Hallo Schachfreunde der SSG !
Am 19.04. wurde mal wieder Schach in Hungen gespielt und es ist Einiges passiert. Wieder mal gab es einen Doppelspieltag zu bestaunen. Während unsere SSG 3 mit einem verdienten Sieg gegen Braunfels 4 den Aufstieg endgültig perfekt machte, musste unser 2. Flaggschiff leider die 3. Niederlage der Saison einstecken. Allerdings war der Gegner kein Geringerer als Aufstiegsaspirant Marburg 3. Die Mannschaft ist gespickt mit tollen Spielern und trotz allem ging die SSG nicht unter und holte immerhin 2,5 Brettpunkte an diesem Sonntag.
Aber seht selbst.
Brett 1
Ich hatte mich zwar auf Torsten Brand vorbereitet, jedoch spielte er kein London System, wie von mir erwartet. Englisch kam aufs Brett und dagegen spielte ich nach "1.c4" das scharfe "1....b6!?". Eine seltene Nebenvariante, die man ernst nehmen sollte. Brand war jedoch mit diesen Stellungen nicht so vertraut und bereits nach wenigen Zügen konnte ich meinen Gegner unter Druck setzen. Die Idee hinter "b6" ist, nach dem Weiß das sogenannte Voll Zentrum gebildet hat mit "c,d und e Bauer", das nach "Lb7" und späterem "Lb4" der "e Bauer" schwach wird und Weiß kann Probleme bekommen.
Brett 2
Hier spielte Michael Ranft gegen Louis Hessler und es wurde nach "1.d4 g6" die sogenannte moderne Verteidigung gespielt. Eine Art Königsindischer Aufbau von Schwarz. Auch hier gibt es viel Theorie, worauf ich nicht näher eingehen werde. Michael kam eigentlich ganz gut aus der Eröffnung und hatte einen schönen Raumvorteil im Zentrum. Hessler schob beide Randbauern sehr weit nach vorne, jedoch blieb der Computer relativ unbeeindruckt davon und gab Michael schon einen deutlichen Vorteil. Es wurden ein paar Leichtfiguren getauscht und die Stellung blieb sehr verschachtelt. Den ersten Fehler beging Michael, indem er seinen Bauern nach "c4" spielte. Die Stellung sollte geöffnet werden, jedoch war dies der falsche Ansatz. Jetzt wird der weiße "d Bauer" schwach und Schwarz bekommt jetzt Gegenspiel. Ein besserer Ansatz wäre, "Tb1" zu spielen, um die "b Linie" zu öffnen.
Brett 3
Dr. Hölß bekam es an diesem Brett mit Luca Ellsiepen zu tun, einem starken jungen Spieler aus Marburgs Garde. Es kam die sogenannte preußische Partie aufs Brett, genauer gesagt, die "Zwei - Springer" Variante im Nachzug. Es war erstaunlich anzusehen, wie viele "Theorie Züge" beide Spieler hier im Kopf hatten. Ich habe das geprüft und die Eröffnung war beidseitig bis Zug 19 "Variantenfest"! Im 19.Zug kippte die Partie jedoch plötzlich zu Gunsten von Marburg. Anstatt seinen angegriffenen Springer nach "d6" zu ziehen, hätte Dr.Hölß nochmal innehalten sollen, um vielleicht "The8" bzw. "Tae8" zu finden. Denn jetzt hängt erstmal der weiße Turm auf "e1" und Weiß steht im Mattnetz! Schlägt man den schwarzen Turm, kommt der nächste nach "e8" und es droht wieder Matt. Weiß hätte also keine Zeit gehabt, den schwarzen Springer zu schlagen. Weiß hätte den Turm passiv nach "d1" parken müssen, denn der Abtausch wäre auf Grund der schwachen Grundreihe mit dem hängenden Läufer auf "c1" auch nicht gegangen.
1/6