Köln-Chorweiler: Haselnusshof in Heimersdorf wird 60 Jahre alt

Köln-ChorweilerHaselnusshof in Heimersdorf wird 60 Jahre alt

Von

Christopher Dröge

10.07.2025, 18:02 Uhr

3 min

Supermärkte, Apotheken und Restaurants wie der „Fürstenhof“: Der Haselnusshof ist immer noch Treffpunkt für die Heimersdorfer.

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Die Händler des Heimersdorfer Einkaufszentrums hatten es sich nicht nehmen lassen, den runden Geburtstag zu feiern. 

60 Jahre ist es her, dass das Einkaufszentrum des Haselnusshofs im Zentrum von Heimersdorf eröffnet wurde – ein Anlass, den die Interessensgemeinschaft der ansässigen Ladenbetreiber mit einem Fest für Kunden und Nachbarn beging. Unter den Vordächern der Ladenzeilen hatten die Geschäftsleute ihre Stände aufgebaut, an denen sie Sonderangebote, kostenlose Proben oder auch kleine Spiele anboten – manche hatten ihren Platz aber auch Privatleuten überlassen, die die Gelegenheit nutzten, um Trödel zu verkaufen.

Auch die in Heimersdorf ansässigen Vereine waren vor Ort, so etwa die Katholische Frauengemeinschaft, oder auch die 1. Kölner Mongolenhorde. „Heimersdorf hat ein sehr lebendiges Vereinswesen“, weiß Bernhard Weis aus dem Vorstand der IG Einkaufszentrum Heimersdorf, Leiter der Rewe-Filiale am Haselnusshof. „Damit sticht das Viertel aus den umliegenden Stadtteilen heraus.“

Verändertes Kaufverhalten – Ortskern verliert an Kundschaft

Weis selbst ist „zugezogen“, wie er es ausdrückt, und noch nicht allzu lange am Heimersdorfer Standort tätig – seine Vorstandskollegin Hildegard Dick hingegen ist Alteingesessene: Bis im vergangenen Jahr betrieb sie die Metzgerei Dick, die 35 Jahre lang am Haselnusshof zu finden war. Zwar hatte sie das Geschäft bereits im vergangenen Jahr geschlossen, dennoch engagiert sie sich weiter ehrenamtlich für die IG.

„Es hat sich viel verändert, daran besteht kein Zweifel“, sagt sie, wenn sie an die zurückliegenden Jahrzehnte denkt, „ganz wenige der Ladenbetreiber von früher sind noch dabei.“ Die Veränderungen des Einkaufsverhaltens der Kundschaft sind auch am Haselnusshof spürbar. „Die jungen Leute, die jetzt wieder verstärkt nach Heimersdorf ziehen, fahren größere Märkte außerhalb des Ortes an – da besorgen sie sich alles in einem Rutsch und kommen nicht extra wegen einer Metzgerei hierher.“

Der IG gehe es deswegen darum, den Haselnusshof als lebendigen öffentlichen Ort zu gestalten. „Wir wollen nicht nur als Nahversorgungszentrum wahrgenommen werden, sondern auch Verweilqualität schaffen“, sagt Weis. Dass der Haselnusshof die Funktion eines traditionellen Marktplatzes erfüllt, zeigt sich auch an den Schaukästen, in denen Läden und Vereine ihre Termine ankündigen. „Im Moment haben wir die Idee, das zu modernisieren und eine digitale Stele zu installieren, auf der dann die Angebote der Händler und die Termine des Stadtteils in dem jeweiligen Monat angezeigt würden“, so Weis.

Im Vergleich zu anderen Nahversorgungszentren leidet der Haselnusshof denn auch unter noch vergleichsweise geringem Leerstand. Dem beim Bau verwendeten Waschbeton, typisch für die 1960er und 70er Jahre, sieht man sein Alter inzwischen jedoch durchaus an. „Eine Modernisierung ist immer wieder mal im Gespräch, aber die Mühlen mahlen sehr langsam“, sagt Dick. „Bis dahin greifen wir zur Selbsthilfe und bessern kleine Schäden selbst aus.“

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Christopher Dröge

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.

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Köln-Heimersdorf: Haselnusshof soll besser erreichbar sein

Köln-HeimersdorfHaselnusshof soll besser erreichbar sein

Von

Christopher Dröge

26.06.2025, 16:04 Uhr

Lesezeit 2 Minuten

Ein Zebrastreifen könnte den Haselnusshof mit der Bushaltestelle verbinden.

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Weil viele ältere Mitbürger mit dem Bus zum Einkaufen fahren, lässt die Bezirksvertretung jetzt die Möglichkeit eines zweiten Zebrastreifens prüfen. 

Der Haselnusshof ist das Nahversorgungszentrum von Heimersdorf – in der den Waschbeton-Charme der 1970er-Jahre ausstrahlenden Einkaufspassage findet man alles für den täglichen Bedarf. Gerade auch ältere Mitbürger, von denen überdurchschnittlich viele in Heimersdorf wohnen, kaufen dort ein. Nicht alle kommen jedoch zu Fuß, viele, die weiter abseits an den Rändern des Viertels wohnen, nutzen die Buslinie 125, die auf ihrer Route stadteinwärts direkt an der Haltestelle der Stadtbahn hält, von dort aus ist die Passage bequem zu erreichen. Möchten die Nutzer jedoch wieder zurück, müssen sie auf dem Weg zur Haltestelle der Gegenfahrrichtung einen umständlichen Umweg in Kauf nehmen – der bisher einzige Zebrastreifen dort führt nämlich auf die andere Seite der Zypressenstraße, so dass die Nutzer zunächst ein ganzes Stück die Straße entlang laufen müssen, bevor sie diese queren können, um dann wiederum zur Bushaltestelle Haselnusshof laufen zu können.

SPD möchte zweiten Zebrastreifen

Das ist eine erhebliche Erschwernis, vor allem für Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, so die Einschätzung der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler. In der jüngsten Sitzung des Gremiums hatte sie daher per Antrag einen weiteren Zebrastreifen angeregt: So solle die Verwaltung prüfen, ob eine zusätzliche Fahrbahnquerung in Höhe des Durchgangs zum Innenbereich des Haselnusshofs neben dem Drogeriemarkt eingerichtet werden könne, die dem betroffenen Personenkreis den barrierefreien Zugang zur Bushaltestelle ermöglichen würde. „Die Einrichtung eines direkten Fußgängerüberwegs würde zu einer verbesserten Wegeführung beitragen und die Verkehrssicherheit nachhaltig erhöhen“, so der SPD-Antrag. Sollte die Prüfung der Verwaltung jedoch zu einem negativen Ergebnis kommen, werde sie gebeten, alternative Maßnahmen vorzuschlagen, die ebenso geeignet seien, die Bushaltestelle besser erreichbar zu machen.

Eine solche brachte die parteilose Bezirksvertreterin Lilo Heinrich in die Diskussion ein: Sie fühlte sich durch den Vorschlag der SPD an die Kreuzung der Neusser Straße mit der Wilhelmstraße in Nippes erinnert. Eine spezielle Ampelschaltung, die den Fußverkehr von dem KFZ- und Radverkehr trennt, erlaubt den Fußgängern dort, die Kreuzung auch quer zu überqueren. „Eine solche Lösung fände ich auch für den Haselnusshof sinnvoll“, sagte Heinrich. Letztlich wurde der Antrag ohne Änderungen beschlossen. 

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Christopher Dröge

schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.

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