Was mich diese Woche innenpolitisch am meisten geärgert hat: Die Äußerungen von Bundesforschungsministerin Bär zum BAföG.

Nicht nur die falsche Behauptung die(!) Regierungsfraktionen seien gegen die eigentlich schon beschlossene und notwendige Erhöhung (in Wirklichkeit sind es nur Teile von CDU/CSU) Und auch nicht nur der Diffamierungsversuch („Vollkaskostudium“) und der erneute Versuch, Gruppen mit wenig Einkommen gegeneinander auszuspielen.

1 / CONT

Erschreckend ist vor allem die mangelnde Empathie aus eigener Nichtbetroffenheit. Ihre eigene Tochter arbeite auch neben dem Studium, so Bär. Toll, ich halte meine Kinder, die aufgrund meines Einkommens kein BAföG benötigen, dazu auch an, sie lernen dadurch viel.

Aber der Unterschied zu den von Bär diffamierten BAföG-Empfänger:innen ist doch, dass unsere Kinder nicht arbeiten müssten, weil sie jederzeit zu uns kommen können.

2 / CONT

Weil Bär von „Vollkasko" gesprochen und ihre eigene Familie als Positivbeispiel benannt hat, analysieren wir doch mal kurz die Einnahme-Situation der Familie Bär:

Als Bundesministerin verdient sie inkl. Familienzuschlag 20.000€ pro Monat, als MdB erhält sie gekürzte 5.900€ und (steuerfrei) eine gekürzte Kostenpauschale von 4.100€. Zusammen also 30.000€ pro Monat.

Ihr Mann wird als Landrat von Hof auf ca. 15.000€ pro Monat kommen. Zusammen also 45.000€ Familieneinkommen. Jeden Monat!

3 / END

@ulrichkelber Studierende sollen sich primär auf ihr Studium konzentrieren können, das im Regelfall ein Vollzeitstudium ist.

Gute Jobs sind solche, die das Studium weiter bringen oder in die Forschung einführen (Hiwi) oder solche, die für die spätere Karriereplanung wichtig sind.

Alles andere sollte nicht nötig sein müssen, wenn der Staat Bock hätte, in die Zukunft (= junge Menschen) zu investieren.

Seit Doro studiert hat, haben sich die Studiengänge oft ziemlich verdichtet. Das sollte man...

@ulrichkelber ...auch bedenken, denn das stresst mehr und lässt weniger Freiraum fürs Geldverdienen.

Nebenbei wissen wir an den Universitäten sehr gut, dass es den Studierenden oft gar nicht so wahnsinnig gut geht. Mehr Druck lässt mehr (weniger gut abgesicherte) Menschen zerbrechen. Top.