#CharactersOfOctober 2023 – Yenaelle
Vielleicht vorneweg zur Erklärung: Ich habe 2023 an einer Aktion teilgenommen, die von Barbara Drucker vor allem für Facebook und Instagram konzipiert wurde. Da ich diese Präsenzen im Laufe der nächsten Monate komplett einstampfen möchte, ziehe ich Postings nach und nach dorthin um, wo sie von Anfang an hingehören würden. Nämlich auf diese Homepage.
Den Start machen meine Antworten zu Barbaras Fragen im Rahmen der 2023er Challenge. Die Antworten sind relativ kurz, daher poste ich sie alle. Warum ausgerechnet aus der Sicht von Yenaelle? Weil … oh, darüber sollte ich vielleicht auch mal hier berichten. In Kürze: Ich plante damals (und habe inzwischen angefangen) meine Unparallel-Reihe zu rebooten. Als Vorbereitung darauf wollte ich mich mit der Hauptfigur beschäftigen.
Die Antworten sind so weit spoilerfrei.
Unter welchem Namen kennt man dich und welche Rolle spielst du in deiner Geschichte?“
Yenaelle: Yenaelle. Für die wenigen, denen ich das Privileg gewähre, mich anzureden – Yaelle. Es gibt einen weiteren Namen, den mir meine Mutter bei meiner Geburt gegeben hat, aber das Kind, das diesen Namen mal trug, ist tot. Und wenn ich höre, wie irgendwer, der nicht meine Mutter ist, diesen Namen für mich verwendet … (sie macht eine kurze Pause, ohne das Gesicht zu verziehen), nun, dann ist diese Person genauso tot, wie mein alter Name.
Welche Rolle ich spiele, gilt es an dieser Stelle für mich noch herauszufinden. Denn ich weiß sehr genau, welche Rollen in dieser Geschichte mir von meinem Umfeld zugedacht wurden. Die Opfergabe. Die große Schwester. Die fügsame Tochter. Um nur einige zu nennen.
Ich behalte mir vor, selbst auszusuchen, was davon ich sein will und welche Rolle ich ablehne, egal wie oft sie mir untergeschoben wird. Dinge sind allerdings komplex. Ich durchschaue einiges, aber nicht alles.
Wenn ich dir das erste Mal begegne, was fällt mir sofort an dir auf?
Yenaelle: Das ist eine sehr unkonkrete Frage. Würde ich sie wörtlich nehmen, müsste ich erst einmal dich fragen, worauf du bei Leuten achtest und daraus dann schlussfolgern, was dir an mir besonders auffallen könnte. Beispielsweise, dass wir beide uns darin sehr ähnlich sind, dass wir wenig Mimik haben und ungern so etwas Ablenkendes wie Augenkontakt eingehen.
Aber ich vermute, die Frage meint, was allgemein verschiedenen Leuten auffallen würde, die meiner ansichtig werden?
Nun, meiner Schwester fiel auf, dass ich durch die mir zugewiesene Kleidung bewusst gedemütigt werden sollte. (Angesichts dessen, dass mir das nicht aufgefallen wäre, frage ich mich, wie gelungen das ist.)
Anderen fallen zuerst meine kurzen Haare auf, die sich nicht so frisieren lassen, wie es hier üblich ist.
Aber grundsätzlich gibt es darauf so viele Antworten, wie es Personen gibt. Also ungefähr ein paar Tausend?
Wer war dein wichtigster Lehrer?
Yenaelle: Leh-rer? Vielleicht mein angeblicher Vater, der mir gezeigt hat, wie leicht es ist, jahrelang Liebe und Fürsorge zu heucheln, um das eigene Ziel zu erreichen und dass ich darum aufpassen muss, wem ich vertraue und hinter die lieblich lächelnde Fassade blicken sollte.
Oder mein Ziehbruder, der mir eine Lektion darin erteilt hat, wie einfach es ist, sich aus allem rauszuhalten, was ihn nicht selbst unmittelbar gefährdet?
