Ihre spezies wird assimiliert, widerstand ist irrelevant
Schon lange vorher haben sich menschen übrigens daran gewöhnt, im internetz nicht mehr für menschen, sondern für die algoritmen von guhgell zu schreiben — für mehr weichreite und bessere werbeplatzvermarktungsmöglichkeiten. Das SEO-gestammel war genau so ungenießbar wie das mechanostatistische textlego aus den angelernten neuronalen netzwerken, und es gab entsprechende äddons für so ziemlich jedes ernsthaftere CMS oder blogsystem. Es reicht, geld in irgendeine sache zu tun, und die sache wird giftig, korrupt und dumm. Geld ist gift. Es ist so giftig, dass es alles in gift verwandelt.
Übrigens: ob ein text aus einem angelernten neuronalen netzwerk — von jornalisten, p’litikern und sonstigen digitalen analfabeten durchgehend mit dem reklamewort „künstliche intelligenz“ bezeichnet — stammt, erkennt man nicht an der verwendung von halbgeviertstrichen (die ich selbst als bessere alternative zur ausklammernden einklammerung mit einer wonne benutze, in der ich mich öfter mal bremsen muss, aber ganz sicher nicht, weil ich sonst für einen textroboter gehalten würde), sondern am geschäume; an der fluffigen redundanten nichtsigkeit, die überall dort entsteht, wo jedes gedankliche rohmaterjal mechanisch zum textbauschaum voller blubberbläschen aufgepustet wird, weil menge, masse, form und pseudoobjektive wortwahl dort beeindrucken sollen, wo es inhalt, einsicht, geistige arbeit und beobachtungsgabe nicht vermögen. Schreibende menschen, die gar nicht gern schreiben, sondern vom contentindustriellen gedanken der monetarisierung des schreibens weitgehend entseelt und intellektuell entstellt sind, freuen sich darüber, wenn eine softwäjhr aus jedem rülpser des gehirnchens mühe- und gedankenlos acht bis zwölf kilobyte strukturierten textes macht, inklusive gliederung mit zwischenüberschriften und allerlei textausgezeichneten listen, und sie stellen sich dabei niemals vor, dass andere menschen vielleicht ihren wortreichen und inhaltsarmen billigkunststofftext mit der gleichen metodik wieder auf den inizjalen rülpser zurückführen, um sich die lebenszeitraubende anstrengung des lesens aufgeblähter textschaumteppiche zu ersparen. Die schon seit zwanzig jahren jeden liebreiz erstickende SEO-spämm und die diversen sprachgefühllosen genderneusprechvarianten sind nahtlos und folgerichtig fortgesetzt, der weg heißt straße zur idiocracy, am wegesrand liegen die weitgehend verwesten leichen längst erstorbener kraft und deutlichkeit; die leichen der sprache selbst und die leichen des verstandes und der vernunft. Die nicht mitmachen, stehen in einer dunklen ecke der unbeachtlichkeit und sterben einfach aus. Wenn sie zu laut werden, heißen sie „nazi“, „verschwörungsmytiker“ oder „fundamentalist„. Oder ein anderes schimpfwort aus der demnäxt kommenden mode, „juden“ hatten wir zum beispiel schon lange nicht mehr. Widerstand ist irrelevant. Nach uns das geäffe und der kult um nur noch körperlich ausgewaxene kindsköppe. Nach uns die dummheit und die eiskalte, die brutale, die flirrendbunte psyche.
Was ein angelerntes neuronales netzwerk nicht kann? Es kann nicht dichten. Es kann keine lyrik. Nicht einmal schlecht. Denn dazu bedarf es des denkens, des verstehens und des fühlens.
KI: Ihr werdet assimiliert! › Digital Diary
Die "Debatte" um KI-Nutzung in Blogs kocht immer wieder hoch. Ich setze "Debatte" in Anführungszeichen, weil ich mit diesem Begriff noch immer "gesittet" assoziiere - sorry, das ist noch so eine unzeitgemäße Verschaltung im Hirn! Dass ich damit ziemlich aus der Zeit falle, zeigt ...