Im Anfang war das Ende – „Das Rheingold“ bei den Osterfestspielen Salzburg
Elena Deinhammer
Die diesjährigen Osterfestspiele in Salzburg stehen unter dem Zeichen der Rückkehr und des Neuanfangs: Nach dreizehn Jahren, in denen die Berliner Philharmoniker ihre Tage vor Ostern in Baden-Baden verbracht haben, ist das Gründungsorchester des von Herbert von Karajan ins Leben gerufenen Festivals zurück an der Salzach, nun unter der Leitung ihres aktuellen Chefdirigenten Kirill Petrenko. Nicht nur das 150-jährige Jubiläum der ersten Aufführung im Bayreuther Festspielhaus ist also geeigneter Anlass, auch Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ an die Osterfestspiele zurückkehren zu lassen. Anders als im Jahr 1967 startet dieser Ring-Zyklus aber nicht mit dem Ersten Tag der Tetralogie, sondern, ganz im Sinne Wagners und in Analogie zu Ostern gewissermaßen als Auftakt des Triduum sacrums der Oper, mit dem Vorabend, dem „Rheingold“. Dadurch wird die nächstjährige Aufführung der „Walküre“ zudem passend zum 60-jährigen Jubiläum, bevor der Zyklus im Jahr 2028 durch Einfügung von Arnold Schönbergs Opernfragment „Moses und Aron“ unterbrochen wird. Doch nicht nur die Rahmenbedingungen fügen sich perfekt, auch die Aufführung selbst erweist sich in der archaisch und durchaus klassisch anmutenden, aber den Mythos mit tiefgreifenden Gedanken neu formenden Inszenierung sowie durch die herausragenden Berliner Philharmoniker und eine Besetzung, aus der man sich einige Namen künftig in diesen Rollen merken sollte, als festgefügtes Gesamtkunstwerk, in dessen Gestemm’ kaum ein Stein wankt. (Rezension der Premiere v. 27. März 2026) […]
https://opernmagazin.de/im-anfang-war-das-ende-das-rheingold-bei-den-osterfestspielen-salzburg/