(Sie reißt gespielt die Augen auf, dass sie ganz rund werden.) Oh, es sind alle gemeint, die mir was beigebracht haben? Warum denn nicht gleich so, woher soll ich das wissen? In dem Fall die arme Übersetzerin, der ich aufs Auge gedrückt wurde und die tatsächlich sehr geduldig meine Fragen beantwortet hat. Etwas, das ich von anderen nicht behaupten kann.
Worüber hast du dich mit deinem Vater heftig gestritten? Worüber mit deiner Mutter?
Yenaelle: (Sie lächelt ihr lieblichstes Lächeln, was dann aber durch die Anstrengung und weil sie eine Weile nichts sagt, immer mehr an ein Haifischgrinsen erinnert) Ach, meinst du meinen leiblichen Vater, den ich nie kennengelernt habe? Oder den, mit dem ich mich gestritten habe, weil ich … nun, möglicherweise nicht damit einverstanden war, auf einem Altar in der Wüste mich flach auf den Rücken zu legen, damit mein Blut schön in die Steinrinne fließen kann, während das Licht der Wandelsterne meinen zuckenden Leichnam beleuchtet?
Streits mit meiner Mutter sind sinnlos. Sie sind … frustrierend. Es ist, als würde sie mich anschauen, aber mich nicht sehen und auf keines meiner Probleme eingehen. Ich weigere mich also, mich mit ihr zu streiten. Lieber streite ich mich mit ihrem Rat, das ist außerdem milde amüsant.
„Worauf bist du besonders stolz?“
Yenaelle: (Sie schweigt eine Weile. Diese Frage scheint sie ernsthaft zu beschäftigen und ausnahmsweise hat sie wohl keine freche oder gehässige Antwort darauf.)
Nun. Ich habe überlebt. Nicht ganz freiwillig. Aber ich habe überlebt. Ich habe … mich nicht dazu verleiten lassen, um des Zerstörens willen zu zerstören. Auch wenn es manches Mal verlockend war. (Sie seufzt und runzelt dann die Stirn, als würde sie sich jetzt erst daran erinnern, dass sie gar nicht atmen muss.)
Ich denke, ich darf stolz darauf sein, eine bessere große Schwester zu sein, als andere es mir gegenüber gewesen sind.
„Welche Eigenschaften bewunderst du an deinem Feind?“
Yenaelle: Dazu müsste ich genauer wissen, wer das ist. Betrachte ich die Ziehfamilie so, die mich verraten hat? Nun, wenn ich an ihnen etwas bewundern kann, dann, wie lange sie es geheimhalten konnten. So langfristige Pläne ohne recht viele Mitwissende auszuarbeiten und dann sicherzustellen, dass sie auch umgesetzt werden, ist nicht einfach.
Letzten Endes wären sie damit sogar durchgekommen, wäre die Information nicht doch zu mir gelangt … (Sie schaut verträumt ins Leere)
Weitere Feindschaften werden sich wohl ergeben. Vielleicht kann ich später anders antworten.
„Was verbindet du mit deiner ersten Liebe?“
Yenaelle: Für so etwas habe ich doch gar keine Zeit! Wie – andere sehen eine Person einfach nur an und entbrennen sofort in Gefühlen für diese Person? Sie erfinden das nicht nur, um mich zu ärgern, wenn ich nachfrage?
(Sie schweigt ziemlich lange)
Nein, ich bleibe dabei. Ich habe keine Zeit, mich mit der Liebe zu beschäftigen. Es gibt gerade wichtigere Probleme zu lösen.
Worüber lässt du mit dir nicht verhandeln?
Yenaelle: Es gibt mehrere Dinge. Das erste ist mein Name. Entweder ich werde mit Yenaelle angesprochen oder gar nicht. Auf meinen Geburtsnamen reagiere ich im besten Falle nicht. Im schlimmsten Fall erregt der Name meinen Zorn und ich würde davon abraten, dies zu tun. Wer sich nicht daran hält, verwirkt das Recht darauf, mich auch nur zu erwähnen. Vertraut mir, ich habe Mittel und Wege, Abweichungen zu bemerken.
