Frau Falke 3

Frau Falke ist nicht mehr.

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Nachdem sie im Trend immer leichter wurde, und seit Wochen schon morgens die 190 g-Linie, die als Mindestgewicht gelten, nicht mehr erreicht hat, hat sie selbst abends nur noch nach dem Verzehr von wenig falkengeeigneter Nahrung mehr gewogen.
Die nicht falkengeeignete Nahrung waren in diesem Falle kleine tote Ratten.

Orange das Gewicht des Falkens – klarer Trend: leichter werdend – blaue Linie: Minimalgewicht Turmfalke (190 g)

Nun – wie kommen tote Ratten auf den Speiseplan? Die Ratte, die ich einen Tag vor dem Fernbleiben von Frau Falke auf dem Weg hier gefunden hatte – und direkt im Hausmüll entsorgt hatte – wird daran eingegangen sein, Rattengift gefressen zu haben. Rattengift ist erlaubt und ein heimtückisches Zeug, da die Ratten nicht sofort sterben, sondern keine Blutgerinnung mehr haben. Das gemeine daran ist, dass die Ratten nicht vollständig die Rattengifte verstoffwechselt haben müssen, bevor sie von einem Beutegreifer geschlagen werden – und auch im toten Zustand nicht alles verstoffwechselt haben müssen, um die Beutegreifer sekundär zu vergiften.

Durch Rattengift dahingeraffte Ratte

Diese Sekundär-Vergiftung ist schwierig nachzuweisen – am besten bräuchte ich dafür die Leber des Falkens – ist das schon ein Art-House-Film-Titel? Die Leber des Falkens?

Als Frau Falke wegblieb – einen Tag, nachdem sie häufiger tagsüber den Nacht-Einstand besucht hatte – fiel mir auf, dass ich den männlichen Turmfalken am Kirchturm auch schon lange nicht mehr gesehen hatte – dabei hatte der noch dort sein Revier und das gut verteidigt. Im Video greift er einen Grünspecht an, der sich in eine Schallluke in 10 m Höhe gesetzt hatte.

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Am Kirchturm sollen 2025 auch Turmfalken erfolgreich gebrütet haben – als ich davon Nachricht erhielt, waren aber keine kleinen Falken mehr zu sehen – aber – mir fiel ein, dass auf den Grundstücken neben der Kirche Rattenköderboxen aufgestellt worden waren.

Rattenköderbox im Herbstlaub an verlassenen Schuppen

Sollten also Jung-Falken in den näheren Umgebung auf die Jagd gegangen sein, werden sie durch ihr Beuteschema mit dem Rattengift konfrontiert gewesen sein, das dort sein dem Frühjahr ausgelegt wurde.
Die Köderboxen waren aufgestellt worden, weil Ratten im Dorf als Belästigung empfunden wurden. Gut, wir sind über Ratten im Hühnerfutter auch nicht glücklich, aber ich verwende hier eigene Nachbauten einer Doppelschlagfalle – und verstehe, dass es unwirtschaftlich für Kammerjäger ist, zwei Mal täglich die Fallen zu kontrollieren. Dennoch ist im Außengelände in Fluss- und Naturschutzgebietnähe es irgendwie sinnfrei Rattengift auszulegen…

Auf mein Bitten wurde die Beköderung der Ratten im Dorf jetzt eingestellt und vielleicht sind dann die erfolgreich ausgebrüteten Turmfalken in 2026 nicht sofort vergiftet und wieder so neugierig und schauen bei mir vorbei – zum Beispiel wenn die dort hörbaren Falken den Turm selbst für sich eingenommen haben und dort brüten sollten.

Der Turm hat einen eigenen PUC – und Turmfalken sind im Dezember gut hörbar – aber der  Turm ist noch nicht als Mittelpunkt eines Reviers auserkoren worden – es sind noch nicht alle tot

 

#FrauFalke #PUC

Frau Falke 2

Frau Falke zog am 10. September ein. Sie brachte 221 g auf die Waage.

221 g Falkenvogel im Einflug auf der Waage

Die ersten Wochen übernachtete sie nur im Einflug. Woraufhin ich eine weitere Kamera an der Außenseite des Dachbodens befestigt habe.

