Alles muss man selber machen. Zur Geschichte der Rätebewegungen, von der Pariser Kommune bis Rojava

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> »Alles muss man selber machen« ist ein #Buch über Menschen, die sagen: So kann es nicht weitergehen – wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Ob in den Straßen von Paris 1871, den Fabriken Petrograds 1917, den Städten und Dörfern Nordsyriens oder im Urwald von Chiapas – überall entstanden im Zuge von sozialen Konflikten und Aufständen Räte: Selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten. #ChristopherWimmer erzählt in lebendigen Szenen, wie solche Bewegungen entstehen, wie sie funktionieren … und woran sie oft auch scheitern.

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Alles muss man selber machen. Zur Geschichte der Rätebewegungen, von der Pariser Kommune bis Rojava

»Alles muss man selber machen« ist ein Buch über Menschen, die sagen: So kann es nicht weitergehen – wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Ob in den Straßen von Paris 1871, den Fabriken Petrograds 1917, den Städten und Dörfern Nordsyriens oder im Urwald von Chiapas – überall entstanden im Zuge von sozialen Konflikten und Aufständen Räte: Selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten. Christopher Wimmer erzählt in lebendigen Szenen, wie solche Bewegungen entstehen, wie sie funktionieren … und woran sie oft auch scheitern.

Karl Dietz Verlag Berlin

Manches ist auch gut

Die asozialen Medien können auch dem Fortschritt und der Demokratie dienen

Deutschland ist ein – führender – europäischer Zwergstaat, der sich mit Mauern gegen real existierende Migration zu wehren versucht. Das ist noch nie gelungen. Und wird es auch nie. Aber woher sollen wir Deutschen das wissen? Von der Mehrheit der Welt erfahren wir nichts, weil “unsere” schlechten, alten Medien, die genauso verbohrten und partiell irren Oligarch*inn*en gehören, wie die neuen, darüber nicht informieren.

Roland Appel und Wolfgang Lieb analysieren völlig zutreffend die Gefahren, die für die bürgerliche Demokratie von den asozialen Medien ausgehen. Es ist dennoch ein eurozentrischer und nordatlantischer Blick. Hierzulande ist allenfalls geläufig, dass von China ähnliche Gefahren ausgehen, die miteinander, bzw. vielmehr gegeneinander konkurrieren.

Woanders kann es freilich ganz anders aussehen. Darauf weist Christopher Wimmer/Jungle World hin: Weltweite Gen-Z-Proteste – was steckt dahinter?: Von den sozialen Medien auf die Straße – Die sogenannten Gen-Z-Proteste, die sich in unterschiedlichen Weltregionen gegen Korruption, Einschränkungen der Informations­freiheit und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit richten, haben augenscheinliche Gemeinsamkeiten. Die Protestierenden sind meist Anfang 20 oder jünger, kommen aus den urbanen Zentren, nutzen soziale Medien und nehmen meist erstmals an politischen Aktionen teil.” Seine Befunde werden in den informativen Zuschriften unseres mitlesenden Freundes Gilbert Kolonko für Indien und Pakistan bestätigt und bestärkt. Er schreibt “dass das viele Gute was keimt, in unseren Medien nicht vorkommt”. Und das ist die Mehrheit. Und “Keine*r merkts …”.

Ist diese Ignoranz also Dummheit? Oder Absicht? Ich fürchte, das mischt sich in diesem Fall besonders unappetitlich.

Jungle-World-Autor Wimmer schliesst gegen Ende absolut richtig und kritisch: “Ob es den Gen-Z-Protestierenden gelingen wird, ihre Forderungen durchzusetzen und für junge Menschen Zugänge zu Bildung oder zu verlässlichen Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen, wird auch von der Stärke und dem Durchhaltevermögen der Bewegungen abhängen. Denn die jeweiligen Regierungen dürften versucht sein, ihre Repressalien zu verschärfen, um Proteste zu unterdrücken. Die jüngste Protestwelle zeigt, dass weltweit junge Menschen bereit sind, gegen korrupte Regierungen und für ihre Zukunft zu kämpfen und dabei einiges zu riskieren. Ein berühmtes Zitat des fiktiven Pirat Monkey D. Ruffy lautet passenderweise: »Ich will eine Welt erschaffen, in der alle meine Freunde so viel essen können, wie sie wollen!«”

Hier schliessen sich Fragen an Organisationen an – hier wie dort. Welche Hilfe und welchen Schutz bieten die fortschrittlichen Kräfte in provinziellen aber reichen und mächtigen Zwergstaaten, wie dem unsrigen? Ausser Ersaufen im Mittelmeer oder Lagerinternierung in Albanien? Wladimir und Xi amüsiert das.

Manches ist auch gut – Beueler-Extradienst