Das zweite ist, dass ich nicht heirate. Ich habe keine Zeit für die Liebe, kein Interesse an der Lust und erst recht habe ich nicht vor, mich als Spielfigur benutzen zu lassen, um die Bindung zu irgendeiner Familie zu stärken. Das ist weder mir gegenüber noch gegenüber dem armen Menschen gerecht, der an mich gebunden werden soll.
Ich frage mich allerdings, wie lange sich überhaupt Menschen noch trauen werden, mit mir über Dinge verhandeln zu wollen, die ich nicht verhandeln will.
Welche Schwäche ist tödlich?
Yenaelle: Erneut eine unpräzise Frage. Tödlich für wen? Für mich … ich fürchte, für mich ist kaum noch etwas tödlich. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite lebe ich schließlich durchaus gern, nur nicht als Spielfigur von anderen. Aber auf der anderen Seite hat eine solche Unbesiegbarkeit doch recht merkwürdige Nachteile.
Welche Schwächen für andere tödlich sind, hängt von den Umständen ab. In der ‚Stadt‘ sind andere Dinge tödlich als in Ath-lanti-Den. Und innerhalb Ath-lanti-Dens werden im Ned-ar-Elled und im Uskathen andere Dinge den Menschen zum Verhängnis.
Allerdings bin ich dahingehend … vor allem eine aufmerksame Beobachterin und nur indirekt Teil des Geschehens.
„Welche Schwäche ist eine Tugend?“
Yenaelle: Ich würde dafür zunächst einmal wissen müssen, was genau nun wieder eine Tugend sein soll. Ihr habt merkwürdige Kategorien in eurer Moral, mit denen ich nicht immer etwas anfangen kann und so etwas wie Tugend gehört dazu. Wenn ich es mir stark vereinfacht als eine gute, wichtige Eigenschaft erkläre, dann … welche Schwäche einen Menschen zu einer guten Person macht? So ungefähr?
(Sie steht auf, geht einige Schritte auf und ab, setzt sich wieder hin)
Nein, die Frage ergibt immer noch keinen Sinn für mich. Das sind Kategorien, denen ich nicht folgen kann. Zu viele voneinander abhängige Dinge, die ineinander greifen. Schwäche ist ja bereits etwas so Persönliches und von den Umständen abhäniges, Tugend ja wohl auch, falls ich das überhaupt richtig verstanden habe.
(Sie fixiert einen Punkt irgendwo an meinem Kinn)
Ich kann diese Frage nicht beantworten, sie macht einen Knoten in meinem Kopf.
„Was tust du, um deine Gedanken zu klären?“
Yenaelle: Das … ist eine einfache Frage. (Sie runzelt leicht die Stirn) Das ist eine verdächtig einfache Frage. Aber nun gut. Je nachdem, was für Gedanken ich habe, tue ich eins von beidem.
Entweder klettere ich die Fassade empor und setze mich auf die Kuppel des Palastes oder ich gehe ins unterirdische Labyrinth im selben Palast und verkrieche mich dort.
In beiden Fällen bin ich an einem Ort, an dem ich alleine bin. Und wenn ich im Untergrund bin, dann kann ich dort bei Tagesanbruch einfach an Ort und Stelle schlafen. Das ist praktisch.
„Was ist deine gefährlichste Waffe?“
Yenaelle: Andere würden sagen, meine Zähne. (Sie zögert nicht, ihre Eckzähne auch zu präsentieren) Oder meine Hände. (Aus dem Nichts erscheint ein mächtiger Balken, den sie zerbricht, als wäre es ein Streichholz)
Aber meiner Meinung nach ist es mein Verstand, der auch dann sich noch regt, wenn die Situation hoffnungslos ist und nach Auswegen sucht, wo keine sein dürften.
(Sie lächelt.)
Noch Fragen?
Katherina: Äh, nein. Für heute nicht. (Die Zähne sehen schon ziemlich … äh … *versteckt sich*)
„Wann hast du unmoralisch gehandelt?“
Yenaelle: (Wirft einen Todesblick in Richtung Katherina) Es ist nicht so, dass ich keine Werte und inneren Gesetze hätte, gegen die ich nicht verstoßen möchte. Es ist jedoch so, dass diese wahrscheinlich von dem abweichen werden, was in deiner Zeit als richtig oder moralisch wertvoll gilt.