Falke im Einflug – da die Augen-Hintergründe nicht reflektieren, gehe ich davon aus, dass lediglich die Nickhäute geschlossen sind – Fotoaufnahme manuell ausgelöst

Die Kamera speichert nur Bilder,  wenn eine große Bewegung registriert wird. Den Kopf unter die Flügel zu stecken gehört scheinbar nicht dazu – oder die spätere Schlafposition hat Frau Falke im Einflug noch nicht eingenommen, sondern war immer in Alarmbereitschaft.

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Pro Nacht verliert ein Falke etwa 15 g Gewicht, durch Absetzen von Kot wie im Video, oder das Erbrechen von Gewölle. Gewölle sind Mageninhalte, wie Knochen oder Haare der Beutetiere, die vom Vogel nicht genutzt werden können. Der lange Weg durch den Verdauungsapparat des Vogelkörper wird eingespart , was sich positiv auf das in der Luft zu haltene Gewicht auswirkt.

Wer interessiert ist, kann jetzt eine Gewöllesammlung aus meiner Tiefkühlung haben und nachschauen, was alles zum Beutespektrum eines Turmfalkens gehört. Es ist ja nicht immer ein Videobeweis vom Verzehr da.

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Das sieht nach dem Verzehr eines Froschlurchs aus.

#FrauFalke

Frau Falke 1

Eines schönen Tages erschien Roman hier auf dem Grundstück und fragte, ob er hier Steinkauz-Röhren aufhängen könnte. Eulen nach Athen tragen, dachte ich, ich hab ja auch schon welche aufgehangen. Er begutachtete die Bäume und die baulichen Strukturen hier und der Giebel des Schafstalls auf der Hofstelle, der wäre besonders gut geeignet eine Steinkauz-Röhre aufzunehmen.

Er kam also wieder mit einer Röhre mit Mondscheibe und montierte mit mir die Nistmöglichkeit für diesen Eulenvogel. Da ich meine ersten Erfahrungen mit Kameras und Vögeln schon gemacht hatte, entschied ich mich wieder für die billigste Kamera, eine TAPO C100. € 20 und abgeklebt auch halbwegs wetterfest.

Der erste Vogel, der dort landete, war:

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Ein Jungfalke – vermutlich männlichen Geschlechts. Das war jetzt nicht die Zielart und daher ist Roman wiedergekommen und hat den Eingang so umgestaltet, dass ein Falke da nicht mehr auf dem Landing sitzen konnte, wenn ein Steinkauz seine Behausung sucht.

Für eine weitere Zielart haben wir etwas mehr als den Giebel des Schafstalls geopfert, nämlich einen leeren Dachboden. In die Giebelwand habe ich ein 12 x 18 cm großes Loch gesägt – als Einflug für eine Schleiereule. Im vollen Elan hat Roman eine Trennwand, ein Schattenbrett und diverse Sitzstangen aus Holzresten und Besenstielen zusammengebaut.

Selbstverständlich habe ich auch da Kameras installiert und gewartet.

Gewartet.

Bitte die Jahreszahl im Time-Code beachten. Es sind nicht 17 Tage, sondern 365 + 17 Tage.

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Der erste Greifvogel, der sich im Eingang niederließ, war ein männlicher Turmfalke, der sich erst einmal seiner Magensteine entledigte. Das hatte ich auch noch nie gesehen – geschweige denn, welche Freiheitsgrade ein Vogelkopf samt Schnabel hat.

Wer den Blog ein bisschen verfolgt hat, wird sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich mich vom Elektro-Fahrrad weg und zu sonstiger Elektronik hin entwickelt habe. Da war doch was – ja, genau, die Vogelwaage. Es wäre ja schon sehr interessant zu wissen, wie schwer der Vogel, der da im Einflug sitzt, ist.

Zwei Wägzellen und einen Raspberry Pico W weiter war sie schon fertig: Die Einflug-Vogel-Waage. Das untere Brett verschwindet in der Verkleidung – das obere schwebt darüber. Und wartet.
So wie Du auf den nächsten Teil, der noch vor Weihnachten hier im Adventskalender erscheint.

Es sind zwei 1-kg-Wäge-Zellen zwischen einem Stück Dachlatte und ein bisschen Palettenholz.

 

 

#FrauFalke