Wenig Licht im Dunklen Reich – „Katja Kabanowa“ am Musiktheater Linz
Elena Deinhammer
Nicht allein die geographische Nähe zu Tschechien ist für das Musiktheater Linz Anlass, sich dem Œuvre Leoš Janáčeks zu widmen, vielmehr gründet dieser Fokus auf der Bedeutung, die der Komponist mit seiner am tschechischen Sprachduktus orientierten Kompositionstechnik und der tiefen Einfühlsamkeit und Authentizität seiner Werke für die Entwicklung des Musiktheaters auf dem Weg zur Moderne innehat. Während in der vergangenen Saison „Das schlaue Füchslein“, in Linz in stark modernisierter deutschsprachiger Übersetzung und einer eigenwilligen Inszenierung von Peter Konwitschny als „Die gerissene Füchsin“ gespielt, auf dem Programm stand und in der kommenden unter dem Titel „Vanishings“ ein Liederzyklus Janáčeks mit „Darknesse Visible“ von Thomas Adès und sieben ungarischen Liedern kombiniert wird, gelangte nun „Katja Kabanowa“ zur Aufführung, erneut in deutscher Sprache und unter Regie von Peter Konwitschny. Dieser lässt in einem beeindruckenden Bühnenbild die Idee durchblitzen, die Geschichte als anhand der zentralen Frauenfigur zugespitzte Kirchenkritik erzählen zu wollen, letztlich wird davon über die Kulisse hinaus jedoch wenig sichtbar, stattdessen verhindern unpassend grotesk anmutende Szenen weitgehend das Aufkommen von Reflexion und Mitgefühl. Durch das stimmungsvolle Brucknerorchester und besonders Carina Tybjerg Madsen als bewegende Katja gelingt dennoch ein solider Premierenabend, der die Tiefe dieses Werkes zumindest hörbar werden lässt. (Rezension der Premiere v. 26. April 2026) […]
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