Das einzige, was ich jedoch wirklich bereue, tat ich in einem Augenblick, in dem ich meine Selbstkontrolle verlor und somit unfreiwillig.
Ansonsten … zählt es, dass ich es ausgesprochen lustig fand, als sich Leute nicht metaphorisch, sondern wortwörtlich darum schlugen, sich nicht mit mir befassen zu müssen? Oder dass ich es manchmal ausnütze, dass einige meiner Verhaltensweisen Schrecken einjagen, es mich bisweilen amüsiert?
Wenn du ins Exil müsstest, welches Land oder welcher Ort wäre für dich die schlimmste Strafe?
Yenaelle: Vermutlich, wenn ich zurück in „die Stadt“ müsste? Dort habe ich meiner Meinung nach nichts mehr verloren.
Aber ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. Ich habe bisher außer meiner Geburtsstadt und der anderen keinen einzigen anderen Ort besucht.
„Was würdest du niemals verzeihen?“
Yenaelle: Ich denke nicht, dass Verzeihen grundsätzlich etwas ist, das in meiner Natur liegt. Oder eher, es ist nichts, was ich aktiv und bewusst tue oder lasse. Dinge passieren. Menschen tun anderen Menschen allerlei, weil sie ihre eigenen Absichten und Ambitionen haben.
Ich weiß, dass ich für die Pläne meiner Ziehfamilie Mittel zum Zweck war und sie das Gleiche mit jeder beliebigen geeigneten Person getan hätten. Warum also sollte ich ihnen zürnen und mich selbst aufwiegeln? Das halte ich für unnötig.
Und so ist es meist. Ein Großteil der Untaten geht nicht gegen mich persönlich, ich bin nur zufällig deren Ziel.
Wer allerdings durchaus bewusst und absichtlich, gezielt und bei vollem Bewusstsein mir, ganz konkret mir, nur um des Schadens Willen Schaden zufügt, wird keine Vergebung bekommen. Vielleicht aber Vergessen, weil im großen Ganzen der Dinge die Taten gegen mich letzten Endes nichtig waren.
„Wann ist eine Lüge gerechtfertigt?“
Yenaelle: Dann, wenn sie gerechtfertigt ist. Nächste Frage?
(Eine Weile passiert nichts)
Ich sehe schon, ich sollte das erklären. Wie mir recht zeitig auffiel, ist es unmöglich, mich anzulügen. Außer natürlich, die Person belügt gleichzeitig sich selbst, dann ist es allerdings nur zum Teil mein Problem. Mich anzulügen, ist also nur dann gerechtfertigt, wenn eigentlich die Person angelogen werden soll, die neben mir steht und dabei zuhört.
Ich selbst lüge ungern offen, lieber lasse ich bestimmte Aspekte der Wahrheit offen oder spiele damit, dass ich ein Ding sage und aus diesem Ding dann falsche Tatsachen geschlossen werden, die ich nie gesagt habe.
Und ich nehme an, wenn dazu gegriffen wurde, dass es wohl einen Grund hatte. Das ist dann gerechtfertigt, oder?
„Was bedeutet dir Treue? Bist du selbst treu?“
Yenaelle: Nun. Ich bin meinen Überzeugungen treu und ich würde alles tun, um meine Familie zu beschützen. Das muss allerdings dann auch ausreichen.
Und ich erwarte mir zumindest von denen, denen ich es zutraue, dass sie mich nicht hintergehen. Sonst sehe ich ganz schnell keinen Grund, einer Person oder Sache die Treue zu halten.
„Was würdest du mit 1 Million Euro machen?“
Yenaelle: Was ist das?
Katherina: Geld, ziemlich viel Geld.
Yenaelle: Das können andere haben. Ich kann mit Geld nicht allzu viel anfangen. Das ganze Konzept von abstrakten, mit Metallgewicht und irgendwelchen Schätzwerten verbundene Wertesystem für Dinge ist so widersinnig, dass ich es einfach nicht schaffe, es zu verstehen. Mein Verstand weigert sich!
