Frei-Staat Bayern?

Die Obrigkeiten umgeben sich gerne mit Kultur-Ausnahme-Künstlern, eines der dümmsten Worte, die JournalistInnen gerne gebrauchen, um ihre Stars zu bejubeln: Ist das Kultur?

Kultur hatte man früher, bis zum Kultur-Beutel, den wir heutigen Star-Verehrenden um die Ohren hauen sollten: Der Kulturbeutel enthält, was wir brauchen, um uns auf Begegnungen vorzubereiten.

Obrigkeiten lassen sich längst ständig professionell „stylen“ und für die insta-Medien ablichten, als wären sie noch im alten Fernseh-Studio, allerdings zu neuen immensen Kosten der Steuerzahlenden.

Ist der Freistaat Bayern eine Republik?

Äußerlich sicher, mit Parlament, Parteien, einer inszenierten Gewaltenteilung, die in der Justiz ständig so weit übergangen wird, dass der Europäische Gerichtshof die Ausstellung internationaler Haftbefehle aussetzte: Eine schwache Reaktion auf deutsche Mißbräuche, die nie einen Berlusconi und die hiesige Korruption beseitigen könnten.

Aber so lange die Leerkräfte die alte idealistische Theorie leiernd wiederholen und die Medien dazu schweigen …

Demokratie könnte so viel mehr sein … wenn sie UNSERE wäre.

Wenn ein Drittel der Wahlberechtigten sowieso nie zur Wahl geht, weil sie an keine Veränderung glauben, und ein Drittel der Wähler dem selbstlobenden „Part-Eien-Demokratie“-System nicht mehr glaubt – sollten wir vielleicht genauer hinschauen lernen: Was war am Anfang so gedacht, bevor die Reaktionäre die junge Demokratie von 1918, aus den Hunger-Demonstrationen und den Munitionsarbeiterinnen-Streiks gewachsen, niederschossen, die Rätezeit dann mit dem wachsenden Antisemitismus, einem Antibolschewismus, der in der Nachkriegszeit zum Antikommunismus wurde, mit immer noch gefälschten Geschichts-Erzählungen. Hannah Arendt glaubte nicht an die Vertretungs-Demokratie, eher an Räte, die von der Basis aus nach oben und ins Internationle wirken.

Die bayrische Erinnerung an ihren ersten Ministerpräsidenten #KurtEisner ist viel zu schwach, wenn wir an den „stolzen Freistaat“ und die Demokratie in Bayern denken, wo Autokraten wieder den Ton angeben.

Die Leistung, aus den früheren seit 1848 über Jahrzehnte lang niedergeschossenen Bemühungen um Demokratie, den Freistaat ohne einen anmaßenden Adel und sein Königshaus, ohne Bevormundung durch reaktionäre Besitzende, denen wir angeblich noch gehören sollten … eine Sache des Volkes zu machen, eine „Res Publika“: Sie war schon weit länger gewachsen und Im Wirtshaus zum Goldenen Anker ab 1916 zum gemeinschaftlichen klaren Plan geworden, pazifistisch den Krieg zu beenden und die Regierung selbst in die Hand zu nehmen.

Nachdem die SPD, obwohl mit Reichstagsmehrheit im „Burgfrieden“ verharrend, weiter Kriegskrediten zugestimmt hatte, und alle pazifistischen Reichstagsabgeordneten wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, sowie Eduard Bernstein aus der Fraktion ausgeschlossen hatte, fand sich die Gruppe in München in der späteren Abspaltung der USPD (Unabhängige SPD) ab 1916 um Kurt Eisner im Goldenen Anker.

Hunger-Demonstrationen der Frauen, MunitionsarbeiterInnen-Streik: Mutige Äußerungen brachten etliche Ende Januar 1918 in die Untersuchungshaft, Sonja Lerch starb dort, Kurt Eisner kam erst im Oktober frei, weil er für den Reichstag kandidieren sollte. So ist dieser Ort ein Ausgangspunkt der Demokratie in Bayern geworden, an den so wenig erinnert: Allerlei Gräber, aber keine gute Auseinandersetzungs-Kultur.

Die Express-Brass-Band eröffnete den Morgen vor dem damaligen „Goldenen Anker“, und die wichtigsten Eisner- Biografen, Albert Gurganus von den USA und Bernhard Grau aus Bayern waren dabei, auch ein Nachfahre der Eisner-Familie aus England mit herzlichen Grüßen, zwei StadträtInnen, einige vom Kurt-Eisner-Verein, der bayrischen Rosa-Luxemburg-Stiftung, Geschichtswerkstätten-Aktive und etliche, die seit Langem an der Geschichte, vor allem auch der Frauen in der damaligen Zeit arbeiten und forschen.

Am folgenden Tag gab es noch den Film von Uli Bez im Werkstattkino:

Es geht durch die Welt ein Geflüster

und eine Besprechung mit Albert Gurganus danach, ihre Filme zur Familie Eisner sind auf den Seiten des Kurt-Eisner-Verein, der bayrischen Rosa-Luxemburg-Stiftung zu sehen, ein Talk mit ihr: B2 Eins zu Eins – Der Talk am 27.4.2017 Achim Bogdahn im Gespräch mit Uli Bez

Albert Gurganus on his Biography of Kurt Eisner – YouTube

At the hundredth anniversary of Kurt Eisner’s Bavarian Revolution and Republic, Al Gurganus (BA, ’75) reads from his new biography of the Jewish socialist intellectual, Kurt Eisner: A Modern Life Details

Kurt Eisner: A Modern Life – Englische Ausgabe von Albert Earle Gurganus (Autor) 2018

