immer jemand kommen, der etwas will und am liebsten hätte, wenn ich zuhause bleiben würde. Komischerweise nehmen sich die Menschen, die von mir verlangen, dass ich nie Gott über die Familie stellen dürfe, aber alle Freiheiten für sich selber, und für weitaus weniger wichtige Dinge.

Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen.

Die Familie hat einen hohen Wert, auch für Jesus, auch für uns Christen, auch in der Lehre der Kirche. Daher ist es besonders tückisch und man erkennt es nicht leicht, wenn man die Familie vergötzt. Man fühlt sich immer im Recht, wenn man den Wert der Familie betont – obwohl es Unrecht ist, etwas höher zu stellen als als Gott. Hier müssen wir gut aufpassen, dass wir das erkennen. Wenn Gott nicht mehr an höchster Stelle steht, dann verliere ich meine Freiheit. Und dann werde ich unfähig zu lieben. Daher spricht man von echter und von falscher Liebe. Wenn jemand meint, aus Liebe zur Familie nicht beten oder zur Kirche gehen zu dürfen, dann kann das ein Indiz dafür sein, dass es sich um eine falsche Liebe handelt, so wie wenn eine Oma ihre Enkelkinder mit Süßigkeiten verwöhnt, obwohl die Eltern dagegen sind und es für das Kind gar nicht gut ist. Nicht alles, was man angeblich aus Liebe macht, ist auch wirklich Liebe.

Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen.

Zu echter Liebe werden wir dann fähig, wenn wir Jesus an den obersten Platz stellen. Dazu muss man auch bereit sein, Nein zu sagen zu allem anderen, auch zu den Ansprüchen der Familie. Dann finden wir Freiheit, dann finden wir echte Liebe, dann beginnen wir, den anderen wirklich gutzutun. Wenn wir das nicht tun, dann vermitteln wir unseren Angehörigen, dass Gott doch nicht so wichtig ist, dass man ihn ohne weiteres mal vernachlässigen kann. Und dann bestärken wir sie darin, Gott ebenfalls nicht so wichtig zu nehmen. Dann sind wir keine guten Vorbilder.

Gebet:

Jesus, du rufst alle Menschen, ihre Familie zu verlassen und dich an die erste Stelle zu setzen. Hilf uns erkennen, wo unsere Liebe eine falsche Liebe ist und was wir tun müssen, damit unsere Liebe eine echte Liebe wird. Danke für die Zeiten, die du uns schenkst, mit dir zusammen zu sein und für dich zu wirken.

Pastor Roland Bohnen

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Tagesimpuls

Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! (Joh 20,22)

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 20, 19–23

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Tagesimpuls

Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! (Joh 20,22)

Auf hebräischen heißt Geist Ruach. Das heißt auch Hauch oder Wind. In einem Pfingstlied singen wir „Atem Gottes“. Bei der Erschaffung des Menschen hauchte Gott der leblosen Materie Leben ein, und so wurden wir lebendige Menschen. Wir glauben, dass dies bei der Zeugung eines jeden Menschen immer geschieht. Ohne den Lebensatem Gottes wären wir nicht lebendig.

Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Das Einhauchen des Heiligen Geistes geht über den natürlichen Lebensatem hinaus. Der Heilige Geist ist Gott selber. Er ist die Liebe Gottes, das Leben Gottes, das ewige Leben. Wenn der Heilige Geist in uns ist, dann ist göttliches Leben in uns. Dieses Leben kann der Tod nicht zerstören.

Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Wenn wir atmen, können wir uns daran erinnern, dass wir den Heiligen Geist, den Hauch Jesu, einatmen dürfen. Mit jedem Atemzug dürfen wir göttliches Leben und göttliche Liebe in uns aufnehmen. Wenn wir ausatmen, dürfen wir alles loslassen, was wir Gott übergeben wollen, nicht nur die Lasten und Sorgen, sondern auch unsere Sünden, alles, worauf wir nicht stolz sind, was nicht gut war oder wovon wir meinen, dass es nicht gut war.

Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Gebet:
Jesus, ich danke dir für den Heiligen Geist, den du mir einhauchst. Mit jedem Atemzug will ich heute daran denken: ich atme dein Leben ein, deine Liebe. Heiliger Geist, ich danke dir, dass du dich mir schenkst und dass der dreifaltige Gott in mir lebt. Ich danke dir auch, dass du in deiner Kirche lebst und dass ich dich in der Gemeinschaft der Jünger empfange.