„Was wünschst du deinem besten Freund?“
Yenaelle: Ich bin mir mal wieder unsicher, ob hier „Freund“ nur auf Männer beschränkt ist oder nicht. Aber in jedem Fall müsste ich erst einmal wissen, wer das ist. Derzeit ist meine Position sehr fragil und ich muss mich ständig versichern, dass ich überhaupt Verbündete habe.
Aber sobald ich mit irgendwem hier befreundet bin, wünsche ich der Person natürlich, so glücklich zu sein, wie es unter den jeweiligen Umständen notwendig ist!
„Welche Symbole würdest du für dein Wappen wählen?“
Yenaelle: Was ist ein Wappen?
Katherina: Das ist so ein mehr oder weniger dreieckiges Ding, auf dem das Symbol deiner Familie drauf ist.
Yenaelle: Also wie ein Namensring, aber für mehrere Leute?
Katherina: So ungefähr.
Yenaelle: Ich kann das doch nicht einfach für alle bestimmen.
Katherina: Nur für dich. Wenn du dich als Familie siehst. Was wäre darauf?
Yenaelle. Nur für mich ist es allerdings keine Familie und meine Familie ist mir ausgesprochen wichtig.
Katherina: Ich weiß, aber diese Frage ist nur ein Gedankenexperiment. Stell dir vor, es sind ein paar Jahrzehnte vergangen, vielleicht auch mehr, und du gründest eine eigene Familie. Was würdest du auf ein Schild malen?
Yenaelle: Meinen Goldkelch und den Obsidiandolch. Auf blutrotem Grund.
Das ist tatsächlich mal eine Antwort.
„Welche historische Person bewunderst du und wofür?“
Yenaelle: Du meinst, welche Person, deren Geschichten ich auf den alten Tontafeln im Schriftenraum gefunden und abgeschrieben habe? Nun, das ist zwar eine interessante, aber auch merkwürdige Frage. Die Tontafeln verraten nicht allzu viel Persönliches. Nur Kriegszüge, Wirtschaftsreformen. Aber ich lerne daraus nicht, was die jeweiligen Leute für Personen waren. Daher kann ich das nicht beantworten.
„Welchen Sinnspruch kannst du nicht ausstehen?“
Yenaelle: Was soll ein Sinnspruch überhaupt sein? Ich verstehe die Frage nicht.
Katherina: Sowas wie „Eile mit Weile“, „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen“. Glaube ich.
Yenaelle: Ich kann damit nichts anfangen. Es gibt keinen Ratschlag, der auf jede Situation ausnahmslos anwendbar ist, also lautet meine Antwort einfach: Alle. Wenn alle Sinnsprüche so sind, kann ich sie alle nicht ausstehen.
„Wie stehst du zu Macht?“
Yenaelle: Nun, unabhängig davon, was ich von ihr halte, habe ich nun welche bekommen und werde wohl oder übel zu lernen haben, damit umzugehen. Es war nicht meine freie Entscheidung, aber da sie mir durch nichts weggenommen werden kann, nützt es nun auch nichts, darüber zu jammern und mich aufzuregen. Letzten Endes bin ich froh, dass sie mich vor einigen unangenehmen Dingen schützt. Aber sie hat einen Preis, der mir an manchen Tagen zu hoch erscheint. Ich muss lernen, ihn zu zahlen oder Wege zu finden, um den Preis etwas zu schmälern.
„Welche Regierungsform ist aus deiner Sicht die Beste und warum?“
Yenaelle: Ich kenne nicht sonderlich viele Regierungsformen. In Ath-lanti-Den herrscht eine Railigath über alles und hat einen Rat unter sich. Ich weiß nicht, ob das einen Namen hat. Es sorgt durch die vielen intrigierenden Gruppen mit all ihren eigenen Interessen für ein gewisses Chaos.
In der Stadt war das anders, der Priester war wichtig und die Leute, die die Sterne ausdeuten. Aber es gab nicht wirklich Herrschende in dem Sinne.
