Er war es! War er es? – „Peter Grimes“ in Bielefeld geht unter die Haut!
Detlef Obens
Was war da am gestrigen Abend im Theater Bielefeld zu erleben? Um es in zwei Worten zu beschreiben: eine Sternstunde! Eine Sternstunde für dieses Ostwestfälische Opernhaus, für die Oper und auch für die szenische Umsetzung der 1945 uraufgeführten Oper PETER GRIMES von Benjamin Britten. Ein Opernabend auf internationalem Niveau, der einmal mehr beweist, dass es nicht immer großer Metropolen bedarf, um bedeutende Werke der Opernliteratur eindrucksvoll auf die Bühne zu bringen. Und zwar so, dass man als Zuschauer und Zuhörer auf allen Sinnesebenen gefangen und mitgerissen wird. Solche Sternstunden sind selten, sie werden auch immer seltener. Aber wenn es sie dann gibt, dann sollte man sie auch so benennen. Und so eine Sternstunde fand gestern in Bielefeld statt. Für mich als Herausgeber von DAS OPERNMAGAZIN ist es heute eine Ehre und eine Freude zugleich, über diesen Premierenabend zu schreiben. Ein Premierenabend, wie ich ihn in solcher Intensität in den letzten Jahren nur selten erlebt habe. Mit Brittens faszinierend-genialer Oper PETER GRIMES gab der neue Bielefelder GMD Robin Davis einen Einstand von besonderer Güte. Seine Lesart der Komposition von Benjamin Britten war direkt, war impulsiv, war dramatisch aber auch so ungemein zart. Und mit einem Sänger-Darsteller wie es Nenad Čiča in der Hauptpartie ist, verfügt das Theater Bielefeld über einen nahezu idealen „Peter Grimes“. Und wenn das alles noch in eine Regie verpackt wird, wie dies durch den Südafrikanischen Regisseur Matthew Wild stattfand, kam alles zusammen, was einen Opernabend eben zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Minutenlanger Jubel des Premierenpublikums war der sehr verdiente Dank an das gesamte Ensemble! […]
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