Pastor Roland Bohnen
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Folge mir nach! (Joh 21,19)

07 Woche der Osterzeit Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 21, 1.15–19

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.
Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Tagesimpuls

Folge mir nach! (Joh 21,19)

Mit diesem Ruf Jesu können wir uns immer wieder neu ausrichten auf das was wirklich wichtig ist, was unsere Aufgabe, unsere Mission ist. Ich bin überzeugt, dass jeder von uns eine Lebensaufgabe hat. Darin enthalten sind die vielen kleinen Dinge des Alltags, eigentlich jede Minute, die ihre eigene Aufgabe hat. Das alles steht im Kontext unserer großen Lebensmission. Wenn z.B. eine junge Mutter die Aufgabe hat, für ihre Familie und für ihr Baby zu sorgen, dann folgt sie darin Jesus nach. Viele kleine Entscheidungen ergeben sich aus dieser großen Aufgabe. Vielleicht entscheidet sie sich dagegen mit ihrer Freundin übers Wochenende wegzufahren, weil sie die Aufgabe als Mutter hat. Sie folgt Jesus nach und bleibt ihrer Berufung treu.

Folge mir nach!

Man darf aber nicht verschweigen, dass es in unserem Leben Entscheidungen gibt, die nicht unserer Berufung entsprechen. Wir machen Fehler und wir sündigen. Aber das weiß Jesus, und er ruft uns trotzdem, ihm nachzufolgen. Wenn wir seinen Ruf hören und ihm folgen, können wir immer wieder umkehren und uns neu ausrichten. Vielleicht ist ein Priester oder Ordensmann zu relativ viel Gebet gerufen. Wenn er dann aber was anderes gemacht hat, ist er seiner Berufung nicht ganz treu gewesen. Nun ruft Jesus: „Folge mir nach!“ Und er spürt, dass er sich korrigieren muss, um seiner Berufung wieder mehr treu zu sein.

Folge mir nach!

Wir müssen noch hinzufügen, dass wir unsere Berufung nur dann leben können, wenn der Heilige Geist kraftvoll in uns wirkt. Der Heilige Geist überführt uns, wo wir sündigen und unserer Berufung nicht ganz treu sind. Er erleuchtet uns, damit wir wissen, was unser Weg ist. Er hilft uns, die Neigungen zum Bösen zu vertreiben (dahinter stecken oft teuflische Kräfte), damit wir frei werden, unseren Weg wirklich zu gehen. Er stärkt uns, wenn es scheint, dass unsere Berufung uns überfordern würde. Noch vieles andere schenkt uns der Heilige Geist, damit wir unsere Berufung gut leben können.

Gebet:

Jesus, bitte verzeih mir, dass ich nicht immer treu war in meiner Berufung. Bitte sende mir den Heiligen Geist, damit er mir hilft, meine Berufung zu erkennen und zu leben.

Pastor Roland Bohnen

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Tagesimpuls

Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? (Joh 16,31)

07 Woche der Osterzeit Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 16, 29–33

In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Siehe, jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Bildreden.
Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemandem gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.
Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?
Siehe, die Stunde kommt und sie ist schon da, in der ihr versprengt sein werdet, jeder in sein Haus, und mich alleinlassen werdet. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Tagesimpuls

Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? (Joh 16,31)

Es sieht so aus, als hätte Jesus bei den Jüngern etwas Grundlegendes erreicht. Sie sind zum Glauben gekommen, dass er von Gott ausgegangen ist, dass er in Ewigkeit bei Gott ist, noch bevor die Welt geschaffen wurde, dass er Gott selbst ist, die zweite Person der göttlichen Dreifaltigkeit. Das war die Mission Jesu. Dazu war er in die Welt gekommen. Er wollte Gott offenbaren. Er wollte uns zeigen, wer Gott ist und wie Gott ist. Und nun haben die Jünger es verstanden.

Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?

Aber damit ist es noch nicht zu Ende. Vielleicht kann man es vergleichen mit einer Schulklasse, die das erste Schuljahr beendet hat. Die Lehrerin ist stolz auf die Kinder und lobt sie, weil sie es verstanden haben. Aber zugleich macht sie den Kindern klar: Dies ist zunächst die erste Klasse, aber es geht noch weiter!

Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?

An der Stelle, wo man meint, dass man feiern könnte, weil die Jünger das Ziel erreicht haben, kommt die Prophezeiung, dass schwere Zeiten auf die Jünger zukommen. Es wird die größte Offenbarung der Liebe Gottes folgen, das Kreuz. Aber das bedeutet nicht nur für Jesus, sondern auch für die Jünger Leiden und Bedrängnis.