At the end of the First World War, German Jewish journalist, theater critic, and political activist Kurt Eisner (1867-1919), just released from prison, led a nonviolent revolution in Munich that deposed the monarchy and established the Bavarian Republic. Local head of the Independent Socialists, Eisner had been jailed for treason after organizing a munitions workers‘ strike to force an armistice. For a hundred days, as Germany spiraled into civil war, Eisner fought as head of state to preserve calm while implementing a peaceful transition to democracy and reforging international relations. He rejected another central German government dominated by Prussia in favor of a confederation of autonomous equals, a „United States of Germany.“ A Francophile, he sought ties with Paris in hope of containing Prussia. In February 1919, on the way to submit his government’s resignation to the newly elected constitutional assembly, Eisner was shot by a protofascist aristocrat, plunging Bavaria into political chaos from which Adolf Hitler would emerge. At the centenary of the Bavarian Revolution and Republic of 1918/19, this is the first comprehensive biography of Eisner written for an English-language audience. #AlbertEarlGurganus #AlGurganus

#AlbertEarlGurganus #AlGurganus #KurtEisner

part-ei [BefreiungsBewegung]

Kurt Eisner erinnern

Die Münchner Erinnerung an ihren ersten Ministerpräsidenten #KurtEisner ist viel zu schwach, wenn wir an den „stolzen Freistaat“ und die Demokratie in Bayern denken, wo Autokraten wieder den Ton angeben.

Die Leistung, aus den Jahrzehnte lang nieder geschossenen Bemühungen um Demokratie, den Freistaat ohne anmaßenden Adel und Königshaus, ohne Bevormundung durch reaktionäre Besitzende, denen wir angeblich noch gehören sollten … eine Sache des Volkes zu machen, eine „Res Publika“: Sie war schon weit länger gewachsen und Im Wirtshaus zum Goldenen Anker ab 1916 zum gemeinschaftlichen klaren Plan geworden, pazifistisch den Krieg zu beenden und die Regierung selbst in die Hand zu nehmen.

Nachdem die SPD, obwohl mit Reichstagsmehrheit im „Burgfrieden“ verharrend, weiter Kriegskrediten zugestimmt hatte, und alle pazifistischen Reichstagsabgeordneten wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, sowie Eduard Bernstein aus der Fraktion ausgeschlossen hatte, fand sich die Gruppe in München in der späteren Abspaltung der USPD (Unabhängige SPD) ab 1916 um Kurt Eisner im Goldenen Anker.

Hunger-Demonstrationen der Frauen, MunitionsarbeiterInnen-Streik: Mutige Äußerungen brachten etliche Ende Januar 1918 in die Untersuchungshaft, Sonja Lerch starb dort, Kurt Eisner kam erst im Oktober frei, weil er für den Reichstag kandidieren sollte. So ist dieser Ort ein Ausgangspunkt der Demokratie in Bayern geworden, an den so wenig erinnert: Allerlei Gräber, aber keine gute Auseinandersetzungs-Kultur.

Die Express-Brass-Band eröffnete den Morgen vor dem damaligen „Goldenen Anker“, und die wichtigsten Eisner- Biografen, Albert Gurganus von den USA und Bernhard Grau aus Bayern waren dabei, auch ein Nachfahre der Eisner-Familie aus England mit herzlichen Grüßen, zwei StadträtInnen, einige vom Kurt-Eisner-Verein, der bayrischen Rosa-Luxemburg-Stiftung, Geschichtswerkstätten-Aktive und etliche, die seit Langem an der Geschichte, vor allem auch der Frauen in der damaligen Zeit arbeiten und forschen.

Am folgenden Tag gab es noch den Film von Uli Bez im Werkstattkino:

Es geht durch die Welt ein Geflüster

und eine Besprechung mit Albert Gurganus danach, ihre Filme zur Familie Eisner sind auf den Seiten des Kurt-Eisner-Verein, der bayrischen Rosa-Luxemburg-Stiftung zu sehen,

ein Talk mit ihr: B2 Eins zu Eins – Der Talk am 27.4.2017 Achim Bogdahn im Gespräch mit Uli Bez

Albert Gurganus on his Biography of Kurt Eisner – YouTube

At the hundredth anniversary of Kurt Eisner’s Bavarian Revolution and Republic, Al Gurganus (BA, ’75) reads from his new biography of the Jewish socialist intellectual, Kurt Eisner: A Modern Life Details

Kurt Eisner: A Modern Life – Englische Ausgabe von Albert Earle Gurganus (Autor) 2018

At the end of the First World War, German Jewish journalist, theater critic, and political activist Kurt Eisner (1867-1919), just released from prison, led a nonviolent revolution in Munich that deposed the monarchy and established the Bavarian Republic. Local head of the Independent Socialists, Eisner had been jailed for treason after organizing a munitions workers‘ strike to force an armistice. For a hundred days, as Germany spiraled into civil war, Eisner fought as head of state to preserve calm while implementing a peaceful transition to democracy and reforging international relations. He rejected another central German government dominated by Prussia in favor of a confederation of autonomous equals, a „United States of Germany.“ A Francophile, he sought ties with Paris in hope of containing Prussia. In February 1919, on the way to submit his government’s resignation to the newly elected constitutional assembly, Eisner was shot by a protofascist aristocrat, plunging Bavaria into political chaos from which Adolf Hitler would emerge. At the centenary of the Bavarian Revolution and Republic of 1918/19, this is the first comprehensive biography of Eisner written for an English-language audience. #AlbertEarlGurganus #AlGurganus

#AlbertEarlGurganus #AlGurganus #KurtEisner