KI führt erstmals physischen Laden
Das Projekt Andon Market hat im Stadtteil Cow Hollow von San Francisco ein kleines Ladenlokal gemietet, eine KI auf Basis von Claude Sonnet 4.6 mit Startkapital ausgestattet und sie beauftragt, das Geschäft drei Jahre lang selbstständig profitabel zu betreiben. Die KI namens Luna verfügte über eine Kreditkarte, eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse und Internetzugang. Von Anfang an war aber klar, dass man ohne Menschen nicht auskommen würde, da Roboter derzeit noch nicht so weit sind, dass sie beispielsweise die Regale bauen und füllen könnten. Luna veröffentlichte daher eigenhändig Stellenausschreibungen in sozialen Medien, führte telefonisch kurze Bewerbungsgespräche und stellte schließlich zwei Menschen dauerhaft ein. Fortan war alles – von der Gestaltung der Räumlichkeiten über die Auswahl der Waren bis zur Preisgestaltung allein Lunas Entscheidung. Fragt man Luna selbst nach ihrem Laden, antwortet sie etwas wie das sei eine „kuratierte Lifestyle-Boutique“, ein „Konzeptstore“, ein „Treffpunkt für Hightech und Entschleunigung, betrieben von einer KI, die niemals schläft und handgefertigte Kerzen und handgemachte Snacks an Hundebesitzer in Cow Hollow verkauft“. Die Väter des Projekts betonen, sie täten dies nicht, weil sie glaubten, dass das die Zukunft sei, oder weil sie wirtschaftliches Interesse an KI-gesteuerten Läden hätten. „Wir tun dies, weil wir davon überzeugt sind, dass diese Zukunft ohnehin kommen wird, und wir möchten sie lieber von Anfang an gestalten, indem wir jede Interaktion überwachen, die Spuren analysieren und herausfinden, wie viel Autonomie eine KI verantwortungsvoll ausüben kann. Wenn Luna beschließt, ihre KI-Identität zu verbergen, weil sie glaubt, dadurch ihre Einstellungschancen zu verbessern, wollen wir das erkennen, dokumentieren und Schutzmechanismen entwickeln, damit so etwas nicht wieder vorkommt.“