🚲 #Reisebericht 🇩🇰 Dänemark Tag 6:
Oh, was hab ich gut geschlafen - endlich wieder ein richtiges Bett und Bettwäsche, die noch nach Waschmittel riecht. Dazu war die Hütte schön warm.
Wie angekündigt, regnete es heute früh. Gegen 10 ließ der Regen nach und wir brachen mit dem Rad auf. Ohne das schwere Gepäck und noch dazu mit starkem Rückenwind ging es den Deich lang nach #Marielyst.
Ursprünglich wollte ich nur bis Væggerløse und die Mühle sowie die Glaspusterei besuchen.
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Nun war der Wind von hinten so geil, dass es ohne Mühe voran ging. Es fielen zwar gelegentlich ein paar Tropfen, aber Effie blieb trocken. Nur mein Rücken wurde nass.
Kurz hinter Marielyst endet der Deichradweg auf einer gepflegten Wiese. Dort stehen 2 neu errichtete Shelter, viele Sitzbänke, eine Feuerstelle und ein WC. Perfekt zum kostenlosen Übernachten bei warmem Wetter.
Es folgt ein schmaler Feldweg und ab Ulslev geht's in einen tollen Mischwald.
Auf der einen Seite immer wieder Wege
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direkt an den Strand. Natürlich stehen da auch Papierkorb und ne Bank. Auf der anderen Seite dichter Wald, der dafür sorgt, dass kaum Regen auf den Weg fällt.
Stellenweise ist die Strecke geteert, andernorts geschottert und super fahrbar. Zwischendrin erneuerte ein Traktor mit seltsamen Fräse ein ausgefahrenes Stück Weg. So war die Strecke im Nu 1a glatt.
Mein Ziel war der kleine Ort Hesnæs, wo es einen Hafen samt Café geben solle.
Doch leider war die Fahrt kurz vor dem Hafen zuende.
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Bauarbeiten, die Straße wird neu gemacht und auch gleich der ganze Strandbereich. Den Hafen konnte ich sehen, fand ihn aus der Ferne aber nicht den Umweg lohnenswert. Ich muss ja schließlich noch die Strecke gegen den Wind wieder zurück.
Am Ufer saßen zwei Radlerinnen und ich wurde gefragt, ob ich Deutsch verstünde. Erfreute Blicke. Die eine Frau berichtete, dass ein Bauarbeiter ganz böse mit ihnen geschimpft hätte, weil die beiden durch die Baustelle wollten.
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Er wollte sie immer nach Omkørsel schicken, aber da wollen die beiden ja gar nicht hin. Sie wollen nach Stubbekøbing!
Nun sieht das Schild 'Omkørsel' eigentlich völlig anders aus, als die normalen Hinweisschilder in rot-weiß bzw. blau-weiß für Sehenswürdigkeiten. Ich erklärte also, dass Omkørsel Umleitung heißt und sie einfach nur den gelben Pfeilen folgen müssen. Sie baten mich dann, vorauszufahren, da sie nur so eine Radwanderkarte hatten, die kaum mehr als den Radweg abbildet.
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Ok, abgemacht. Eine der beiden hatte eine Acht in Vorderrad und kam kaum voran, da das Rad immer an der Bremse schleift. Mensch, in Marielyst wär ne Fahrradwerkstatt gewesen. Ich hätte ihr nur den Bowdenzug aushaken können. Ob in Stubbekøbing was ist, glaube ich eigentlich nicht.
So fuhren wir zu dritt bis Bønnet. Da ich Hesnæs schon abgeschrieben hatte, schickte ich die beiden nach rechts, wo laut Organic Maps eine schmale Straße an eine weitere Zufahrt nach Hesnæs führt.
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Wir verabschiedeten uns.
Effie und ich folgten nach links einem Hinweisschild zur #Bønnet Slot Ruine. Es ging zwar gegen den Wind, dafür aber bergab.
Die Schlossruine liegt auf einem kleinen Hügel und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Schloss brannte irgendwann komplett ab und geriet in Vergessenheit. Erst 1900 wurde es beim Kartoffelnroden wieder entdeckt. Der einstige Schlossherr, Oluf Holgersen Ulfstand, wurde in der nahen Kirche von Horbelev begraben. Allerdings ist das Grab
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nicht mehr auffindbar. So spannend der Ort auch war, es regnete wieder heftiger. Also Effie verpackt, zurück zur Hauptstraße und über das kleine Dorf Bregninge zurück in den schützenden Wald. Dort war es deutlich angenehmer zu fahren. Auf dem Hinweg hatte ich meinen Blick ja ständig aufs Meer, so dass ich nun ein weiteres spannendes Haus entdeckte: Das Lusthaus des Generals. Von dem Haus ist nur noch ein Teil erhalten. Man kann sich dort auch prima unterstellen.
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Das Lusthaus stammt aus dem Jahr 1786 und wurde für den General Classen aus Corselitze (ein Dort/Herrensitz rund 2km entfernt) als Sommerhaus errichtet.
Wir setzen unseren Weg zurück nach Marielyst fort und da entdeckte ich kurz vor #Ulslev einen verlassen wirkenden Spielplatz, auf welchem diese 3 niedlichen Holzbären stehen.
Der weitere Weg auf dem Deich war mega anstrengend, wegen Gegenwind und ständigem Regenschauern. Bei der erst besten Gelegenheit fuhr ich vom Deich runter und durch
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die weitläufigen Ferienhaussiedlungen. Pause und Stadtbummel in Marielyst. Viele kleinere Geschäfte und Gaststätten haben wegen schlechtem Wetter geschlossen. Es gibt tolle Regen- und Strickjacken zu kaufen. Auch super schicke Plaids fürs heimische Sofa. Das wird mir zu viel Gepäck diesmal.
Ich gönnte mir ne leckere Pizza und kaufte ein paar Kleinigkeiten bei Min Kôbmand. Das ist so ein Laden, der einfach alles hat!
Schaut Euch nur mal das Wollsortiment an! Und das ist nur ein Regal.
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@andresimous Die wollen bestimmt zur Fähre Ida!
@hafensonne
Ja, die beiden wollen bis nach Kopenhagen und dann wieder zurück. Mit der Acht im Vorderrad wird das sehr hart. Die wären besser Marielyst geblieben und um 10 zum Fahrradladen oder nach Nykøbing.
@andresimous Im Hintergrund übrigens eine barrierefreie Badeanlage, die Jahr für Jahr im Sommer am bewachten Badestrand von Marielyst aufgebaut und im Winter wieder abgebaut wird.
@hafensonne
Ah, das ist als barrierefreie Badestelle eingerichtet. Wow, das ist obercool!
@andresimous Sehr cool und sehr dänisch.