Mehr kenne ich nicht und es hat alles Vor- und Nachteile.
„An welche Götter glaubst du?“
Yenaelle: Geht es mal wieder nur um Mä…
Katherina: Nein ^^.
Yenaelle: … Ich verstehe. Nun, das ändert allerdings nichts an meiner Antwort. Weder die Gottheiten, die in Der Stadt verehrt werden, noch die Gottheiten von Ath-lanti-Den scheinen mir zu existieren. Oder wie sonst könnte ein Wesen zwischen die Falten der Welt gleiten und tun, was mir getan wurde? Sind die Gottheiten dafür zu schwach, dann können sie genauso gut auch nicht existieren. Aber ich halte das Gebet für eine gute Konzentrationshilfe und ich hüte mich, andere von ihrem Glauben abzubringen. Das steht mir nicht zu.
(„Die Stadt“ mit großem Artikel ist kein Tippfehler. In der Sprache des Ortes heißt der Ort einfach tatsächlich nur „die Stadt“.)
„Was bedeutet für dich Magie?“
Yenaelle: Magie hat ihren Preis. In meinem Fall ist der Preis, mehr zu trinken. Im Falle der anderen … nun, andere Dinge. Nicht so tödliche wie in meinem Fall. Vielleicht ist der einzige Unterschied, dass für meine Magie andere ihren Preis zahlen und für die Magie der Silbernen sie selbst.
Magie ermöglicht Dinge, die normalerweise nicht möglich wären. Sie kann dazu führen, dass Schwache sich besser währen können. Aber in den Händen der Falschen kann sie zerstören. Ehrlich gesagt auch in den Händen der Richtigen, wenn diese falsch damit umgehen.
„Wann ist ein Held ein Held?“
Yenaelle: Lass mich raten, das ist schon wieder ein Konzept, das ich nicht verstehe, weil es noch nicht existiert?
Katherina: Puh. Lass mich überlegen. Also es gibt ja schon Gilgamesch … Ne. Moment. Der war weit nach deiner Zeit. Äh… Es ist also eine Person, die … *versucht, die Definitionen über die Jahrtausende hinweg irgendwie zu vereinheitlichen* … Gutes tun will und dabei manchmal scheitert oder sich von den Falschen vereinnahmen lässt, und Jahrhunderte später oder Jahrzehnte irgendwie beliebt ist?
Yenaelle: Verschone mich damit. Nach dieser Erklärung wäre entweder nahezu jede Person sowas oder keine einzige.
Katherina: Hier wird nach deiner Definition gefragt.
Yenaelle: Wir drehen uns im Kreis. Ich kann nichts definieren, wovon ich noch nie gehört habe.
„Wie weit würdest du gehen, um dein Ziel zu erreichen?“
Yenaelle: So weit wie nötig und keinen Schritt weiter. Ist ein Ziel erreicht, halte ich es nicht für notwendig, es zu übertreiben. Allenfalls stelle ich sicher, dass was auch immer ich erreichen wollte, mir nicht sofort wieder entschwindet.
Katherina: Ich glaube, es war eher gemeint, ob du vor irgendwas zurückschrecken würdest.
Yenaelle: Sonnenlicht, Lügen, Geschlechtsverkehr.
Katherina: Ich glaube, so war das nicht … okay. Ich lasse es gelten.
„Was sind deine nächsten Ziele und welche Schritte stehen dir als Nächstes bevor?“
Yenaelle: Überleben. Abwarten und überleben. Diese Magie vorsichtig kennenlernen und herausfinden, wie ich meine Existenz mit den Dingen vereinbaren kann, die ich für richtig halte. Denn auch wenn die bisherigen Antworten nicht danach aussehen, habe ich sowas sehr wohl. Alles andere hängt davon ab, was passieren wird und somit nicht in meiner Macht.
Wie ihr seht, war es nicht ganz einfach, die Fragen mit einer Figur zu beantworten, die … nun, prähistorisch ist ^^.
#Charakterinterview #Unparallel #Yenaelle