(9/11?) Das vorletzte Kapitel widmet sich (1) Utopien / Dystopien und (2) Reisen (den Zusammenhang sehe ich nur bedingt).
Banerjee geht zunächst (1) intensiv auf Heterotopien und critical dystopias ein sowie die Frage, ob und wie sich beide Konzepte in der indischen SF finden lassen. Beispielhafte Erwähnung finden dabei mehrere "eco-feminism dystopias", in denen jeweils die Gesellschaft auseinanderfällt, nachdem die weiblichen Mitglieder ausgerottet wurden. #IndianSF
(7/x) Kapitel 2 beleuchtet intensiv das Verhältnis von science bzw. knowledge und fiction. Konkret unterscheidet Banerjee 3 Varianten von Wissen, die in indischer SF eine Rolle spielen: naturalistische Wissenschaft, holistische "Vedic science" und Volkswissen bzw. -glauben.
Kurz angestoßen wird auch das Hindi-Genre "ayari", was Magie und Mechanik verknüpft (klingt bisschen nach Steamfantasy oder Arcanopunk) und wie Mythen zur Legitimierung des Hindu-Nationalismus genutzt werden. #IndianSF
(6/x) 1995 – 2019
Es erscheint mehr englischsprachige #IndianSF, viel aus der Diaspora heraus, und die Themen ändern sich: Gender-Rollen, westl. Hegemonie, aber auch der indische Nationalismus werden hinterfragt. Ebenso werden die Grenzen zu verwandten Genres offener, u. a. durch Vandana Singhs einflussreiches „Speculative Manifesto“.
Zahlreiche Webzines ebnen den Weg für neue Autor*innen und „Strange Horizons“ spielt eine wichtige Rolle bei der internationalen Wahrnehmung von #IndianSF.
(5/x) 1947–1995
Diese Phase bezeichnet Banerjee als „golden age of indigenous-language SF“. In einigen Sprachkulturen (z. B. Bangla) bleibt SF dabei Teil der generellen Literaturszene, in anderen (z. B. Hindi) spaltet sie sich ab.
1963 erscheint mit „Ascharya“ das erste SF-Magazin, es folgen z. B. „Vigyan Katha“ (Hindi) und „Naval“ (Marathi). Mit der Anthologie „It Happened Tomorrow“ (1993) entsteht endgültig eine Art nationales Bewusstsein für die indische SF-Literatur.