@Sagesse Korrekt! Manche der Sterne haben sich dann zwar als Planeten herausgestellt, das sagt aber nicht, dass das Teleskop schlecht war.
Wobei die Parallele noch mehr greift - genau wie, wieviele Sterne man findet, auch von Lichtverhältnissen abhängt, hängen Symptome von ADHS auch davon ab, wie tolerant die Gesellschaft ist, oder eben nicht. Wenn die Gesellschaft toleranter ist, können mehr Leute mit ADHS ohne Hilfsmittel (oft sogar ohne Diagnose) leben; wird sie dagegen intoleranter, entsteht der Drang, alles diagnostizieren mit Medikamenten lösen zu wollen, weil sie Mehrheit selbst sich dann ja nicht ändern muss.
Wie ein Psychologe im Netz mir mal schrieb: eine "disorder" ist keine Krankheit, sondern eine Inkompatibilität mit der Gesellschaft. Wenn diese mehr akzeptiert, und z.B. Schulen mehr Kapazität haben, sich um jeden zu kümmern, gibt es automatisch weniger "disorders" - nicht nur, weil man weniger zum Arzt geschickt wird, sondern auch, weil tatsächlich weniger Inkompatibilität vorliegt.
Und ja, vor 30 Jahren war man toleranter als heute.