Aber das bedeutet nicht nur für Jesus, sondern auch für die Jünger Leiden und Bedrängnis.

Es ist aber nicht die Absicht Jesu, uns Angst zu machen. Er will uns Kraft schenken, er will, dass wir Frieden haben. Wir können von Jesus lernen. Wenn man jemandem helfen will, dann bringt es nichts, ihm Sand in die Augen zu streuen. Man muss schwierige Tatsachen ansprechen. Jesus sagt uns: „Ja, es wird nicht leicht, aber habt Mut, ich habe die Welt besiegt!“ Das ist realistisch, und zugleich hoffnungsvoll.

Aber das bedeutet nicht nur für Jesus, sondern auch für die Jünger Leiden und Bedrängnis.

Jesus zeigt uns aber auch, dass wir immer unterwegs bleiben. Wir dürfen ein Etappenziel feiern. Aber zugleich müssen wir immer wachsam bleiben und uns auf neue Herausforderungen einstellen. Und so, wie wir die vergangenen Herausforderungen mit der Hilfe Jesu bewältigt haben, so werden wir es auch mit den zukünftigen tun.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns auf allen unseren Wegen begleitest. Der Heilige Geist ist mit uns und hilft uns, alle Herausforderungen zu meistern. Danke, dass du uns realistisch zeigst, dass wir in Bedrängnis kommen werden. Danke aber auch, dass du uns Mut machst, denn wir haben immer deinen Beistand. Danke aber auch für die Kirche, für die Geschwister, die an unserer Seite sind.

Pastor Roland Bohnen

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Pfarrer-Kreins-Str. 2
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#Jesus #Jünger #Vater
10 Minuten für Gott

Täglicher Impuls aus der Heiligen Schrift für die persönliche Gebetszeit

Tagesimpuls

So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. (Joh 16,22)

06 Woche der Osterzeit Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 16, 20–23a

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, hat sie Trauer, weil ihre Stunde gekommen ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

Tagesimpuls

So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. (Joh 16,22)

Jesus verspricht uns Freude, die uns niemand mehr nehmen kann. Aber vorher gehen wir durch die Trauer. Die Trauer hat ihren Grund darin, dass wir Jesus nicht sehen, die Freude hat ihren Grund darin, dass wir Jesus wiedersehen. Bei der ersten Erscheinung zu Ostern heißt es dementsprechend auch im Johannesevangelium: Da freuten sich die Jünger, als sie ihn sahen.

So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.

Eine Freude, die uns niemand mehr nimmt – ist damit der Himmel gemeint? Oder meint Jesus einen Zustand, den man schon hier auf der Erde erleben kann? Ich persönlich glaube, dass es auch schon hier auf der Erde möglich ist. Aber bevor das so ist, gehen wir immer wieder durch Leid hindurch. Ich kann mir vorstellen, dass wir irgendwann einmal erkennen, dass die äußere Lebenssituation oder das, was andere machen, nichts mehr mit unserer Freude zu tun hat. Ich meine damit, dass wir innerlich diese Freude dauerhaft erleben können, auch wenn wir äußerlich leiden. Und wenn andere uns Böses tun, dann sagt Jesus in der Bergpredigt: „Freut euch und jubelt!“ Wenn Jesus sagt, dass uns niemand die Freude nimmt, dann meint er genau das. Es geht nicht darum, dass alle gut zu uns sind und wir nicht mehr leiden. Es geht darum, dass weder das Böse in der Welt noch die Leiden uns die Freude nehmen. Das macht auch Sinn, denn der Grund unserer Freude ist nicht, weil alle so freundlich sind oder weil wir immer gesund sind, oder weil das Wetter so schön ist, sondern weil wir Jesus sehen und die Verbindung mit ihm nicht abreißt.

So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.

Das ist eine Frucht des Heiligen Geistes! Dafür brauchen wir den Heiligen Geist. Heute können wir mit der Pfingstnovene beginnen. Für alle, die noch nach einem schönen Gebetstext für eine Pfingstnovene suchen, habe ich eine auf unsere Homepage gestellt:

https://kirche-selfkant.de/pfingstnovene-beten/

Bitten wir den Heiligen Geist, dass er uns immer mehr mit dieser Freude erfüllt, die daraus resultiert, dass wir Jesus wiedersehen!

Gebet:

Heiliger Geist, in diesen Tagen rufen wir dich an! Bitte schenke uns heute die Freude, von der Jesus spricht! Auch wenn es nur ein Vorgeschmack sein kann auf die bleibende Freude, die uns niemand mehr nimmt, schenke uns diese Freude! Und hilf uns, allen Menschen, die nicht gut zu uns sind, zu verzeihen, damit sie uns nicht die Freude rauben können!

Pastor Roland Bohnen

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#Jesus #Jünger
Pfingstnovene beten - Kirche im Selfkant

Jesus fordert seine Jünger auf, noch nicht hinauszugehen, sondern zunächst gemeinsam zu beten, bis sie den Heiligen Geist empfangen. Daher waren sie nun die ganze Zeit beisammen, neun Tage lang, bis der Heilige Geist an Pfingsten auf sie herabkam. Daraus hat sich die Tradition entwickelt, neun Tage vor Pfingsten, also ab Freitag nach Christi Himmelfahrt, […]

Kirche im Selfkant

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern! (Mt 28,19)

Christi Himmelfahrt

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 28, 16–20

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Tagesimpuls

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern! (Mt 28,19)

Bevor Jesus in den Himmel fährt, gibt er ihnen einen letzten Auftrag: wir sollen alle Völker zu Jüngern Jesu machen. Die Völker sollen also christlich geprägt sein. Wir kennen abschreckende Beispiele von der Idee des Gottesstaats, aber die Tatsache, dass eine Idee missbraucht wird, bedeutet nicht, dass die Idee an sich falsch wäre. Die Grundidee oder der Grundauftrag Jesu ist, dass nicht nur Individuen christlich leben und handeln, sondern dass auch Gemeinschaften vom Geist Christi geprägt werden, z.B. Familien, aber sogar ganze Völker.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!

Es ist gut, wenn Eltern ihre Kinder christlich erziehen und versuchen, sie zu Jüngern Jesu zu machen. Es ist gut, wenn wir katholische Kindergärten und Schulen oder christliche Bruderschaften haben. Es ist auch gut, wenn sich in einem Volk oder einem Staat der christliche Glaube widerspiegelt, z.B. in einer Sozialgesetzgebung, die für alle gut ist, oder im Feiern der christlichen Feiertage, an denen arbeitsfrei ist.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!

Traditionell regt sich, wenn man so etwas sagt, immer der Protest, dass man Menschen nicht zwingen darf. Eltern sollen warten, bis die Kinder groß sind, im katholischen Kindergarten soll man weltlich sein, weil es viele Religionen gibt, und ein Staat soll weltlich sein, weil es viele Religionen und Weltanschauungen gibt. Wer so protestiert, macht aber einen Denkfehler. Der Anspruch, „weltlich“ zu sein, ist genauso eine Vorentscheidung wie der Wunsch, christlich zu sein. Wieso dürfen diejenigen, die das Weltliche befürworten, die Meinungen aller diktieren?

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!

Als zweiter Protest wird die Kolonialisierung angeführt, dass Christen andere Völker mit Gewalt christlich gemacht haben. Dieser Protest ist berechtigt. Wir Christen dürfen alles nur mit Überzeugung machen, nie mit Gewalt. Jesus sagt, dass er gekommen ist, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen. Genau das sollen wir auch tun. Unser Christentum hat eine große Überzeugungskraft, die reicht vollkommen aus. Wir Christen dürfen uns in unserer Demokratie dafür einsetzen, dass christliche Werte in der Gesellschaft gefördert und erhalten werden.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!

Eine letzte Frage, die ich ansprechen möchte, ist die Frage, wie wir Jünger sein sollen. Manche hatte Jesus aufgefordert, alles zu verlassen. Andere hat Jesus in die Familie zurückgeschickt. Offensichtlich gibt es da viele Wege. Nicht jeder muss ein Ehrenamt in der Gemeinde haben. Manche leben ihr Christsein mitten im Beruf, andere in der Familie. Aber es gibt auch die, die sich im Raum der Kirche besonders engagieren, damit die Kirche ein Ort ist, wo sich alle eingeladen und willkommen fühlen.

Gebet:

Jesus, du sagst uns, dass wir alle zu Jüngern machen sollen. Bitte hilf uns, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern mit großer Überzeugungskraft in die Gesellschaft hineinwirken. Wir beten heute auch für unsere Familien, dass wir sie zu einem christlichen Leben überzeugen können.

Pastor Roland Bohnen

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#Himmelfahrt #Jesus #Jünger #Mission